Mein frustrierender Einstieg mit Omegon 150 Basic "EQ3"..

Refraktor, Newton, Maksutov, Binokular...
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doelle4
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Mein frustrierender Einstieg mit Omegon 150 Basic "EQ3"..

Beitrag von doelle4 » 01.11.2016, 12:11

Hallo hier.
Will mal vorstellen: 45 Jahre, wohn im Waldviertel /NÖ und Astronomie bzw Unviversum mit allen was dazu gehört hat mich schon von klein auf begeistert.
Hab mir mit 12 Jahren bei Universal Versand ein Zoom Fernrohr (15-45x) und ca 50mm Öffnung gekauft mit dem ich damals Mond / Juptiter und Monde / Orionnebel und so beobachtet habe.
Habe aber mehr Bücher studiert als wirklich am Himmel geguckt.

Dann war lange Schluß. Als ich dann erste eigene Wohnung mit Balkon hatte kam ein Optus 76 /700mm vom Hofer im Angebot vor 16 Jahren.
Es gelang mir rein durch Einblick von vorne das ganze gut zu justieren da es noch ein klassicher Newton ohne Fangspiegelversatz war, doch mit Kind und Hausbau was folgte kam es wieder in den Keller da mir Papiersternkarten nicht so lagen und damals PC Software noch nicht so ausgereift war.

Diesen Sommer wieder rausgekramt und Saturn stand gut, war wieder fasziniert und dachte nun muss was richtiges her.

Nun die Entäuschung: Kaufte bei Astroshop.de einOmegon 150 BASIC EQ das gebraucht gelistet war da es eine kleine Delle hatte. Die Delle war mir egal ich guck ja auf den Himmel und nicht auf den Tubus.

Doch weder Astroshop noch das Teleskop hielten was sie vorher versprachen.
Seither habe ich nur Frust damit und kaum mehr Lust auf das ganze, denke ich Motte das ganze wieder ein.

Es stellte sich raus das Laserpunkt Sucher wackelig war und kaum taugte, mir Silikon behoben damit Spiel weg ist und man ihn trotzdem justieren kann und er Position behält. Kleinigkeit.

Montierung war auch Schrott, nicht weil die halbherzige EQ3 Ausführung von Haus aus wackelig ist sondern weil ich mit Handantrieb das Teleskop kaum schwenken konnte und es wieder absackte.
Vor kurzem aufgeschraubt, irgendwas war gebrochen ihnnen, fand ein kleines Metallteil innen bei der Schnecke und habs entfernt (wurde so geliefert) . Die kleine geschmierte Auflage habe ich entfettet und mit einer Kunstoffscheibe bestückt damit Teleskop nun Position hält aber auch nicht fix verschraubt ist..
Schneckengetriebe hat aber trotzdem etwas viel Spiel sodass eine Nachführung so Wackelig wie alle sist über Motor kaum Sinn macht.

Damit kann ich aber auch Leben.

Aber was gar nicht geht ist das das Omegon 150 /70 nicht richtig justiert werden kann.
Hab mir Laser besorgt, Spiegel hat keine Mittenmarkierung was komplett daneben ist.
Habe Schablone gemacht und mit Permanent Marker Mittelpunkt vorsichtig aus Spiegelzentrum Punkt gesetzt zum Laser justieren.

Ich bekommt das Teil trotzdem nicht scharf, es bleibt dabei das ich im besten Fall die Bildqualität meines billigen Optus 76/700 damit schaffe das ich damals um ca 60-70€ gekauft hatte.
Wenn ich nur durch das ca 50mm Loch der Blende gucke gehts so...

Einzige Lösung die ich sehe eine Blende um den Lichteinfall von 150mm auf 80-90 mm zu verringern damit die Spiegelfehler verringert werden.
Der relativ große Spiegel ohne Zentrummarkierung und mit "kurzer" Brennweite und dem vermutlichen Fangspeigelversatz machen das Justieren für einen Laien kaum möglich.

