Kauf-/Tauschberatung für fast Neuling

Refraktor, Newton, Maksutov, Binokular...
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Stephan B.
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Kauf-/Tauschberatung für fast Neuling

Beitrag von Stephan B. » 14.04.2020, 09:27

Zunächst einmal ein herzliches "Hallo" an das Astronomieforum!

Wie bereits der Überschrift zu entnehmen, bin auch ich so einer, der euch mit eueren Erfahrungen um Input für eine Teleskopanschaffung bittet. Ich habe mich schon durch diverse Beiträge in mehreren Foren durchge... - naja -gekämpft kann man ja garnicht sagen, hat ja Spaß gemacht :wink: - durchgewühlt doch eher. Nachdem seit meiner Anmeldung ein paar Tage vergangen sind und ich bereits mit "Teleskop-Austria" in Verbindung getreten bin, hat sich an meiner Situation zwar etwas getan, ich möchte den vorbereiteten Text jetzt nicht komplett umschreiben; daher sende ich euch einmal meine ursprüngliche Ausgangssituation und gebe euch dann ein Update.

Vorbereiteter Text von Donnerstag 09.04.:
Hallo liebe Community,

Da ich derzeit echt große Probleme beim Entscheiden habe, würde ich euch um eure Hilfe bitten:
Zunächst einmal zu mir:
Ich habe vor rund einem Jahr mit einem geborgten Discounter-Teleskop (Revue 60/700 Refraktor, Azimutal) mit der Sternenbeobachtung begonnen. Angefangen natürlich einmal mit dem Mond und dann auch relativ schnell die ersten Planeten (Saturn mit Ringen, Jupiter mit 3-4 Monden) und ein paar interessante Sterne (Alkor+Mizar, Sternbild Leier etc) betrachtet.
Da es mit Smartphone heutzutage ja recht einfach geht, habe ich ich mir auch gleich einen Universaladapter gekauft und im manuellen Kameramodus schon ein paar passable Fotos hinbekommen.
Des Weiteren habe ich mir auch noch für mein Kamerastativ einen Adapter besorgt und sowohl mit Smartphone, als auch mit DSLR + Fernauslöser meiner Schwester ein paar ganz passable Fotos der Milchstraße und einzelner Sternbilder hinbekommen.
Mein Standort:
Ich wohne im nördlichen Burgenland (Eisenstadt Umgebung) in Seenähe, habe für meine Verständnisse eine nicht allzu starke Lichtverschmutzung (wobei ich euch aber keine Messwerte angeben kann, gibts da Möglichkeiten?) – obwohl sehr wohl eine Beeinflussung seitens Wien und Sopron gegeben ist. Wir sind Ende letzten Jahres umgezogen, leider ist die Sicht auf den Sternenhimmel dadurch aber schlechter geworden: Das Haus steht zwar am Ortsrand, aber eine Beeinflussung durch Straßenlaternen ist leider gegeben… (Zuvor hatten wir einen Innenhof, da war die Milchstraße mit freiem Auge relativ gut zu sehen, seither leider nicht mehr ☹). Außerdem durch See- und „Gebirgs“-Nähe und Ortsrand teils starke Windböen!

Und jetzt zu meiner Situation/ meinem „Problem“:
Ich wurde vor 2 Tagen (07.04.) von meiner gesamten Familie zum runden Geburtstag mit einem SW Flextube 300P Dobson überrascht. Das ist bei Weitem noch kein Problem 😉
Dennoch bin ich mir nicht sicher, ob dieses Modell die richtige Wahl für mich war.
Ich wusste ja von der Überraschung nichts, aber hätte ich es mir selbst ausgesucht hätte ich vermutlich eher zu einem Newton mit Parallaktischer Führung tendiert, da hier die Möglichkeit des Nachrüstens auf Nachführung gegeben ist. Dafür halt mit deutlichen Abstrichen des Lichtsammelvermögens. Außerdem stelle ich mir das Einnorden etc. einfach „wissenschaftlicher“/professioneller vor, als das einfache Aufstellen der Box.
Noch dazu habe ich derzeit noch das Problem, dass ich keinen wirklich geeigneten Aufbewahrungsplatz für die doch recht große Rockerbox + Tubus habe und das ganze Gerät auch nur gerade so ins Auto bekomme, da ich ja doch auch mal damit rausfahren will (aber zumindest ist der Transport überhaupt möglich). Ich denke mir halt, ein Stativ kann ich leichter mal auf einem Kasten verstauen als die klobige Rockerbox.
Das Paket kam vor rund 3 Tagen (06.04.), ein Umtausch wäre also noch ein paar Tage lang möglich, bis dahin würde ich mich gerne entscheiden.

