SW 200/1000 - 2,3 bis 2,5 mm Okular für Mond noch sinnvoll?

Okular, Filter, Kamera...
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liftwartbertl
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SW 200/1000 - 2,3 bis 2,5 mm Okular für Mond noch sinnvoll?

Beitrag von liftwartbertl » 29.01.2018, 16:46

Nachdem ich gestern
bei schlechten Wetterbedingungen (sehr dunstig)
mit einem 20 Jahre alten 4mm Billigokular
in Kombi mit einer hochwertigen Meade 2-fach Barlow

die Gegend rund um Krater Aristarchus und Herodotus testweise beobachtet habe und das Ergebnis besser war als gedacht (also nicht katastrophal),
bin ich nun am Überlegen, ob ich mir für den Mond nicht ein Okular im Bereich von 2,3 oder 2,5 mm Brennweitenbereich zulegen soll. Auch deshalb weil ich zu meiner Überraschung gesehen habe, dass 285-fache Vergrößerung (bei mir 3,5mm) für viele Detailziele im Moonhopper eigentlich zu klein ist.

In den deutschen und österreichischen Shops findet man dabei folgende Kandidaten:

Vixen Okular HR 2,0mm o. 2,4mm 289 EUR, DE
Celestron X-Cel 60 ° 2,3mm 119 EUR, DE
Skywatcher Planetary 58° 2,5mm 59 EUR, AT
Omegon Cronus 60° 2,5mm 59 EUR, DE
TS Optics Planeten Okul. 2,5mm 69 EUR, DE
Vixen SLV 50° 2,5mm 129 EUR, DE
Takahashi TOE 52° 2,5mm 328 EUR, AT
Televue Nagler T6 82° 2,5mm 356 EUR, AT // 346 EUR, DE

Mehr als 200 Euro würde ich eigentlich sehr ungern ausgeben wollen, also hätte ich auf das Celestron und das günstigere Vixen ein Auge geworfen. Hat jemand von euch Erfahrung mit denen
in punkto Mond und Planeten?
Haltet ihr die 2,3 bis 2,5 mm für Mond für mein Teleskop als ungeeignet? -> Ist ja eigentlich an der Grenze wenn man meine Öffnung betrachtet.

Equipment: Skywatcher 200/1000, NEQ5, keine Astrofotografie

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ito304
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Re: SW 200/1000 - 2,3 bis 2,5 mm Okular für Mond noch sinnvo

Beitrag von ito304 » 29.01.2018, 17:08

hallo

ich würde hiermit rechnen

http://www.sternfreunde-muenster.de/orechner.php

lg

markus
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Kahless
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Re: SW 200/1000 - 2,3 bis 2,5 mm Okular für Mond noch sinnvo

Beitrag von Kahless » 29.01.2018, 18:13

Also ich war gerade mit meinem Skywatcher 200/1200 draußen und "ging am Mond spazieren".
Meine aktuell maximale Vergrößerung erreiche ich mit 13mm Okular und Dreifachbarlow, also etwa 280fach Vergrößerung.
Und ich habe wieder gemerkt: Da würde deutlich mehr gehen!

Somit: Ja, ich denke dass man wirklich bis zu einer Vergrößerung gehen kann, die der doppelten Öffnung im mm entspricht.
Natürlich nur bei sehr ruhiger Luft.
Aber wenn es einen nicht stört, dass es ein Okular ist, dass nur bei wirklich gutem Seeing zum Einsatz kommt, spricht meiner Meinung nach (in deinem Fall) nichts gegen ein 3mm oder sogar 2,5mm Okular.
Sollte deine Barlow aber gut sein, würde ich eher 5mm nehmen und dann mit der Barlow arbeiten, denn das 5mm Okular kommt dann doch sicher öfter zum Einsatz.

Ich persönlich würde versuchen ein gebrauchtes TeleVue Nagler, Delos oder DeLite zu bekommen.
(Das könnte sich mit etwas Glück und gut 200 Euro ausgehen, gerade beim DeLite.)
Ich bin von denen absolut überzeugt und bin der Meinung, dass sie das Geld absolut wert sind (und deutlich besser als die anderen von dir genannten Kandidaten).

Grüße, Kahless
- 8'' Skywatcher Flextube
- 60/330 Reiseteleskop
- Coronado Bino PST
- Binoansatz Binotron 27

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Re: SW 200/1000 - 2,3 bis 2,5 mm Okular für Mond noch sinnvo

Beitrag von liftwartbertl » 29.01.2018, 22:17

Kahless hat geschrieben: Sollte deine Barlow aber gut sein, würde ich eher 5mm nehmen und dann mit der Barlow arbeiten, denn das 5mm Okular kommt dann doch sicher öfter zum Einsatz.
Guter Punkt, danke.
Kahless hat geschrieben: Ich persönlich würde versuchen ein gebrauchtes TeleVue Nagler, Delos oder DeLite zu bekommen.
(Das könnte sich mit etwas Glück und gut 200 Euro ausgehen, gerade beim DeLite.)
Ich bin von denen absolut überzeugt und bin der Meinung, dass sie das Geld absolut wert sind (und deutlich besser als die anderen von dir genannten Kandidaten).
Eigentlich halte ich eh jeden Tag Ausschau, aber die guten Teile behalten sich die Hobbyastronomen. ;)
ito304 hat geschrieben:hallo

ich würde hiermit rechnen

http://www.sternfreunde-muenster.de/orechner.php

lg

markus
Das hab ich schon ein paar Mal verwendet und bei allem unter 2,6 wird alles unscharf dargestellt, aber hab nun auch im Moonhopper gelesen, dass beim Mond bei optimalen Bedingungen die zweifache Öffnung auch knapp überschritten werden darf. Aber das werde ich wohl am Besten einfach testen müssen.

