Beobachtungsbericht vom 25. Oktober 2013

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Alrukaba
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Beobachtungsbericht vom 25. Oktober 2013

Beitrag von Alrukaba » 02.11.2013, 21:55

Dies war diesmal keine normale Beobachtung, sondern ein Auftrag an eine angehende Volksschullehrerin. Mitte Oktober schneite ein Mail von Romana in den Postkasten unserer Vereins Email Adresse. Sie soll im Rahmen einer Lehrveranstaltung der PH Linz (Pädagogische Hochschule Linz) eine Exkursion auf eine Sternwarte organisieren und das vorerst mal ohne Kinder! Zu rechnen war mit 3 bis 5 Personen. Warum sie dann ausgerechnet unsere bescheidene Station ausgesucht hatte. Naja, Romana ist bei Steinakirchen zu Hause.
Anfangs schaute es so aus, als ob das Vorhaben noch in weiterer Ferne liegen würde, aber schließlich wurde der 25. Oktober für dieses Vorhaben festgelegt. Eine Woche vorher schaute es ja mit der Prognose noch ganz gut aus, aber je näher der Tag kam, umso mehr Wolken schoben sich dazwischen. Da es für Romana aber nun wichtig war, beschloßen wir auf jeden Fall etwas zu unternehmen und bei nicht optimalen Bedingungen eben ein Trockentraining mit Vorträgen und Stellarium zu machen.
Natürlich wurden auch die Kollegen informiert. Gerald verweilte in Kärnten, Sepp und Kurt sagten Witterungsbedingt ab und Roman wollte, wenn er kommt, schon früher oben sein. Werner, der natürlich sofort zusagte, fuhr schließlich mit mir mit.
Kurz vor dreiviertel 7 waren wir auf der Alm, da war Roman schon ganz fleißig. Gerade als wir das Auto ausräumten, fuhr Erika an uns vorbei nach Hause. So gab es also keinen kleinen Imbiss im Almhaus.
Ich stellte meinen Refraktor auf, Roman gleich nebenbei seinen Dobson und in den holte er uns die Venus vom Himmel. Aber die waberte, tief am Horizont, nur so rum.
Kurz nach 7 Uhr waren unsere Gäste da, Romana, ihr Vater, eine Freundin und dessen Freund. Leider hab ich dessen Namen vergessen.
Da es anfangs etwas trüb war, erklärte ich ihnen, so gut es ging, erst mal den gesamten Sternenhimmel, ehe wir auf die Fragen von Romana eingingen. Sie wollte wissen, wie man sich am Himmel am besten orientieren kann. Ich zeigte ihr, wie man den Polarstern am leichtesten findet und welche Sternbilder sich rund um ihn versammeln.
Daß es noch klarer werden würde, hatten wir erhofft, aber daß die Bedingungen so toll werden würden, damit hatten wir nicht gerechnet. Das Seeing bekommt diesmal eine glatte 1-. Einen Stern 6. Größe im kleinen Bären konnte ich bestens erkennen und als ich mit dem Laserpointer auf ihn zeigte, konnten ihn sogar unsre Gäste direkt sehen. Die Temperatur lag um 10° und das bei einem sehr stillen Lüftchen. Also ging es gleich mal ans beobachten.
Anhand von 61 Cygni im Schwan erklärte ich ihnen was eine Parallaxe ist, anhand von Mizar – Alkor im Großen Bären die verschiedenen Arten von Doppelsternen und bei Polaris zeigte ich ihnen den Weg der Erdachse, den sie im Lauf eines platonischen Jahres scheinbar zurücklegt.
Roman hatte dazwischen schon mal die Andromeda Galaxie in seinem Dobson, den man auch sehr schön mit freiem Auge erkennen konnte und ich erklärte ihnen gleich mal, was es mit den „M“ auf sich hat und gab die Perseussage zum besten.
Werner erklärte nun, was in einem Stern während seines Daseins vorgeht und wie sie schließlich enden und ich visierte mit M57 in der Leier gleich mal eine solche Sternenleiche an. Schön leuchtete das Ringerl ins Okular.
Schön spannte sich die Milchstraße über den Himmel. Wir zeigten unseren Gästen den Nordpol der Ekliptik, wo sich das Zentrum der Michstraße befindet und andere Besonderheiten wie den nördlichen Kohlensack, ihre Teilung im Bereich des Adlers und die Schildwolke.
Die Schildwolke, den Kleiderbügel im Füchschen, h/chi im Perseus und die aufgehenden Plejaden im Stier waren die nächsten Kandidaten, welche ich unsren Gästen präsentierte. Um ihnen die volle Pracht der Objekte zu zeigen, ließ ich sie ihnen mit dem Feldstecher betrachten. Um ihnen das auffinden des Quartetts leichter zu machen, zeigte ich mit dem Laserpointer auf sie. Sie waren begeistert.
M11, den Wildentenhaufen, am Rand der Schildwolke zeigte ich wieder im Teleskop. Auch Roman holte so einiges vom Himmel und Werner glänzte mit seinem umfangreichen Wissen über die Physik der Sterne und was sie in Bewegung hält.
Zum Abschluß der Beobachtung suchte ich uns M13 im Herkules, nochmals die Andromeda Galaxie mit ihren Begleitern und Albireo im Schwan. Daß die Beobachtung zu diesem Zeitpunkt schon vorüber war, wußte ich da aber noch nicht.
Nun zeigte Werner ein paar Vorträge und Kurzfilme über unser Sonnensystem, die Milchstraße und die Sonne und danach zeigten wir Romana, was man mit Stellarium alles anstellen kann. Wir plauderten eine ganze Weile, bis wir wieder raus gingen und da sahen wir die böse Überraschung.
Der Himmel war quasi zu, nur der Nordosten war noch frei. Es waren aber nicht Wolken, sondern der Hochnebel, der aus den Tormäuer herauf gekrochen ist.
Ich zeigte ihnen den aufgehenden Stier und den Fuhrmann und danach beendeten wir die Beobachtung. So verabschiedeten wir uns, packten zusammen und fuhren nach Hause.