Zuletzt, was ich mir erwarte:
Ich möchte vorwiegend visuell betrachten: Vorwiegend Nebel/Deep-Sky-Objekte, Planeten und Mond mit erkennbaren Details sollen aber schon auch immer wieder mal dabei sein :wink: ; meine Sichtungen würde ich dennoch gerne irgendwie digital festhalten, sprich fotografieren. Ich möchte definitiv nicht tiefer in die Astrofotografie einsteigen, mangels Geld und Zeit, aber eben einfache Fotos um festzuhalten, was ich schon alles entdeckt habe.
Würde ich den Flextube zurückschicken hätte ich ein Guthaben von rund 1.200€.
Irgendwie bin ich nun - nach gestriger längerer Recherche – doch dazu geneigt anfänglich beim Dobson zu bleiben. Jedoch um 2“-4“ zu reduzieren, und dafür besseres Zubehör dazu zu kaufen. Eventuell sogar mit der Möglichkeit den Tubus in ferner Zukunft mit Rohrschellen auf ein Stativ zu hieven (ja das würde dann wohl ein teures Stativ, aber immerhin machbar). Somit wären meine Varianten:
Variante 1:
Flextube mit 10“ für rund 700€, was ja immernoch für meine Zwecke ausreichend Lichtsammlung bieten dürfte. Dafür hätte ich aber noch finanziellen Spielraum für Filter und bessere Okulare etc. Die Möglichkeit zur Nachrüstung einer Nachführung würde jedoch weiterhin entfallen (abgesehen von einem Sockel).
Variante 2:
Noch einen Schritt kleiner: Flextube oder voller Tubus mit 8“, dafür jedoch mit GoTo, wodurch ich ein Dobson mit (ausreichender?) Nachführung hätte. Hier mache ich mir aber sorgen, dass mir dann doch zu viele Details bei der Betrachtung entgehen könnten.
Gibt es hierzu Erfahrungen, wie gut einfache Fotografie mit einer Dobsonnachführung funktioniert?
Variante 3:
Ein Set mit parallaktischem Stativ, z.B. SW N 200/1000 (https://teleskop-austria.at/SWN2001eq5#m), mit vielen Möglichkeiten zur Erweiterung und Nachrüstung um 625€, und somit auch wieder genug Spielraum für besseres Equipment. Dafür halt „nur“ 8“.
Variante 4:
Rückgabefrist verstreichen lassen, und mich freuen, dass ich so ein tolles Gerät bekommen habe.

Mir ist klar, dass ihr mir die Entscheidung nicht abnehmen könnt, aber mit euren Erfahrungen könnt ihr sie mir bestimmt deutlich leichter machen
Liebe Grüße,
Stephan
So und nun zu meinem Update:
Ich habe das auch mal so an Teleskop-Austria geschickt (nachdem ich hier im Forum schon öfter von dieser Seite gelesen habe, gehe ich davon aus, dass ihr diesen Händler auch empfehlen könnt? Bitte um eure Erfahrungen!) und am Freitag 10.04. auch gleich eine ausführliche, sehr freundliche und - soweit ich das als Unerfahrener beurteilen kann - sehr kompetente Antwort erhalten.

Die Antwort kurz zusammengefasst:
- Dobsons rein visuell, höchstens Mondfotos möglich, da Planeten zu schnell und alles andere längere Belichtung benötigt.
[Habe jedoch am Samstag bei wirklich guter Sicht ein paar, für meine Zwecke/Erwartungen schon fast ausreichende Fotos meiner ersten überhaupt gesichteten Nebel und Galaxien :D :D :D (Orionn., Eulenn., Ringn, M108, Bodes Galaxie, Zigarrengalaxie) mit dem Smartphoneadapter geschafft. Es sind zwar vorwiegend nur graue Flecken und die Sterne sind bei 2sek Belichtung schon deutliche Striche, aber mir geht es nur darum, digital festzuhalten was ich gesehen habe]
- azimutal aufgrund Bildfelddrehung nicht empfehlenswert
- für lange Belichtungszeiten unbedingt parallaktisch mit Volltubus. Es ist ok zunchst visuell loszulegen und den Tubus später auf eine par. Montierung zu setzen.
- Visuell ist die Öffnung natürlich das Wichtigste, der 12" ist sehr gut aber wird zunehmend unhandlich - und später auf eine Montierung geben dafür ist er gar nicht geeignet. Da wäre Zurückgehen auf 10" deutlich handlicher, und mit Volltubus später auch Foto tauglich. 10" sind immer noch so groß, dass man visuell damit praktisch ausgesorgt hat - es zeigt so viele Objekte dass man sie gar nicht alle anschauen kann.
- 10" prinzipiell mit Goto möglich, dann wirds aber teuer.
- Für die reine Nachführung ohne Goto gibt es auch Plattformen, aber die günstigen sind instabil und einfach zu billig gebaut. Da rate ich lieber zuerst das Dobson Feeling auszuprobieren, für viele ist es gar kein Problem hie und da den Tubus zu stupsen. [kann ich bis jetzt bestätigen, stört mich gar nicht nach meinen ersten Versuchen]

- Als Zubehör hat er mir dann noch folgendes Empfohlen:
Lacerta 32mm Erfle Okular, 70° https://teleskop-austria.at/SWWA32#m
8-24mm Hyperion Zoomokular https://teleskop-austria.at/HYPzoom#m
4mm LUWAN Okular, 82° Grad https://teleskop-austria.at/LUWAN4#m oder stattdessen
5mm Planetary Okular https://teleskop-austria.at/WAP05#m