Bilanz: 2 Monate habe ich nun das Teleskop, beobachet habe ich gesamt ca 20 Minuten, justiert bisher ca 12 Stunden und seither Frust...
Hätte ich doch besser ein 120 mm Teleskop mit 1000 mm Brennweite gekauft dann wäre mir viel erspart geblieben..

Als Okular habe ich bisher nur eines zugekauft, ein Orbinal Plössl 10 mm -https://www.amazon.de/gp/product/B00858 ... UTF8&psc=1
Doch schon bei 70 facher Vergrösserung hab ich damit schon Probleme durch Unschärfe.
Habe noch ein 25mm und ein 6,5 mm das dabei war.

Gestern 17.45 Uhr - Mars stand prima und komplett klarer Himmel , Blick durch mein Omegon: Er war kaum als Kugel zu erkennen, von einer Bildqualität wieder diesem Photo das ich im Netz fand war ich sehr weit entfernt

Bild

Hab grad wieder mit dem Omegon 150 eine Stunde rumgespielt: Nur mit 50 mm Öffnungsblende schaffe ich die Bildqualität und Schärfe meines Billig Optus 76mm Teleskops das aber scheckigen Spiegel nach 16 Jahren hat und nicht präzise eingestellt ist. Habe bei Sonnenschein und klarer Luft dazu Hochstand in 600 Metern Entfernung angepeilt und verglichen.
70 fache Vergrößerung ist das maximal sinnvolle damit was möglich ist.

Gruß Hans

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Puukka
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Re: Mein frustrierender Einstieg mit Omegon 150 Basic "EQ3".

Beitrag von Puukka » 01.11.2016, 13:55

Hallo Hans

Oje, ich denke, abgesehen vom gebrauchten und vermutlich auch defekten Zustand hast Du meiner Meinung nach preislich zu tief angesetzt, um Spaß daran zu haben.
Die AZ3 ist nun mal quasi unbrauchbar, AZ4 macht wiederum, wegen der brauchbaren mechanischen Stabilität, Spaß.
Visuell ist bei den kleinen Vergrößerungen, die Einstiegsteleskope erlauben, sowieso eine rein azimutale Montierung besser, es sei denn, Du möchtest Astrofotografie betreiben. Dann bräuchtest Du sowieso etwas Motorisches und Höherwertiges.
Delle könnte Sturz bedeuten, da kann schon sein, dass das Teil nicht mehr zu kollimieren ist.

Ich bin vor zweieinhalb Jahren mit dem Bresser 90/900 Set mit EXOS1 um ca. 400,- gut eingestiegen, das war aber in Sachen Stabilität und Preis/Leistung unterstes Niveau und ich hab das Teil nach und nach hochgerüstet, wobei es finianziell besser gewesen wäre, gleich um das Doppelte oder Dreifache höher einzusteigen.
LG Herbert

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Re: Mein frustrierender Einstieg mit Omegon 150 Basic "EQ3".

Beitrag von TONI_B » 01.11.2016, 15:05

Hallo,
es kann natürlich sein, dass das Rohr nicht gut zentriert ist oder dass es prinzipiell nicht gut ist. Aber: da ist der Mars derzeit das schlechteste Objekt, das du dir aussuchen kannst umd die Qualität zu testen!

Nimm einen hellen Stern möglichst im Zenit (zB. am Abend in bzw. nach der Dämmerung die Sterne im Schwan oder in der Leier) und schau dir bei hoher Vergrößerung (100-200x) das Bild des Sterns an. Und zwar im Fokus und auch intra- und extrafokal. Wenn du uns dann beschreibst, was du siehst, können wir eher sagen, ob das Rohr was taugt oder nicht.
lG
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Re: Mein frustrierender Einstieg mit Omegon 150 Basic "EQ3".

