Dobson vs. Maksutov

Was Du schon immer wissen wolltest, aber bisher nicht zu fragen wagtest...
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imro
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Dobson vs. Maksutov

Beitrag von imro » 19.01.2017, 23:12

Hallo Forum,
bin ein (wieder)-Einsteiger und wollte gern ein prinzipielle Frage zu den verschiedenen Bauarten stellen.

Hatte vor Jahren ein einfaches Newton 3 oder 4", welches bedingt durch wackliges Stativ und Zubehör nicht berauschend war. Bedingt durch schlechte Stadt-Lage und kein Auto war das Interesse nur begrenzt.
Jetzt wo das Budget besser ist, die Lage und Mobilität auch, würde ich gerne wieder beginnen. Bedingt durch Wohnung und 2 Kinder soll es etwas kleines und portables sein.
Nach einigem an recherchieren und einigen Büchern, habe ich die Auswahl auf ein kleines Dobson ( wahrscheinlich den Heritage 130) oder ein kleines Cat (z.B. Orion APEX 127mm) eingeengt.

Der TableTop braucht natürlich einen Tisch oder ähnliche Unterlage und ein Streulichtschutz. Dazu würde er wahrscheinlich von guten (Ultra-)Weitwinkel Okularen profitieren. Probleme könnten großen Vergrößerungen für Planeten (vielleicht lösbar mit Barlow).

Den Mak würde ich eher auf eine stabile alt-az Montierung geben. Photographie ist kein Ziel und GoTo sagt mir nicht zu. Würde eine Celestron wie diese http://www.teleskop-express.de/shop/pro ... llung.html ausreichen? Hier wären die Okulare einfacher und billiger, notwendig wäre ein 32mm zur Übersicht.

Mir ist klar das der Mak ein engeres Blickfeld haben wird, aber ohne Erfahrung kann ich wenig beurteilen, welchen Einfluss es haben wird. Mir ist natürlich auch die Preisdifferenz klar, aber wie gesagt geht es mehr um Platz als um Budget. Habe auch gelesen, das in der Stadtumgebung Cat oft mehr zeigen als Dobson, aber vielleicht war es nur auf unterschiedliche Öffnungen gedacht.


Auf jeden Fall vielen Dank im Voraus für alle Tips.

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Puukka
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Re: Dobson vs. Maksutov

Beitrag von Puukka » 20.01.2017, 13:50

imro hat geschrieben:Photographie ist kein Ziel und GoTo sagt mir nicht zu. Würde eine Celestron wie diese http://www.teleskop-express.de/shop/pro ... llung.html ausreichen?
Servus
Wenn Du schon negative Erfahrungen mit wackeliger Montierung gemacht hast, würde ich nichts unter dem AZ4 kaufen.
https://teleskop-austria.at/index.php?produkt=AZ4#m
Die erwähnte Celestron ist eben so ein wackeliges und fummeliges Ding, das AZ4 ist dagegen ein Genuss.

Als Wiedereinsteiger wäre es eher anzuraten, mehr Gesichtsfeld zu haben, ansonsten wird das Aufsuchen zur Qual.
Deswegen wäre ein Mak mit naturgemäß geringerem Gesichtsfeld als bei allen anderen gängigen Teleskoptypen, speziell wenn Du nicht nur Mond und Planeten schauen möchtest, nicht gerade empfehlenswert.

Ein Newton ähnlich dem wäre da viel Allroundtauglicher und Lichtstärker.
https://teleskop-austria.at/index.php?p ... WN1507mf#m
Oder eben das reine Dobson für Bodenbetrieb, wenn Du es so verwenden kannst:
https://teleskop-austria.at/index.php?produkt=SWD150#m

Meine mobile Schnellspechtel-Lieblings-Kombi ist eindeutig das C6 auf AZ4, kostet aber derzeit 169+598,- Mit einem 30-40mm Okular bekommt man gerade genug Gesichtsfeld, dass man sich über das Okular noch halbwegs zurechtfindet, bis auf die Planeten benötigt man dafür keine anderen Brennweiten. Durch den Einblick von hinten kann man bequem am Hocker sitzen bleiben. Mit Amici Prisma ists auch aufrecht und seitenrichtig, wie im Fernglas. Die Kombi steht fix und fertig zusammengebaut in einer Wohnzimmerecke und ich trage es nach Bedarf auf den Balkon oder runter auf die Wiese.
LG Herbert