So, und nachdem ich mir dann natürlich auch noch meine Gedanken gemacht habe, möchte ich euch meine laaange Frageliste nun auch nicht mehr vorenthalten:
1. Teleskop:
o Welche Vor-/Nachteile hat der Volltubus gegenüber dem Flex?
* Schwächt der seitliche Lichteinfall beim Flex das Sehvermögen?
* Muss ein Flex wegen seitlichem Staubeinfall öfter gereinigt werden?
* Muss ein Flex öfter Nachjustiert werden?
* Wieso ist ein Flex nicht für Fotografie geeignet?
o Welche Länge hat der Tubus? – ich bekomme knappe 130cm auf die Rückbank. Zur Not ginge aber auch Rückbank umlegen und Kofferraum
o Wie schwer ist der Volltubus bzw. der Flextubus?
o Ist es möglich, das „Rollenlager“ der 12“ auch für das 10“ anstatt der Neoprenplatte zu erhalten? Ich habe ein paar Mal gelesen, dass Kunden mit diesem zufriedener sind.
o Nachdem Sie mir vorwiegend 2“ Okulare vorgeschlagen haben: kann man die Okularhalterung auch mit 2“ Ausnehmungen erhalten?
o Ab wann zahlt sich eine Mikrofokuseinheit aus? Ich selbst habe oft das Gefühl, dass ich oft nachjustieren muss, weil ich scheinbar die Idealposition nicht erreiche.
o Ist eine Kühlung für meine einfachen Zwecke schon empfehlenswert?
2. Okulare/Optiken:
o Haben die von Ihnen angegebenen Okulare 2“, oder sind es 1,25“ mit optionalem 2“-Anschluss?
o Wie lange hätte ich mit den vorgeschlagenen Okularen Freude? Sind diese für die meisten Hobbyastronomen auf Dauer ausreichend?
o Wie macht sich der Preis-/Qualitätsunterschied bemerkbar? Randbereiche schärfer; Auflösung besser; mehr Kontrast?
o Ich habe einmal eine vorläufige Zusammenstellung gemacht und dort anstatt des 32mm Okulars eine 2,25xBarlowlinse reingenommen, komme mit dem 4mm dann jedoch auf 675x Vergrößerung, was ja bei 254mm Öffnung nicht mehr sinnvoll ist.
* Würden Sie das 32mm Okular unbedingt empfehlen für die Übersicht, oder kommt man hier nicht ohnehin mit dem Zoomokular aus (das jedoch laut Beschreibung bei 24mm nur 48° Sichtfeld bietet)
* Ich muss noch anmerken, dass ich bereits ein 12mm Plössl und eine 2xBarlow mit 1,25“ besitze, jedoch im unteren Preissegment und somit vermutlich vernachlässigbar
o Würden Sie einen Justierlaser empfehlen?
3. Filter:
o Zahlt sich zu Beginn die Anschaffung von Mond/Planetenfiltern und eventuell Nebelfilter aus? Bringt vor Allem Letzteres einen entscheidenden Vorteil bei der Sichtung von Deep Sky Objekten?
4. Zubehör:
o Was würden Sie empfehlen, v.a. für Aufbewahrung, Transport und das Handling im Feld der Okulare?
o Eine Rotlichtlampe wird wohl unumgänglich sein.
o Ich habe nach wie vor noch keinen idealen Lagerstandort für das zukünftige Teleskop gefunden. Wenn ich es in meinen fünfseitig geschlossenen Carport stelle, werde ich wohl oder übel eine Abdeckung benötigen? Oder ich baue mir eine „Einhausung“ aus Holz … Garage ist leider (derzeit noch) nicht vorhanden.
5. Literatur:
o Gibt es hierzu Empfehlungen? Oder sind ohnehin Apps wie Stellarium auf dem Vormarsch? Ich denke aber, eine Karte in der Hand zu haben verleiht dem ganzen doch noch mehr Charme.

Und passend dazu meine derzeit geplante Einkaufsliste
Bild
(Wo ladet ihr üblicherweise Fotos hoch? In diesem Fall habe ich einmal die erstbeste Website genommen...)

So und zum Schluss jetzt nochmal meine zu diesem Zeitpunkt wichtigste Frage:
Gibt es einen deutlich merkbaren/eklatanten Unterschied von 10" auf 12", werde ich mich dann beim Beobachten fragen, ob ich mit 12" nicht doch noch ein paar Details mehr herausgeholt hätte? Gefühlsmäßig scheidet der 8" für mich eigentlich aus, jedoch habe ich jetzt schon oft gesehen, dass auch erfahrene Hobbyastronomen einen 8"-Tubus als Hauptteleskop nutzen, aber da werde ich mir dann bestimmt ständig diese eine Frage stellen ...

So, nun bin ich auf euren Input gespannt, sofern sich überhaupt jemand findet diesen schier endlosen Beitrag zu lesen - aber in Zeiten von Corona und somit für viele viel "Frei"zeit habe ich die Hoffnung, dass sich unter euch doch noch jemand findet :wink:

Ich hoffe, keine Forenregeln bzgl. unnötiger Post, falscher Thread, falsch zitiert etc. gebrochen zu haben...

LG Stephan
- Skywatcher Classic Dobson 10" f/4,7
(- Revue Refraktor 60/700)

Kahless
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Re: Kauf-/Tauschberatung für fast Neuling

Beitrag von Kahless » 14.04.2020, 11:13

Hallo Stephan,

na dann will ich mal ...

Zuerst einmal Glückwunsch: Der 300mm Flextube ist meiner Meinung nach ein super Teleskop, nicht nur für Neueinsteiger.

