Beobachtungsbericht vom 7. August 2015

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Alrukaba
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Beobachtungsbericht vom 7. August 2015

Beitrag von Alrukaba » 26.08.2015, 21:46

Verena hatte uns schon Mitte Juni angeschrieben und uns in ihrem Mail mitgeteilt, daß sie ihren Freund, der an Astronomie interessiert ist, eine exklusive Beobachtung zum Geburtstag schenken will. Bald einigten wir uns auf den 7. August. Eigentlich wollte sie erst am Samstag, den 8. August. Aber da hatten sich ein paar Tage nach unseren ersten Schreiben bereits 24 Radfahrer angemeldet, daß Werner ausgemacht hat und so riet ich ihnen, ihre Beobachtung auf den Freitag zu verlegen. Ihr war der Termin recht und so hofften wir nur noch auf gutes Wetter.
Natürlich wurden auch ein paar Kollegen angeschrieben. Ich hätte die beiden zwar auch alleine geschafft, aber ein wenig Unterstützung und ein größeres Gerät sind nie falsch. Gerald, Kurt und Roman sagten schließlich auch zu. Als Zeit machten wir uns zwischen 7 und halb acht am Abend aus. Das ging sich gut mit ihrer Arbeit aus und wir konnten gemütlich noch im Althaus einen Kaffee trinken.
Ich war gegen sieben oben und stellte meinen Refraktor auf. Kurt war schon da und hatte schon seinen Apo aufgebaut. Auch Verena und Mathias waren bald da. Wir unterhielten uns kurz und gingen rüber zu Erika. Als wir zurückgingen, entdeckte ich die ISS. Sie war gerade dabei am Polarstern vorbeizuziehen. Es war das erste Mal, daß die beiden sie sahen.
Zurück auf der Station war Roman auch da und sogar Hans ist heraufgekommen und wollte diesmal etwas in der Andromeda ablichten. Wer noch nicht da war, war Gerald. Aber er war schließlich, wenn auch etwas spät, dann doch noch da.
Kurz vor zehn nahm ich dann das erste Objekt ins Visier, Epsilon Lyra, das Vierfachsternensystem. Die beiden hatten etwas schwer, die beiden Pärchen zu trennen, also vergrößerte ich sie noch ein wenig und schließlich konnten sie sie sehen.
Von Epsilon Lyra schwenkte ich auf den Ringnebel und erzählte ihnen, daß dies ein Überrest eines Sterns ist und das unsere Sonne auch mal so enden wird. Sie waren von dem Ringerl fasziniert.
Saturn machte schließlich die Runde. Leider war, durch seine tiefe Stellung, nur ein Mond, nämlich Titan, unter ihm zu erkennen. Albireo, der wohl schönste Doppelstern am Himmel und der den Kopf des Schwans markiert, durfte bei der Führung natürlich auch nicht fehlen. Das Farbenspiel der beiden gefiel ihnen besonders. Mein Lieblingsdoppler war der nächste in der Runde und ich holte 61 Cygni vor die Linse.
Dann schaute ich mal rüber in die Nachbarschaft und präsentierte M27, den Hantelnebel im Füchschen. Noch einen Sternüberrest. Mit meinem Übersichtsokular zeigte ich ihnen dann den Kleiderbügel und den Nordamerikanebel. Mathias konnte sich tatsächlich bei beiden etwas vorstellen.
Kurz nach 23 Uhr kreuzte die ISS ein zweites Mal über den Himmel, wieder am Polarstern vorbei, nachdem sie aber bald im Erdschatten eintrat und verblasste. Während Roman und Kurt so manches Objekt größer vom Himmel holten, plauderten Gerald und ich uns den Mund fusslig.
Der Kugelhaufen M13 im Herkules und M31, die Andromeda Galaxie wurden in allen Rohren gezeigt. Ich zeigte M15, den Kugelhaufen im Pegasus und Kurt hatte schließlich NGC 6543, den Katzenaugennebel im Drachen im Tubus. Der strahlte wirklich schön türkis vom Himmel.
Bei mir ging es weiter mit der Schildwolke im 39mm Okular und danach etwas größer, den Wildentenhaufen M11, der an deren Nordostecke ja quasi dranhängt. Im benachbarten Schwanz der Schlange präsentierte ich den Adler- und etwas weiter südlich, im Schützen, den Omeganebel. Noch weiter südlich zeigte ich den Lagunennebel und den Trifitnebel. Jedes Mal hörte ich ein „Wau“! Etwas östlich von den beiden ließ ich das Licht von M22, den zweitgrößten Kugelhaufen, den wir von uns aus beobachten können, ins Okular blinken.
Um die Zeit hat es sich Verena schon längst auf einem Liegestuhl bequem gemacht, den ihr Hans gegeben hat. Sie wollte Perseiden sehen. Sie hatte noch nie eine Sternschnuppe gesehen. Ich hab ihr geraten, sich nach Nordosten auszurichten. Sie folgte brav und sah - die erste viertel Stunde mal nix. Warum wunderte mich das nicht. Am Ende des Abends hatte sie dann, glaub ich, vier gesichtet!
Zum auflockern holte ich uns noch ein paar Doppelsterne vom Himmel. Erst Mizar – Alkor im Großen Bären und erklärte hier die verschiedenen Arten von Doppelsternen und Polaris mit seinem unscheinbaren Begleiter. Und wenn wir schon mal bei den Doppelten waren, zeigte ich auch h/chsi im Perseus.
Die allerletzten Beiden, die ich vom Himmel holte, waren M33, unsre Nachbargalaxie im Dreieck, bei der Mathias schon etwas Schwierigkeiten hatte , sie zu sehen und M56, der etwas unscheinbare Kugelsternhaufen in der Leier.
Kurz vor halb zwei war Verena schon zu müde, um weiter nach Sternschnuppen Ausschau zu halten und so meinte sie zu Mathias, ob sie nicht fahren wollen. Ich war auch schon müde. Außer Hans waren schon alle nach Hause gefahren und er sägte in der oberen Etage einen ganzen Wald um. Wir verabschiedeten uns, ich packte zusammen und fuhr nach Hause.

Kurt beobachtete mit seinem Apo mit 152mm Durchmesser und 1200mm Brennweite,

Roman hatte seinen Apo mit 115mm Öffnung und 800mm Brennweite auf seine Säule gepflanzt.

Gerald hatte sein Speki mit 80mm Öffnung und 460mm Brennweite aufgebaut

und ich meinen Fh 102 mit 1000mm Brennweite.

Hans fotografierte mit seinem Newton mit 320mm Öffnung und 1420mm Bennweite.
http://www.astrostation.at

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Re: Beobachtungsbericht vom 7. August 2015

Beitrag von darthvader » 02.09.2015, 13:23

Hallo Alex,

schöner Bericht, das mit dem "Lieblingsdoppler" könnte allerdings falsch verstanden werden :wink:

LG und CS Andreas

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Alrukaba
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Re: Beobachtungsbericht vom 7. August 2015

Beitrag von Alrukaba » 02.09.2015, 20:30

Danke Andreas! Ein Sternfreund weiß sicher, was gemeint ist

Alex
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philippe
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Re: Beobachtungsbericht vom 7. August 2015

Beitrag von philippe » 25.08.2016, 10:07

Schöner Bericht:)
Macht Liste selber einen zu schreiben

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