Beitrag von doelle4 » 01.11.2016, 15:37

Mit Montierung und damit verbundenen Defiziten kann ich leben.
Werd da mal versuchen Stern zu fotgrafieren mit Handyhalter und Handy was bei Test mit Fichtenbaumzapfen in 60 Meter schon funktionierte

Muss aber noch Bluetooth Auslöser hinbekommen sonst hats keinen Sinn durch Wackelei.
Ich denk mir das der Spiegel ein Qualitätsproblem hat und nicht richtig geschliffen ist.
Hab mir schon etwas erwartet bei dem Teil, doch das ich mit der erreichbaren Bildqualität unter einem 60€ Supermarkt Teleskop liege nicht.
Gruß Hans

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Re: Mein frustrierender Einstieg mit Omegon 150 Basic "EQ3".

Beitrag von doelle4 » 01.11.2016, 23:49

Leider hat das mit Handy und Halterung nicht geklappt mit Foto.
Habe das ganze passabel Skizziert wenn ich Stern anvisiert habe und Unschärf gestellt habe.

Laut Laser war die Einstellung exakt als ich Sizze erstellt habe.
Bild
Gruß Hans

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Re: Mein frustrierender Einstieg mit Omegon 150 Basic "EQ3".

Beitrag von TONI_B » 02.11.2016, 06:05

"10mm Objektiv"?

Ich nehme an, du meinst "10mm Okular", oder?

Nicht ganz rein oder raus drehen, sondern nur ein paar mm. Dann solltest du konzentrische Kreise sehen. Wenn aber der dunklere, mittlere Kreis unsymmetrisch zu den äußeren Kreisen liegt, dann stimmt die Kollimation nicht, was nach deiner Zeichnung höchstwahrscheinlich auch der Fall sein dürfte.
lG
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Re: Mein frustrierender Einstieg mit Omegon 150 Basic "EQ3".

Beitrag von Puukka » 02.11.2016, 06:47

Wenn ich mir das gebrauchte Omegon Teleskop N 150/750 EQ-3 auf der Astroshop Seite ansehe, und Deine Delle ebenfalls so ähnlich aussieht, brauchen wir, so glaube ich, nicht darüber diskutieren, ob der Fangspiegel noch mittig sitzt.
Ich frage mich, wie man ein Teil mit so einem kapitalen Sturz- oder Transportschaden noch verkaufen kann. Jedenfalls wenn es Retourenware, wie angegeben ist, hätte ich es dem Kunden voll verrechnet.
Ich würde mich da nicht lange ärgern sondern eine Rücknahme wegen Unjustierbarkeit veranlassen.
Den Betrag mit Aufzahlung für ein Neues mit besserer Montierung investieren.
LG Herbert

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Re: Mein frustrierender Einstieg mit Omegon 150 Basic "EQ3".

Beitrag von Rev.Antun » 02.11.2016, 08:16

Puukka hat geschrieben:Wenn ich mir das gebrauchte Omegon Teleskop N 150/750 EQ-3 auf der Astroshop Seite ansehe, und Deine Delle ebenfalls so ähnlich aussieht, brauchen wir, so glaube ich, nicht darüber diskutieren, ob der Fangspiegel noch mittig sitzt.
Grüß Euch!

Also das sieht ja wirklich "etwas" extrem aus :shock:

Frag mich nur wie der Händler da überhaupt an Verkauf denken konnte :roll:

Geld zurück - und ein neues SW 150/750 um rund €200 und eine Monti dazu eine Option? Aber keinesfalls mehr bei dem Horroshop ...
lg Toni
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Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten :)

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Re: Mein frustrierender Einstieg mit Omegon 150 Basic "EQ3".

Beitrag von doelle4 » 02.11.2016, 20:20

Also ich hab mir das mit der kleinsten Delle ausgesucht die auch nich viel bemerkt wird.
Aber es wurde offenbar vor Rücksendung vom Vorbesitzer etwas rumgemurkst.