Zur Himmelsqualität:
"wobei ich euch aber keine Messwerte angeben kann, gibts da Möglichkeiten?"
Die gibt es, wenn man sich ein Sky Quality Meter kauft: https://teleskop-austria.at/SQM-L_Sky-Q ... -mit-Linse
Oder man schaut sich das Sternbild des kleinen Bärens an. Wenn man alle Sterne des Sternbildes erkennen kann, ist der Himmel schon mal ganz gut.
Und dann kann man noch nach der Bortle-Skala die Qualität einschätzen: https://de.wikipedia.org/wiki/Bortle-Skala


Ob der Dobson für dich die richtige Wahl ist, kannst nur du feststellen. Ich finde ihn super!
Vorteil der parallaktischen Montierung: längerbelichtete Astrofotografie ist (auch später) möglich.
Nachteile: Deutlich teurer, muss immer eingenordet werden (Problem, wenn man vom Standort mal den Polarstern nicht sieht), für Anfänger ist die azimutale Montierung eines Dobsons meist leichter zu handhaben.

Bezüglich der Aufbewahrung solltest du die parallaktischen Montierungen nicht unterschätzen. Ich sehe es immer wieder, wenn ich alles ins Auto packe. Der zusammengeschobene Flextube in Rockerbox braucht weniger Platz als die ausladende EQ-Montierung mit Teleskop. Hier sehe ich (außer du kaufst ein wirklich kleines Gerät) keine Nachteile des Dobsons.


Zur deinen Erwartungen:

Vorwiegend visuelles Beobachten.
Das führt zu azimutaler Montierung und möglichst viel Öffnung. Also zum Dobson!
Vorwiegend Deep Sky.
Dafür brauchst du Öffnung und noch mehr Öffnung! Ansich sagt man, ab 8'' = 20cm beginnt die Deep Sky Beobachtung. Erst ab diesem Durchmesser sammelt ein Teleskop genug Licht um sinnvoll Deep Sky Objekte zu zeigen. Aber auch hier bedeutet jeder Zentimeter mehr Durchmesser auch mehr Lichtsammelvermögen und bessere Deep Sky Bilder.
Schau dir mal dieses Beispiel unterschiedlicher Teleskopdurchmesser an einem Kugelsternhaufen an: https://www.cloudynights.com/uploads/mo ... _thumb.jpg

Für Planeten und Monddetails gibt es besseres als einen Dobson, aber auch hier schlagen sich diese Geräte gut.
Vor allem ist die Fotografie dieser mit Dobson + Planetenkamera sehr gut möglich (Deep Sky eben nicht).
Das hier wurde zum Beispiel mit einem 14'' Dobson gemacht: https://www.cloudynights.com/uploads/mo ... 258891.jpg

Wenn dir die Astrofotografie von Planeten und Mond ausreicht bleib beim Dobson.
Du schreibst: "Ich möchte definitiv nicht tiefer in die Astrofotografie einsteigen, mangels Geld und Zeit, aber eben einfache Fotos um festzuhalten, was ich schon alles entdeckt habe." Das geht mit dem Dobson sicher!
Wenn du auch einfache Deep Sky Schnappschüsse machen willst, kann man den Dobson auch auf eine EQ-Plattform stellen. Die gleicht die Erdrotation aus und ermöglicht, je nach Qualität, Deep Sky Schnappschüsse bis etwa 30 Sekunden Belichtungszeit.
https://www.teleskop-express.de/shop/pr ... --N-S.html


Zum Preis und zum Zubehör:
Das Teleskop selbst ist nur ein Teil des Ganzen! Mindestens genau so wichtig sind hochwertige Okulare und (gerade bei Deep Sky) Filter.
Als Faustregel sagt man: Teile dein Budget so auf, dass du 50% ins Teleskop und 50% ins Zubehör steckst.
Ich bin immer wieder fasziniert, was sich mit hochwertigen (in meinem Fall TeleVue) Okularen aus Teleskopen herausholen lässt!
Die mitgelieferten Okulare sind eher kleine Geschenke, damit man schon mal durchschauen kann und werden dir im Internet für 5 bis 10 Euro hinterhergeworfen. Ein gutes Okular kostet aber schnell mal 200 Euro und mehr.
Also nicht am falschen Ende sparen, denn das beste Teleskop bringt dir nichts, wenn du schlechte Okulare reinsteckst!

Den 300mm Flextube irgendwann mal mit Rohrschellen auf eine EQ zu montieren ist aber kaum möglich. Da stören die Stangen! Dazu müsste es ein Volltubus sein!


Zu deinen angeführten Varianten:

1. Klingt sehr vernünftig, wenn mit dem jetzigen 12'' kein Geld von zumindest 600 bis 1000 Euro für Zubehör da ist.
2. GoTo finde ich unsinnig am Dobson. Teuer, man braucht immer Strom und Astrofotografie geht trotzdem nicht (denn das GoTo eines Dobsons hält zwar das beobachtete Objekt in der Mitte, gleicht aber dessen Drehung nicht aus, so dass sich das Objekt langsam um die eigene Achse dreht. Somit nicht astrofototauglicher als ohne GoTo!).
3. Würde ich nur machen, wenn du weniger Deep Sky (da ist 8'' schon sehr an der Grenze) und viel Fotografie willst. Klang aber bisher in deinem Beitrag nicht so.
4. Auch eine gute Lösung, wenn du Geld hast um das nötige Zubehör zu kaufen.