Roman hatte seinen Dobson aufgestellt, mit 400mm Öffnung und 1800mm Brennweite

und ich meinen Fh 102 mit 1000mm Brennweite
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Re: Beobachtungsbericht vom 25. Oktober 2013

Beitrag von darthvader » 03.11.2013, 09:59

Servus Alex,

super wenn außenstehende Personen unser Hobby interessiert :D

Schöner Bericht :!:

LG Andreas

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Re: Beobachtungsbericht vom 25. Oktober 2013

Beitrag von Alrukaba » 03.11.2013, 18:04

Servus Andreas!

Keine Ahnung, ob es ohne Lehrauftrag auch zu einem Besuch gekommen wäre, aber das ist eine andere Geschichte.

Danke fürs lesen

Alex
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Re: Beobachtungsbericht vom 25. Oktober 2013

Beitrag von Josef » 05.11.2013, 18:46

Servus Alex!

Na da habt ihr euch aber ins Zeug gelegt, super!
Hast Du ihr von der Sternwarte vom Michl was erzählt?
Die ist ja quasi ums Eck bei ihr!

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Re: Beobachtungsbericht vom 25. Oktober 2013

Beitrag von Alrukaba » 05.11.2013, 20:41

Servus Sepp!

Wir haben unser bestes gegeben!

Wir haben von der Sternwarte von Michael geredet, aber ich glaub sie kannte sie nicht. Sie wohnt in Zarnsdorf, daß ist zwischen Steinakirchen und Wieselburg. Nächstes Jahr will sie mal privat kommen und mit einer Klasse. Ich habe ihr das erste Maiwochenende empfohlen. Mond und Jupiter stehen im Westen, Saturn und Mars im Osten. Also genug, womit man die Kinder beschäftigen kann.
Vielleicht gesellt sich ja noch ein Komet dazu. Man wir sehn

Alex
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