Es tut sich was. Da Rückgabefrist schon vorbei ist hab ich mal Generalservice gemacht.
Spiegel raus, in PVC Schale mit destilierten Wasser und einen Schuß Alkohol aus der Aphotheke.
Sanft gebadet und mit aufgeweichter Küchenrolle die etwas lose geknüllt war die Oberfläche sanft gestreichelt.
Bloss komplett Fleckenfrei abtrocken gibts nicht, irgendwo ist immer ein Schleier, hab 5x nachgespült irgendwas findet sich immer. Aber sieht gut aus wenn man nicht schräg mit starker Led Lampe nach Schleier sucht.
Habe die Halter mit etwas dämpfenden Dopplkelbeband die Spiegelhalter aufgefüttert damit sie gleichmäßig mit sanften Druck gerade den Spiegel spielfrei halten aber nicht echt festklemmen.
Auch die außeren Klemm und Justierschrauben habe ich mit Federbeilagen versehen damit sie zwar auf Zug gehen aber keine große Spannung aufbauen durch den 1,5mm Federweg.
Wieder alles mit Laser justiert und es sieht schon wesentlich besser aus mit den Sternen.

Denke der Fangspiegel braucht auch noch mal ne Einstellung aber es dürfte was werden.

Eins was ich aber dringend brauchen würde fürs Feintunig am Stern:
Wie weiß ich welchen Schraube ich drehen muss um einen leichten Schweif nach rechts unten zu korrigieren ?

Habe 3 Justierschrauben, oben mitte, unten links und rechts

Muss ich die seitenverkehrten gegenüberliegeneden Schrauben anziehen oder die betreffenden wohin der "Lichtausbruch" ist?

Gruß Hans

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Re: Mein frustrierender Einstieg mit Omegon 150 Basic "EQ3".

Beitrag von Rev.Antun » 03.11.2016, 06:43

doelle4 hat geschrieben:Spiegel raus, in PVC Schale mit destilierten Wasser und einen Schuß Alkohol aus der Aphotheke.
Sanft gebadet und mit aufgeweichter Küchenrolle die etwas lose geknüllt war die Oberfläche sanft gestreichelt.
Bloss komplett Fleckenfrei abtrocken gibts nicht, irgendwo ist immer ein Schleier, hab 5x nachgespült irgendwas findet sich immer. Aber sieht gut aus wenn man nicht schräg mit starker Led Lampe nach Schleier sucht.
Servus Hans!

Hab die Reinigung fast so wie du durchgezogen -> Rev's Rundumwartung hab es jedoch geschafft den Hauptspiegel komplett sauber zu bekommen - keine Schleier/Schlieren über geblieben. Die Schlußreinigung hab ich mit den Wattepads meiner Frau und fast reinem Alkohol vorgenommen.
doelle4 hat geschrieben:Eins was ich aber dringend brauchen würde fürs Feintunig am Stern:
Wie weiß ich welchen Schraube ich drehen muss um einen leichten Schweif nach rechts unten zu korrigieren ?

Habe 3 Justierschrauben, oben mitte, unten links und rechts

Muss ich die seitenverkehrten gegenüberliegeneden Schrauben anziehen oder die betreffenden wohin der "Lichtausbruch" ist?

Gruß Hans
Ui, ja das ist eine Hundshacke :(

Ich hab einfach Über die ASI das Bild am Monitor betrachtet - Sieht man ja viel besser und vor allem größer. Dann hab ich mich hinten an der Spiegelhalterung an das Werk gemacht, Feststellschrauben gelockert, und mit den Stellschrauben gedreht bis es gepasst hat. Feststellschrauben angezogen Fertig.

Dann bin ich draufgekommen das ich die Spiegelhalterung zu vor zu fest angezogen habe ...

Also alles noch mal von vorne :(

Das war für mich die einfachste Methode, vor allem da man keine zweite Person dazu benötigt :mrgreen:

Kann jedenfalls deine Arbeitsschritte voll nachvollziehen, auch den teilweisen Frust dabei - aber man wird dafür auch Belohnt.

Hier noch die Thread's aus dem Forum wo die ganze Geschichte für dich zum Nachlesen ist.

Ich hab zuvor noch nie ein Teleskop zerlegt bzw. Justiert ...

http://www.astronomieforum.at/viewtopic ... 19&t=12275
http://www.astronomieforum.at/viewtopic ... 19&t=12413
http://www.astronomieforum.at/viewtopic ... 19&t=12509
lg Toni
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