Zur Antwort von Teleskop Austria:
Ich sehe es ähnlich, aber nicht genauso.

a, Planetenfotos gehen super mit einem Dobson - mach ich selbst!
b, Goto am Dobson ist meiner Meinung nach (fast) immer unsinnig und schade ums Geld.
c, Die Zubehörempfehlungen finde ich schlecht!
Damit holst du weit nicht das aus deinem Teleskop raus, was es kann!
Das 32mm Erfl hat ein viel zu kleines Sichtfeld. Gerade bei geringe Vergrößerung will man ein großes Sichtfeld um sich einen Überblick verschaffen zu können! Das Hyperium Zoom hat wieder ein winziges Sichtfeld und dazu noch eine miese Abbildungsqualität - da würde ich einen groooooßen Bogen drum machen! Das LUWAN hat zu schlechte Abbildung und das Planetary ein zu kleines Sichtfeld, außerdem ist ein 4mm und ein 5mm Okualar völlig sinnlos (ich hoffe die meinten zumindest "entweder - oder" und nicht beides.
So oder so: Ich würde absolut nichts von diesem Zubehör nehmen!!!

Meine Empfehlungen wären ein gutes Übersichtsokular in 2'' Steckdurchmesser wie das ES 82° 30mm oder, noch besser aber extrem teuer, das 31mm TeleVue Nagler. Wenn es billig sein muss, dann das 31mm Hyperion.
https://www.teleskop-express.de/shop/pr ... dicht.html
https://www.teleskop-express.de/shop/pr ... sfeld.html
https://www.teleskop-express.de/shop/pr ... inkel.html

Dazu eines mit hoher Vergrößerung für Planeten wie ein Baader Morpheus, ein ES 82° oder (wieder Top aber teurer) ein TeleVue Delos.
https://www.baader-planetarium.com/de/z ... kular.html
https://www.teleskop-express.de/shop/pr ... mm-AR.html
https://www.teleskop-express.de/shop/pr ... sfeld.html

Und dann, je nach Budget, noch eines oder zwei Okulare dazwischen.
Zoom-Okulare würde ich auf jeden Fall meiden! Die haben alle ein viel zu kleines Sichtfeld und viel zu schlechte Abbildungsqualität als dass du damit am Dobson Spaß haben wirst!




Und dann noch deine Frageliste:


