Lichtschwäche und Okular

Was Du schon immer wissen wolltest, aber bisher nicht zu fragen wagtest...
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ifkmn
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Lichtschwäche und Okular

Beitrag von ifkmn » 04.10.2015, 17:21

Hallo zusammen!
Ich habe nun ganz fleißig angefangen zu beobachten und war schon bei der 48er Vergrößerung der Andomeda Galaxie sehr fasziniert, dann wollte ich natürlich mehr und hab mein 6mm Okular reingesteckt. Dann war ich entäuscht, denn ich hab nicht mehr sondern weniger gesehen weil das ganze Sichtfeld um vieles lichtschwächer wurde. Hab ich was falsch gemacht? Das Lichtsammelvermögen des Teleskops sollte doch gleich bleiben. Welche Vergrößerung würdet ihr bei einer Galaxie dieser Lichtstärke empfehlen? Danke und LG

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andrea1982
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Re: Lichtschwäche und Okular

Beitrag von andrea1982 » 04.10.2015, 18:05

Denke damit dir wer weiterhelfen kann musst sagen welches Teleskop du hast.
Kannst auch in meine Facebookgruppe kommen dort weiß sicher auch jemand bescheid.
Cs Andrea
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BernhardH
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Re: Lichtschwäche und Okular

Beitrag von BernhardH » 04.10.2015, 18:32

Hallo,

das was Du beschreibst ist ganz normal. Da Dein Teleskop ja nicht großer geworden ist, bewirkt eine höhere Vergrößerung, dass Du weniger Licht pro scheinbarem (im Okular) Raumwinkel hast. Somit wird alles dunkler wenn Du weiter vergrößerst.

Hohe Vergrößerungen lohnen daher bei eher hellen kleinen objekten, wo bei dunklen die kleinere Vergrößerung besser sein mag.
Denke aber die visuell pros sollen da nochmal gscheiter erklären.

cs Bernhard
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ifkmn
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Okular

Beitrag von ifkmn » 06.10.2015, 16:41

Also, mein Tubus hat 200mm Öffnung und eine Brennweite von 1200mm. Welche Okulare würdet ihr mir für lichtstarke und lichtschwache Galaxien empfehlen?
Danke, LG Dani

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BernhardH
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Re: Lichtschwäche und Okular

Beitrag von BernhardH » 06.10.2015, 17:02

Ihc hoffe wirklcih es kann Dir jmd helfen der mehr Ahnung hat als ich.

Ich denke du solltest etwas um die 25mm haben, ein 10er und ein 5er. Aber bitte warten was die visuellen sagen. Beim Teleskop spielt immer die sogenannte Austrittspupille die eigentliche Rolle und nicht die Okularbrennweite. Die pupille errechnet sich aus Öffnungsverhältnis (bei dir F/6) und Okularbrennweite. Du solltest eins mit 2mm eins mit vlcht 5mm und eins für gute Tage mit 1mm haben. Somit ergibt sich 30mm, 12mm und 6mm, also eh ungefähr das was oben steht.

lg Bernhard
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Welser2011
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Re: Lichtschwäche und Okular

Beitrag von Welser2011 » 06.10.2015, 18:18

Es spielt keine Rolle wie viel Öffnung ein Teleskop hat, es liegt eher an der Umgebung wo man beobachtet und wie gut der Beobachter selbst ist, so viel zu lichtschwachen Objekten. Die Standard Besetzung der Okulare wäre im unteren AP Bereich 5, 7 , 9 und eventuell ein 10 oder 11mm, danach zu den am häufigsten verwendeten 13, 16, 19 und eventuell 22mm und zu guter letzt die Übersichtsokulare 25mm aufwärts.

Was viel zur Wahrnehmung beitragen kann sind Filter wie UHC, OIII und der H-beta.

So jetzt kommen wir zur Vergrößerung. Das Problem was du gehabt hast mit der Andromeda ist alt bekannt. Im Übersichtsokular einiges gesehen sobald man "ranzoomt" ist das Bild insgesamt dunkler und man kann weniger wahrnehmen. Das ist die AP (Austrittspupille) je kleiner sie ist desto weniger wirst du sehen können. In der Theorie müsstest du mehr sehen weil durch Berechnungen die GG (Grenzgröße) steigt. Da du ja nicht mehr sondern weniger siehst liegt das Problem nicht an dem Teleskop das du besitzt sondern eher an der Flächengröße die das Objekt selber hat!

Wenn du das selbe bei M82, M42 oder M57 getan hättest, wäre das Ergebnis anders verlaufen. Dir muss bewusst sein, dass die Andromeda eine Ausdehnung von 8 Vollmonden hat !!
Was ich in meinen besten Nächten in einem 18ner gesehen habe sind zwei "Arme" NGC206 und eine ausgesprochen weite Ausdehnung. Mehr ist da leider nicht zu sehen.



Hoffe ich konnte Helfen.


MfG.

Nedim
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TONI_B
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Re: Lichtschwäche und Okular

Beitrag von TONI_B » 06.10.2015, 19:10

Welser2011 hat geschrieben:Es spielt keine Rolle wie viel Öffnung ein Teleskop hat, es liegt eher an der Umgebung wo man beobachtet und wie gut der Beobachter selbst ist,..
Das ist aber eine kühne Behauptung. 8)

Je größer die Öffnung, desto mehr Photonen werden gesammelt - nicht nur beim langen Belichten. Auch für unser Auge ist ein Minimum an Photonen notwendig. Zum Glück reichen nur einige wenige um etwas erkennen zu können. Aber wenn die Öffnung so klein ist, dass von einem Objekt nur alle paar Sekunden ein Photon daher kommt, wird man nichts sehen...
lG
TONI


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Welser2011
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Re: Lichtschwäche und Okular

Beitrag von Welser2011 » 06.10.2015, 19:42

Ich hab das anders gemeint. Für einen Leien ist es aber so. Ich hab vor kurzem wieder mit einem 10" Dobson geschaut und was ich dieses mal gesehen hab ist einfach um einiges mehr wie früher. Erfahrung und die Umgebung ist was ich betonen wollte. Ich hoffe es ist klar wenn man visuell unterwegs sein möchte, dass man unter 250 mm nicht gehen sollte.

Bissl falsch ausdrückt :mrgreen:


LG.

Nedim
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