Kahless
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Re: SW 200/1000 - 2,3 bis 2,5 mm Okular für Mond noch sinnvo

Beitrag von Kahless » 29.01.2018, 22:57

liftwartbertl hat geschrieben: Eigentlich halte ich eh jeden Tag Ausschau, aber die guten Teile behalten sich die Hobbyastronomen. ;)


Oh ja, leider.
Meist wird halt nur das verkauft, was als "nicht gut" erachtet wurde.
Ich selbst suche schon länger ein gebrauchtes 31mm Nagler - bisher ohne Erfolg!
liftwartbertl hat geschrieben: Das hab ich schon ein paar Mal verwendet und bei allem unter 2,6 wird alles unscharf dargestellt, aber hab nun auch im Moonhopper gelesen, dass beim Mond bei optimalen Bedingungen die zweifache Öffnung auch knapp überschritten werden darf. Aber das werde ich wohl am Besten einfach testen müssen.
Ich denke das liegt neben der Luftunruhe auch stark an der Optik. Hat man einen (bzw. zwei) erstklassige Spiegel im Teleskop und ein sehr hochwertiges Okular, dann wird es sicher ab und an Nächte geben, wo eine Vergrößerung knapp über der doppelten Öffnung machbar ist. Wenn eine der Komponenten nicht optimal ist, dann eher nicht.

Und selbst dann ist es wohl noch eine sehr subjektive Sache, denn nachweislich mehr Details wird man nicht sehen können. Aber der eine mag es lieber extrem scharf und dafür etwas kleiner, während der andere bei sehr starker Vergrößerung eine geringe Unschärfe in Kauf nimmt und so dennoch mehr wahrnimmt als bei kleinerem Bild.

Ich selbst gehöre auch zu denen, die immer das Gefühl haben, größer ist besser (im Sinne von "ich erkenne mehr"), vor allem an Planeten, selbst wenn dabei (fotografisch nachweislich) eher Details verloren gehen als hinzuzukommen.

Somit bleibt wohl nur: Ausprobieren.
Aber je hochwertiger das Okular ist, umso wahrscheinlicher klappt es mit der sehr hohen Vergrößerung.

Grüße, Kahless

PS. Darf ich fragen von wo du kommst? Vielleicht könnte man das Experiment "sehr starke Vergrößerung am Mond" ja gemeinsam starten...
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Re: SW 200/1000 - 2,3 bis 2,5 mm Okular für Mond noch sinnvo

Beitrag von tommy_nawratil » 22.02.2018, 00:47

hallo Kahless,

ich denke an hochkontrastigen Details am Mond kann man schon höhere Vergrößerungen noch sinnvoll nutzen.
Bei starken Kontrasten kann durchaus man mehr Vergrösserung nehmen als bei schwachen Kontrasten (Schattierungen am Planeten).
Der persönliche Faktor ist bei der Vergrösserungsdiskussion aber auf jeden Fall sehr wichtig, deshalb gibt
es auch so unterschiedliche Meinungen im Netz. Das Auflösungsvermögen des Auges ist individuell sehr unterschiedlich,
und deswegen finden manche so hohe Vergrößerungen bringens noch, während andere bereits über
das flaue und verschwommene Bild lästern. Also ausprobieren, was für dich gut ist - es gibt keine allgemein
gültige verbindliche in Stein gemeißelte Gebote was das betrifft.

Harrie Rutten gibt in seinem Buch "telescope optics" unter optimum magnification folgendes an:
Die Resultate von Coleman im Labor an hell erleuchteten Testtafeln zeigen, daß ein
Teleskop bei Kontrasten von 5% bis 100% optimal bei Vergrößerungen von 1,1 bis 2,7xD (in mm) arbeitet.
Bei 0,5xD sind aber bereits 80% des Auflösungsvermögens sichtbar, bei 1xD 95% und alles darüber bringt nur mehr 5%.
Mit Luftturbulenz und dem durch starke Vergrößerung ausgedünnten Licht entsprechend weniger.

lg Tommy
Physik ist die Poesie der Natur..
arbeite fröhlich mit bei https://teleskop-austria.at

Wolfman
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Re: SW 200/1000 - 2,3 bis 2,5 mm Okular für Mond noch sinnvo

Beitrag von Wolfman » 13.07.2018, 21:06

Hallo! Vergrößerungen sind immer eine Frage des Objekts, der Luft und der Güte aller Teile im System.
Auch die Art des Systems ist entscheidend. Am besten kann man bei abschattungsfreien Systemen hoch gehen.
Refraktoren, Schiefspiegler, mit möglichst langen Öffnungsverhältnissen.
Bei 1:15 schauen wir derzeit zwischen 94 und 6mm Okularen. Beim Durchmesser 250 und recht guter Optik war die Grenze nach oben ungefähr bei 600x. (Einmal im Jahr bei bester Luft)

LG
Wolfgang

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