1. Teleskop:
o Welche Vor-/Nachteile hat der Volltubus gegenüber dem Flex?
Flextube ist leichter und braucht beim verstauen weniger Platz, ist dafür teurer.
* Schwächt der seitliche Lichteinfall beim Flex das Sehvermögen?
Ja, aber dafür gibt es den passenden Schutz aus Stoff: https://www.teleskop-express.de/shop/pr ... Dobso.html
* Muss ein Flex wegen seitlichem Staubeinfall öfter gereinigt werden?
Nein, denn zusammengeschoben ist er dicht und das bisschen beim Beobachten macht praktisch keinen Unterschied.
* Muss ein Flex öfter Nachjustiert werden?
Nein. Mein 8'' Flextube ist genau so justierstabil wie mein Volltubus!
* Wieso ist ein Flex nicht für Fotografie geeignet?
Das liegt nicht am Flextube sondern an der Dobsonbauweise und gilt für alle Dobsons - ja sogar für alle Teleskope auf azimutaler Montierung. Nur eine parallaktische Montierung kann die Drehung der Erde ausgleichen. Somit sind mit azimutal montierten Teleskopen nur Fotos von Mond, Planeten und (mit Filter) der Sonne möglich, denn die sind so hell dass man weniger als eine Sekunde belichten muss.
o Welche Länge hat der Tubus? – ich bekomme knappe 130cm auf die Rückbank. Zur Not ginge aber auch Rückbank umlegen und Kofferraum
Das musst du abmessen, aber meist entspricht die Länge des Tubus etwa der Brennweite (bei den Flextubes, da zusammenschiebbar, deutlich weniger).
o Wie schwer ist der Volltubus bzw. der Flextubus?
Volltubus ist meist etwas schwerer. Alle Gewichtsangaben sollten aber auf der Internetseite des Verkäufers und Herstellers angegeben sein. So wiegt der Tubus vom 300mm Flextube zum Beispiel 27kg.
o Ist es möglich, das „Rollenlager“ der 12“ auch für das 10“ anstatt der Neoprenplatte zu erhalten? Ich habe ein paar Mal gelesen, dass Kunden mit diesem zufriedener sind.
Ich habe noch nie davon gehört ...
o Nachdem Sie mir vorwiegend 2“ Okulare vorgeschlagen haben: kann man die Okularhalterung auch mit 2“ Ausnehmungen erhalten?
Ich bin nicht sicher, was du meinst. An moderne Dobsons passen eigentlich immer sowohl 2'' als auch 1,25'' Okulare und die nötigen Adapter liegen den Teleskopen bei.
o Ab wann zahlt sich eine Mikrofokuseinheit aus? Ich selbst habe oft das Gefühl, dass ich oft nachjustieren muss, weil ich scheinbar die Idealposition nicht erreiche.
Das sieht jeder anders. Ich habe kein Problem ohne Mikrofokusierung zu arbeiten, andere sehen es als Pflicht bei jedem Teleskop. Lässt sich aber problemlos nachrüsten! https://teleskop-austria.at/micfoc-s_La ... ford-Welle
o Ist eine Kühlung für meine einfachen Zwecke schon empfehlenswert?
Meiner Meinung nach nein. Damit dauert es halt etwas kürzer bis der Dobson ausgekühlt ist. Nur etwas für Leute mit viel Zeitdruck!
2. Okulare/Optiken:
o Haben die von Ihnen angegebenen Okulare 2“, oder sind es 1,25“ mit optionalem 2“-Anschluss?
Beim Teleskop ist immer ein Adapter dabei um 1,25'' und 2'' Okulare zu nutzen, daher eigentlich egal.
o Wie lange hätte ich mit den vorgeschlagenen Okularen Freude? Sind diese für die meisten Hobbyastronomen auf Dauer ausreichend?
Mit den von Teleskop Austria vorgeschlagenen sicher nicht lange. Mit meinem Empfehlungen (außer der jeweiligen Billig-Variante) wohl für immer.
o Wie macht sich der Preis-/Qualitätsunterschied bemerkbar? Randbereiche schärfer; Auflösung besser; mehr Kontrast?
Alles genannte. Je hochwertige die Okulare umso randschärfer, insgesamt schärfer und kontrastreicher ist das Bild.
o Ich habe einmal eine vorläufige Zusammenstellung gemacht und dort anstatt des 32mm Okulars eine 2,25xBarlowlinse reingenommen, komme mit dem 4mm dann jedoch auf 675x Vergrößerung, was ja bei 254mm Öffnung nicht mehr sinnvoll ist.
Barlowlinsen machen visuell wenig Sinn und nur das Bild schlechter, da sie zusätzliche Glasflächen in den Lichtstrahl bringen. Ich würde visuell immer komplett auf Barlow verzichten und wenn dann nur die ganz hochwertigen für mehrere hundert Euro kaufen.
* Würden Sie das 32mm Okular unbedingt empfehlen für die Übersicht, oder kommt man hier nicht ohnehin mit dem Zoomokular aus (das jedoch laut Beschreibung bei 24mm nur 48° Sichtfeld bietet)
Wie oben geschrieben, finde ich das alles schlecht!
* Ich muss noch anmerken, dass ich bereits ein 12mm Plössl und eine 2xBarlow mit 1,25“ besitze, jedoch im unteren Preissegment und somit vermutlich vernachlässigbar
Ja, meiner Meinung nach vernachlässigbar!
o Würden Sie einen Justierlaser empfehlen?
Irgendein Justiergerät wirst du brauchen. Ob Laser, Justierokular, Cheshire, ... ist aber Geschmacksache. Wenn man damit umgehen kann ist jedes davon gut.
3. Filter:
o Zahlt sich zu Beginn die Anschaffung von Mond/Planetenfiltern und eventuell Nebelfilter aus? Bringt vor Allem Letzteres einen entscheidenden Vorteil bei der Sichtung von Deep Sky Objekten?
Ein Mondfilter macht Sinn, wenn du den Mond im Teleskop als unangenehm hell empfindest. Planetenfilter machen kaum Sinn. Ein UHC und ein OIII Nebelfilter sind meiner Meinung nach fast Pflicht bei der Beobachtung von Nebeln. Zumindest einer davon! Aber hier sind die Qualitätsunterschiede gewaltig! Daher würde ich nur einen der wirklich guten Hersteller (TeleVue, Lumicon, Astronomik und mit Einschränkungen Baader) verwenden. Die anderen sind ihr Geld nicht wert (finde ich).
4. Zubehör:
o Was würden Sie empfehlen, v.a. für Aufbewahrung, Transport und das Handling im Feld der Okulare?
Eine Fototasche oder einen Fotokoffer mit Schaumstoff für das Zubehör
o Eine Rotlichtlampe wird wohl unumgänglich sein.
Ja, am besten stufenlos dimmbar.
o Ich habe nach wie vor noch keinen idealen Lagerstandort für das zukünftige Teleskop gefunden. Wenn ich es in meinen fünfseitig geschlossenen Carport stelle, werde ich wohl oder übel eine Abdeckung benötigen? Oder ich baue mir eine „Einhausung“ aus Holz … Garage ist leider (derzeit noch) nicht vorhanden.
Ich lagere meinen Dobson in der Garage unter so einer Abdeckhaube: https://www.amazon.de/dp/B0073VQYTU/
5. Literatur:
o Gibt es hierzu Empfehlungen? Oder sind ohnehin Apps wie Stellarium auf dem Vormarsch? Ich denke aber, eine Karte in der Hand zu haben verleiht dem ganzen doch noch mehr Charme.
Als Einsteigerliteratur finde ich gut: https://www.amazon.de/Astronomie-f%C3%B ... 3440136078
Um Deep Sky Objekte zu finden Reiseatlas + Reiseführer:
https://www.amazon.de/Deep-Sky-Reisef%C ... 3938469722
https://www.amazon.de/Deep-Sky-Reiseatl ... 3938469714