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Re: Dobson vs. Maksutov

Beitrag von imro » 21.01.2017, 23:15

Vielen Dank Herbert,
genau diese Sachen waren mir nicht klar. Der Mak fliegt dann von der Liste und über ein SCT werde ich noch nachdenken.
Ich sehe in deiner Signatur auch den Skywatcher 100ED. Langsam verstehe ich die Vorteile von den Refraktoren. Obwohl die meisten diese für AP kaufen, sollten sie auch visuell sehr gut einsetzbar sein.
Aber ich nehme an der 100 ist schon ziemlich groß um ihn einfach rauszubringen, richtig?

lg
Samuel

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Re: Dobson vs. Maksutov

Beitrag von Puukka » 22.01.2017, 08:18

Servus Samuel

Ein Mak ist dann interessant, wenn Du fast ausschließlich Planeten beobachten, oder fotografieren möchtest.
Der hat nämlich den Vorteil, dass er mit der Meniskuslinse Abbildungsfehler des Cassegrain Systems korrigiert und mit dem kleineren Fangspiegel einen besseren Kontrast erzeugt. Der Nachteil gegenüber einem SC ist das höhere Gewicht, das engere Gesichtsfeld (1800mm Brennweite bei 150mm Durchmesser) und dass er zum Temperieren länger braucht, was aber gerade bei hochvergrößerter Planetenbeobachtung wichtig wäre.

Als Wiedereinsteiger wäre mir ein größeres Gesichtsfeld zum visuellen Aufsuchen wichtiger als Bildfehler, die visuell kaum ins Gewicht fallen.

Die Newton und Dobson (das Dobson ist für den Balkon nicht geeignet) bringen viel Licht fürs kleine Geld, haben visuell benutzt den Nachteil, dass man oben seitlich reinschauen muss und das Bild auf den Kopf steht. Außerdem sind sie Staub- und Justieranfälliger. Dafür haben sie keinen Blausaum wie die günstigen Fraunhofer Refraktoren und weniger Bildfehler, sowie mehr Kontrast als ein SC.

Rein visuell kommt man mit einem günstigen Fraunhofer Refraktor gut aus, da braucht man keinen ED wie mein ED 100 (hatten ihn damals mehr für die Fotografie benutzt)
Also so ein mobiles Schnellspechtel Refraktorsystem, das mir und meiner Frau viel Spaß gemacht hat, wäre das hier:
https://teleskop-austria.at/index.php?p ... R1025az4#m
Das ist ähnlich kompakt wie der SC, hat ein noch größeres Gesichtsfeld, man kann gemütlich von hinten (mit Amici seitenrichtig) beobachten, bringt aber nicht so viel Licht wie das SC (bei gleicher Vergrößerung) und zeigt bei Hochvergrößerung (Planeten) Blausaum.
Längere Refraktoren, wie der 102/1000 oder eben mein 100/900 fahren etwas mehr aus, das heißt, das Stativ muss man etwas höher stellen, ein verstellbarer Astrostuhl notwendig, zum Raustragen im aufgebauten Zustand nicht mehr so praktisch wie ein 102/500er oder SC6.

Ein SC bringt das meiste Licht für die Kompaktheit bzw. Gewicht und das C6 ist mit 1500mm gerade noch ein Allrounder. Z.B. Bodes- und Zigarrengalaxie gehen mit meinem 36mm Okular gerade noch zusammen aufs Bild, sowie die Leo Triplets. Ich suche dennoch vorher mit dem bequemen 90° Amici Sucher auf, Feinjustiert wird im Okular.
Nachteile sind Abbildungsfehler, die visuell kaum ins Gewicht fallen, sowie der Preis gegenüber einem gleich lichtstarken Dobson/Newton.

So sieht das bei mir aus, ist aber mit wertigerem Berlebach anstelle des Alu Stativs und 2" Amici Prisma, sowie 2" 36mm Hyperion Okular, das weniger Tunnelblick zeigt wie ein 1.25" 30mm bis 40mm Plössl. Gewicht 10,3kg

Bild
LG Herbert

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