Maximale sinnvolle Vergrösserung -> 8'' Newton Skywatcher

Was Du schon immer wissen wolltest, aber bisher nicht zu fragen wagtest...
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Nicola
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Maximale sinnvolle Vergrösserung -> 8'' Newton Skywatcher

Beitrag von Nicola » 19.02.2011, 22:58

Liebes Forum!

Eine im Buch gefundene Faustregel besagt, ...die maximal sinnvolle Vergrößerung bei günstigen Sichtverhältnissen liegt bei kleinen Fernrohren beim Doppelten des Objektivdurchmessers in Millimeter. Mein Teleskop hat ja bekanntlich eine Öffnung von 200mm. Wenn ich verdoppelte käme ich auf 400mm. Wäre somit 400mm die maximale sinnvolle Vergrößerung meines Teleskopes ? Und hätte ich durch die Berechnung der Höhe der Vergrößerung eines Okulars (Teleskopbrennweite durch Okularbrennweite) praktisch eine Orientierungsmethode per Hand, mit dieser ich festellen könte, ob das jeweilige Okular in Rahmen der "sinnvollen" Vergrößerung meines Teleskopes passen würde ?


Lg
Nicola
8" 200/1000 Newton
1,25''-> 5mm Plössl (200x/58°), 10mm (100x 52°), 25mm (40x/52°), UWAN 7mm (143x/82°)
2''-> SWA 26mm (38x/70°)
Zubehör -> 2x Barlow (1,25'' & 2"), AstroZoom, O-III, UHC, Polfilter, Cheshire Okular

Hedinari
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Beitrag von Hedinari » 19.02.2011, 23:55

Hallo Nicola,

Radio Eriwan sagt... im Prinzip Ja :-)
Allerdings sind 200mm keine kleine Öffnung mehr. Hier http://www.star-shine.ch/astro/vergr%F6sserung.html findest einen Rechner mitdem sich das rechnen läßt. Das Ganze ist aber von so vielen Faktoren abhängig das man das so einfach nicht sagen kann. Einer dieser Faktoren ist das Seeing - also die Qualität der Durchsicht der Atmosphäre. Ein anderer Faktor ist das zu beobachtende Objekt - beim Mond oder Planeten wirst hohe Vergößerungen wollen, bei Deepsky wirst mehr Austrittspupille (also mehr Licht) haben wollen. Das wiederum hat eine geringere Vergrößerung zur Folge. Ist also nicht sooo einfach. Am besten mal ein wenig beobachten und ein paar Okulare probieren - jeder hat da etwas andere Vorlieben und letztendlich spielt auch der Geldbeutel eine Rolle. Ein HighEnd Okular kann durchaus teurer als ein Teleskop sein - ob es das wert ist liegt aber immer im Auge des Betrachters (im doppelten Sinne versteht sich) :-)

lg
Hans

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Daniel_Guetl
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Beitrag von Daniel_Guetl » 20.02.2011, 12:11

Hallo Nicola,

ich kann aus der Praxis bestätigen dasma mit einem 8" Newton bei 400x den Saturn rasiermesserscharf und RIESIG sehen kann. Problem dabei nur: Seeing, Justage, Auskühlzeit...

Des ist mir bisher 1mal in meiner Astronomie Karriere gelungen...also kein alltäglicher Fall. Ich würde kein Okular extra für 400x anschaffen, ich hatte nur zufällig eins rumliegen.

Okulare staffelt man nach der Austrittspupille (AP) und nicht nach den Vergrößerungen, wennman sich schon eine Okularpalette zulegt.

grundsätzlich staffelt man das so (übersicht der Deepsky Brothers):
Für Zwischenbrennweiten würde ich folgende Gedanken aufgreifen:
- Vergrößerung zwischen 40 und 60fach, vorzugsweise Weitwinkel für offene Sternhaufen und großflächige Nebel
- AP 3,5-2,5 für Galaxien
- AP 2-0,8 für Kugelsternhaufen
- AP 1,5-0,6 für Planeten und Mond
Für ein f/6 Teleskop ergeben sich z.B. 30mm, 18mm, 8mm und 5mm als möglich Lösung.
Meine persönliche Vorliebe am 12" f5 Dobson ist diese Staffelung: 31, 24, 14, 8, 5, 3.5. Hat sich in der Praxis einfach gezeigt dasman sie am meisten nutzt. Die Lücke zwischen 24 und 14 stört keinesfalls und wird nie gebraucht.

Weiters gibts noch einen Artikel, der zwar für 8" f6, aber für deinen 8" F5 auch gut brauchbar ist: http://www.svenwienstein.de/HTML/okular ... obson.html

Der sinnvolle Vergrößerungsbereich eines 8" f5 Newton is meinermeinung nach bei 32x bis 350x, wobei Vergrößerungen über 300x eher selten bis garnie einsetzbar sind. 300x is schon eine Menge holz und sehr viel!

Viele Grüße

Daniel
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