sportliche Astronomie mit Hindernisse

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micromegas
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sportliche Astronomie mit Hindernisse

Beitrag von micromegas » 31.08.2016, 19:46

Hallo,

einmal im Jahr packt mich die Abenteuerlust und so stopfe ich am 27. meinen kleinen Refraktor, Okulare und ein wackeliges Fotostativ in den Wanderrucksack.
Wie immer zieht es mich auf den Sulten (kleiner Berg am Chiemsee mit 1500m). Da alles im Rucksack platz hat fahre ich dieses mal sogar mit dem Motorrad zum Startpunkt der Wanderung.
Leider bin ich ein bisschen spät dran und bin beim Sonnenuntergang noch mitten im Wald und sehe ihn nicht. Da das Gepäck dann doch 15kg wiegt brauche ich für die 600 Höhenmeter dann mehr als 1,5h und ich komme völlig verschwitzt in der Dunkelheit am Gipfel an. Zum Glück habe ich eine komplette Garnitur Ersatzgewand eingepackt.
Nach einer kurzen Erholungsphase auf der Bank neben dem Gipfelkreuz mit Wahnsinns ausblick auf den Chiemsee, baue ich meine Ausrüstung auf.
Der Himmel war hier oben schon besser, aber das habe ich beim Aufstieg schon vermutet, da die Luftfeuchtigkeit so hoch war dass die Wiesen richtig nass waren.
Auch habe ich beim packen meine Sternenkarten vergessen und so beobachte ich nur schon bekanntes, was das Erlebnis aber nicht schmälert und den Glühwürmchen die sich anscheinend alle in meine Rotlichtlampe verliebt haben, gefällt es anscheinend auch. Jedenfalls fangen diese immer zu leuchten an sobald ich sie einschalte. :)
Um Mitternacht wird die Sicht immer milchiger und ein recht starker Wind kommt auf, darum lege ich mich im Schlafsack (ja auch den habe ich mitgenommen) auf die Bank. In weiser Voraussicht habe ich mir einen Wecker auf 2:00 gestellt, denn der Aufstieg hat doch spuren hinterlassen und ich schlafe während ich den Nachthimmel am Rücken liegend beobachte, ein. Irgendwie schaffe ich es im Schlaf nicht von der Bank zu fallen (die hat keine Rückenlehne) und kann nach dem Aufstehen den tief orangem Mond, beim aufgehen zuschauen. So etwas sieht man hier in Tirol leider nie wegen den Bergen.
Um 3 Uhr entschließe ich mich dann abzubrechen und zurück zu wandern, da es mittlerweile zu ungemütlich wird (eigentlich wollte ich den Sonnenaufgang auch noch beobachten), aber der Boden ist zu kalt und zu nass zum liegen, die Bank dann doch zu ungemütlich und ich zu müde um bis dahin wach zu bleiben und deshalb packe wieder zusammen.
Mit der Rotlichtlampe im Anschlag dann 1 1/2 Stunden zurück zum Motorrad gewandert (Wahnsinn wie viele Tiere einem über den Weg laufen) und um 5 dann müde aber glücklich ins Bett gefallen.

Auch wenn jetzt nicht alles so verlaufen ist, wie ich es mir erhofft hatte, so ist so eine Nacht unter freiem Himmel am Berg, doch immer wieder ein Erlebnis und ich freue mich schon auf das nächste mal. Da ich jetzt auch weiß, dass das mit dem Motorrad gut funktioniert, werde ich mal irgendeinen Pass Richtung Südtirol ins Visier nehmen.

lg und clear skies,

Samoht

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