Gibt es einen deutlich merkbaren/eklatanten Unterschied von 10" auf 12", werde ich mich dann beim Beobachten fragen, ob ich mit 12" nicht doch noch ein paar Details mehr herausgeholt hätte? Gefühlsmäßig scheidet der 8" für mich eigentlich aus, jedoch habe ich jetzt schon oft gesehen, dass auch erfahrene Hobbyastronomen einen 8"-Tubus als Hauptteleskop nutzen, aber da werde ich mir dann bestimmt ständig diese eine Frage stellen ...
Es gibt immer einen erkennbaren Unterschied, wenn der Durchmesser zunimmt und du wirst fast an jedem Objekt mir 12'' mehr erkennen als mit 10''. Aber wenn du den mit 12'' nimmst wird dir bewusst sein, dass du mit 14'' mehr sehen würdest, usw.
Der 8'' ist deshalb so beliebt, weil er noch recht klein und leicht ist, aber dennoch schon Deep Sky Objekte zeigt. Daher ist er auch bei mir das meist genutzte Teleskop, da in wenigen Minuten Einsatzbereit oder auch schnell mal auf der Rückbank im Auto verstaut. Dennoch zeigt er deutlich wenige als ein 10'' und erst recht als ein 12'' Tubus.


So, ich hoffe das hilft erst mal ein bisschen!

Grüße, Mario
- 8'' Skywatcher Flextube
- 16'' Spacewalk Telescopes Infinity** Dobson (bestellt, noch nicht geliefert)
- 60/330 Reiseteleskop
- Coronado Bino PST
- Binoansatz Binotron 27
- PVS-7 Restlichtverstärker

Stephan B.
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Re: Kauf-/Tauschberatung für fast Neuling

Beitrag von Stephan B. » 14.04.2020, 13:37

Hallo Mario,
Vielen Dank für die schnelle und v.a. ausführliche Antwort. Und dann noch gleich eine Entschuldigung hinterher: Ein paar Fragen waren doch speziell an den Verkäufer gerichtet, die habe ich übersehen rauszunehmen :roll:

- Himmelsqualität:
Also der kleine Bär ist normalerweise schon noch erkennbar. Nach Bortle würde ich wohl sagen Klasse 4-5. Werd ich mal genauer drauf achten.

- Teleskop:
Nachdem ich ja nun meinen 300er trotzdem schon getestet habe, muss ich auch sagen, dass ein Dobson wohl vorerst einmal das Richtige für mich ist. Bleibt eigentlich nur mehr die Frage welcher. Da es aber nach wie vor auch um das Budget geht, wird es wohl wirklich der 254er werden, auch wenn es mir schon fast weh tut den Großen wieder herzugeben :cry: Wie du ja schreibst, ist der Tubus nur die halbe Miete.
Nun aber voller Tubus oder Flex ... die Entscheidung wird mir wohl keiner abnehmen können; ich weiß aber leider eben selbst noch nicht, ob ich den Volltubus jemals wirklich auf eine parallaktische montieren werde, irgendwie hätte ich dafür aber halt gerne vorgesorgt. Wenn du aber schreibst, dass sich bezüglich Justage keine Nachteile ergeben und es mit Streulichtschutz genauso gut geht, dann fände ich den Flex doch irgendwie sympatischer (und deutlich sexier, aber das bleibt wohl Geschmackssache).
Für die Lagerung hätte ich mir nun überlegt, den Tubus getrennt von der Box zu lagern (eigentlich doch eh naheliegend, ist mir aber noch garnicht in den Sinn gekommen), dann findet sich schon irgendwo ein staub-, stoß- und sonnengeschütztes Platzerl. Die Box kann ja wirklich im Carport stehen, die ist ja soweit unempfindlich.

- Bezüglich der Plattformen:
Habt ihr da schon Erfahrungen damit? Da wird es ja wohl auch diverse Hersteller geben. Ich denke aber, fürs Erste sollte ich mich sowieso einfach mal mit dem Gerät an sich vertraut machen und erst langsam zu steigern. Das wird also eine Anschaffung für die Zukunft werden.

- Zubehör:
-- Okulare:
Wow, ok, ja die kosten dann doch schon etwas mehr als erwartet. Dass mein 12mm Plössl um 30eur im ganz unteren Segment einzuordnen ist, war mir bewusst, aber >300eur/Stk ist dann schon eine ordentliche Summe. Wobei mir natürlich bewusst ist, dass ich diese im Idealfall fürs Leben kaufe. Irgendwie habe ich Angst, diese mangels Erfahrung/Wissen unsachgemäß zu behandeln ... und dann wäre es doch nur allzu schade drum.
Habe mir aber auch gedacht, dass, wenn ich mir schon gute Okulare besorge, es auch ein großes Gesichtsfeld sein sollte. Nur von daher hat mich die Empfehlung schon nicht ganz überzeugt.
Hab gestern Nacht in einem deutschen Forum eine Empfehlung bzgl Brennweitenabstufung für den Anfang mit 24(oder 30) - 14 - 7 und 82° gelesen, allerdings für einen 12" Dobson, was mmN ganz vernünftig klingt. Das wären dann 50x - 86x - 171x ... zugegeben, da wäre noch Luft nach oben. Hier gibt es vermutlich sowieso kein Richtig oder Falsch. Hier wäre es wohl auch äußerst sinnvoll, diese direkt zu testen/vergleichen ... wird wohl aber in nächster Zeit nichts draus.
Die TeleVue sind mir jedoch derzeit deutlich zu teuer, daher (sollte ich die von dir empfohlenen nehmen) dann wohl eher das ES 30mm und das Morpheus 4,5mm ... aber da werde ich wohl noch ein paar mal drüber nachdenken.
-- Mikrofokus:
Ist das auch eine Sache des Seeings? Wenn bei mir meist eher schlechte Bedingungen herrschen, dass mir ein genauerer Fokus ohnehin nichts bringt, oder ist das Irrglaube?
-- Filter:
Dann wird es wohl zunächst einmal ein vernünftiger Nebelfilter werden. Bringt dann ein UHC oder ein O-III fürs Erste mehr?
-- Sonstiges:
Justierlaser, Koffer, stufenlos dimmbare Rotlichtlampe (als Stirnlampe sinnvoll??), Deep-Sky-Atlas und -Reiseführer kommen mal mit auf die Liste.
Verwendet ihr Augenklappen oder ähnliches? Ich stelle mir, dass das doch einiges bringt (da ist zumindest wirklich nicht viel Geld dahin, wenn es nichts bringt :wink:

