Guiding-Probleme mit Avalon Linear

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klaus_p
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Guiding-Probleme mit Avalon Linear

Beitrag von klaus_p » 25.09.2020, 19:47

Liebe Astrokollegen,

ich bin noch relativ neu in diesem Forum. Ich schlage mir schon seit 6 Jahren die Nächte mit Teleskop und Kamera um die Ohren und bin kürzlich von einer AVX auf eine Avalon Linear umgesattelt. Darüber hinaus kommen ein Esprit 80D (Brennweite 400 mm) und eine astromodifizierte 6D zum Einsatz. Das Guiding übernimmt der altbewährte MGEN - doch genau das funktioniert mit der neuen Montierung noch nicht so richtig. Hier würde ich mich über euren Rat als MGEN-Spezialisten sehr freuen.

Wo liegt also das Problem? Die Avalon Linear guidet in RA hervorragend, aber in DEC nur, wenn sie auf ein Objekt hoch im Osten gerichtet ist. Überall sonst spielt das MGEN-Driftdiagramm ziemlich verrückt und wehe ich mache einen Meridianflip.
Das Ganze sieht dann in der MGEN-Auswertung so aus:

https://www.dropbox.com/sh/vqelo7wjenlm ... AYwua?dl=0

Der Mean-Wert ist in DEC nach dem Flip extrem hoch. Normalerweise bedeutet das, dass ich ungenau eingenordet habe. Aber genau hier beginnen die vielen Fragezeichen. Denn die Einordnung war, soweit ich das sagen kann, jedes Mal ok (laut MGEN-Polausrichtungstool immer innerhalb von 5’) und die Balance hat auch gestimmt. Und natürlich ist der Polsucher justiert. Ich norde genauso ein wie früher mit meiner AVX, aber plötzlich mache ich offenbar etwas falsch. Wieso erhöht sich der Mean-Wert nach dem Flip derart? Das Planet-Stativbein sinkt jedenfalls definitiv nicht ein. Habe ich die Montierung möglicherweise nicht auf den Polarstern, sondern auf einen anderen Stern in der Nähe eingenordet? Eher unwahrscheinlich, denn dann hätte ich diesen Fehler im Verlauf der letzten 4 Monate ca. 10-mal machen müssen. Ich überlege schon, ob mich mir nicht einen Polemaster zulegen soll.

Oder ist das eurer Meinung nach möglicherweise ein Montierungsfehler? Dagegen würde allerdings sprechen, dass der Wert für die Standardabweichung trotz erhöhter Mean-Werte ja relativ passabel und noch im Bereich der Toleranz (0,15) ist - d.h. die Montierung reagiert sehr gut auf die Korrekturimpulse des MGEN, die Guindingleistung ist also in Ordnung. Aus diesem Grund wirkt sich das dramatische Driftdiagramm meist auch nicht auf die Bildqualität aus.

Einnordungsfehler? Montierungsfehler? Ich bin etwas ratlos, muss ich sagen, und wäre für eure Einschätzung sehr dankbar!

Ich verwende folgende MGEN-Einstellungen:
Obj.Brennw: 180 mm (Skywatcher-Sucher)
AG Speed RA: 0,35
AG Speed DEC: 0,45

Gain: 7
Bel.: 1000
Limit: 10

Num: 1
tol: 0,15
aggr: 85% (RA) bzw. 90% (Dec)
mode: 2

Danke im Voraus für eure Hilfe!

CS
Klaus

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ilkr
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Re: Guiding-Probleme mit Avalon Linear

Beitrag von ilkr » 28.10.2020, 23:50

Hi Klaus,

ich wollte nur sagen, der Grund warum Du noch keine Antwort erhalten hast, liegt wahrscheinlich NICHT daran, dass sich in diesem Forum die Leute nicht auskennen oder ihnen Deine Frage egal ist, sondern dass das Problem doch recht rätselhaft erscheint.

Aus meiner Perspektive ist auf jedenfall auszuschließen, dass die MGEN EInstellungen für das Problem verantwortlich sind.
Bei diesen musst Du nicht experimentieren.

Ich würde eher auf ein mechanisches Problem tippen, aber das ist nur Spekulation.
Auch hier brauchst Du Dir um die Einnordung keine Sorgen machen, denn sonst bekommst Du keine so gute Nachführung VOR dem Meridianflip hin...

Aber vorerst gilt leider das Motto, "Ich habe zwar auch keine Lösung, aber ich bewundere das Problem." :-)

Liebe Grüße
Reinhard

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