Noch einmal eine Frage zum Online-Shop. Dürfen hier im Forum überhaupt Empfehlungen ausgesprochen werden? Womit habt ihr gute/schlechte Erfahrungen gemacht, oder kann man prinzipiell eh überall kaufen?

Grüße
Stephan
- Skywatcher Classic Dobson 10" f/4,7
(- Revue Refraktor 60/700)

Kahless
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Re: Kauf-/Tauschberatung für fast Neuling

Beitrag von Kahless » 14.04.2020, 15:03

Hallo Stephan,

noch ein paar Gedanken von mir zu dem, was du geschrieben hast:

1, Wenn sonst das Geld zu knapp ist, finde ich einen Wechsel auf den 250er sehr sinnvoll. Was nutzt dir das lichtstärkere Teleskop, wenn du mangels guter Okulare und Filter damit nichts siehst?

2. Ich selbst mag meinen Flextube sehr, da er doch viel leichter zu tragen und transportieren ist. Ich kann Box und Teleskop einfach nebeneinander auf die Rücksitze des Autos stellen und mit den normalen Gurten fixieren. Fertig.
Den Volltubus würde ich mir nur antun, wenn du ihn fast ausschließlich Zuhause nutzt und immer nur wenige Meter tragen musst.
Ab und zu muss man jeden Dobson mal etwas nachjustieren, aber mein Flextube ist so justierstabil, dass ich vielleicht jede zehnte Nutzung die Justage prüfe und dann fast immer feststelle: Passt noch!

3. Das mit den Okularen ist immer schwierig zu beantworten, denn die müssen auch zu den Augen des Beobachters passen. Was für den einen gut ist, findet der andere vielleicht schlecht (weil es nicht zu seinen Augen passt). So mögen viele Beobachter die 82° Okulare von Explore Scientific, während ich mit denen überhaupt nicht zurechtkomme.

Am besten wäre es, wenn du an einer Sternwarte oder bei anderen Astronomen verschiedene Okulare testen könntest, dann kannst du dir selbst ein Bild machen, wie groß die Unterschiede zwischen verschiedenen Okularen sind.
Zur Zeit, wegen Corona, natürlich doppelt schwer!
Darf ich Fragen von wo du kommst? Vielleicht gibt es ja jemanden hier im Forum der in deiner Nähe ist und dir einfach mal ein paar verschiedene Okulare leihen kann...

4. Allgemein ist es bei schlechtem Seeing immer schwieriger den Fokus ideal einzustellen. Also durchaus ja.

5. Das kommt auf die Umstände und deine Vorlieben an. Ein UHC Filter filtert schwächer als ein OIII Filter.
Beim UHC siehst du neben dem Nebel auch noch viele Sterne. Dafür wird er, gerade in lichtverschmutzter Umgebung, nicht alles an Lichtverschmutzung wegfiltern.
Der OIII filtert stärker, dunkelt dadurch aber das gesamte Bild deutlich mehr ab als der UHC.
Ich habe am 8'' Dobson beide und nutze mal diesen und mal jenen.
Allgemein würde ich bei Teleskopen über 8'' eher den OIII nehmen, unter 8'' eher den UHC. Und bei städtischem Umfeld den OIII und bei dunklem Himmel am Land den UHC.

Auch hier wäre es wieder hilfreich, wenn du vor einem Kauf testen könntest.

6. Ich finde Rotlicht als Stirnlampe sehr praktisch, da man da beide Hände frei hat, ja. Aber auch da hat jeder seine Vorlieben ...

7. Da ich fast immer mit Binocularansatz, also zweiäugig beobachte, stellt sich bei mir die Frage mit der Augenklappe kaum. Aber ja, ich finde sie, wenn ich mit nur einem Auge beobachte angenehm und hab eine in meinem Zubehörkoffer liegen.

Hier öffentlich Empfehlungen zu Shops zu geben, würde ich eher nicht tun. Man will ja niemanden an den Pranger stellen!
Aber ich schreib dir gerne meine ganz persönlichen Erfahrungen mit diversen Shops per PN.

Grüße, Mario
- 8'' Skywatcher Flextube
- 16'' Spacewalk Telescopes Infinity** Dobson (bestellt, noch nicht geliefert)
- 60/330 Reiseteleskop
- Coronado Bino PST
- Binoansatz Binotron 27
- PVS-7 Restlichtverstärker

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