Erstes Teleskop

Was Du schon immer wissen wolltest, aber bisher nicht zu fragen wagtest...
Antworten
Benutzeravatar
M lukas
Beiträge: 3
Registriert: 29.08.2011, 20:33

Erstes Teleskop

Beitrag von M lukas » 30.08.2011, 10:54

Hallo in den Weiten des Forums!

Ich heiße Lukas bin 15 Jahre alt und wohne im Gailtal in Kärnten. Seit längerem interessiere ich mich für die Astronomie und habe auch schon einige Nächte mit einem 8x50 Fernrohr draußen verbracht.
Daher kenne ich mich schon ein bisschen aus wo man etwas sehenswertes finden kann am Himmel.
Nun habe ich beschlossen mir ein Teleskop zu kaufen mit welchem ich die Planeten und vielleicht schon die Andromedagalaxie oder den Kugelsternhaufen gut erkennen kann.
Ich habe im Internet bzw. in diesem Forum erkannt, dass sich für den Einstieg ein Refraktor mit hoher Brennweite gut eignet. Nach einiger Suche habe ich dieses Refraktor Teleskop gefunden:

http://www.teleskop-express.de/shop/pro ... 000mm.html

Es ist ein Skywatcher Evostar mit 102mm Öffnung und 1000mm Brennweite.

Dazu ein HR Planetenokular mit 5mm Brennweite:

http://www.teleskop-express.de/shop/pro ... -Feld.html

Zubehör:
Sternenkarte:
http://www.teleskop-express.de/shop/pro ... immel.html
Reinigungsset:
http://www.teleskop-express.de/shop/pro ... eilen.html


Wenn dieses selbst konfigurierte Set nichts taugt dann würde ich Sie bitten mir eines um den ca. gleichen Gesamtbetrag von ungefähr 440€ vorzuschlagen.

Vielen Dank!

Lukas Kröpfl

Benutzeravatar
nonsens2
Austronom
Beiträge: 1372
Registriert: 14.07.2010, 13:01
Wohnort: Wien

Beitrag von nonsens2 » 31.08.2011, 13:16

Hallo Lukas!

Zu dem Teil kann ich Dir nicht ohne Vorbehalt raten. Warum? Die Montierung ist meiner Meinung nach grenzwertig und befindet sich an der Obergenze der Belastbarkeit. Bedenke, dass das Rohr fast einen Meter!!! lang ist und der wirkende Hebel dadurch schon gewaltig ist. Das zweite und vielleicht größere Problem ist, dass Du, bezugnehmend auf das Okular, hoch vergrößern möchtest. Hier wird der Farbfehler sehr störend sein. Es handel sich hier um einen Achromaten, der nicht vollkommen farbkorrigiert ist. Wenn Du nur visuell beobachten möchtest, dann wäre ein Dobson das Teleskop der Wahl. Mittlerweile gibt es die mit Nachführung und einige sogar mit GOTO. Zusätzlich haben die noch den Riesenvorteil, dass Du die Dinger einfach aufstellen und sofort loslegen kannst. Eine äquatoriale Montierung mußt Du einnorden, was entsprechen aufwändig ist aber durchwegs erlernbar. Am Besten wäre Du gehst einmal zu einem Teleskoptreffen oder zu einem Astronomieverein in Deiner Nähe. Dort kannst Du Dir die Unterschiede in Natura ansehen und Dich von Kundigen beraten lassen. Wir Hobbyastronomen freuen uns über Nachwuchs und sind ein kommunikatives Völkchen.


CS aus Wien
Grüße Niki

Benutzeravatar
M lukas
Beiträge: 3
Registriert: 29.08.2011, 20:33

Beitrag von M lukas » 31.08.2011, 14:46

Hallo Niki!

Zuerst hatte ich ja ein Newton Reflektor auf einem EQ3 in Aussicht doch dann wurde ich abgeschreckt weil ich las, dass man da den Spiegel ausrichten muss mich aber damit nicht so auskenne.

Wie wärs mit dem hier?

http://www.teleskop-austria.at/shop/ind ... -sw&lng=de

Okulare:
http://www.teleskop-austria.at/shop/ind ... -hr&lng=de
http://www.teleskop-austria.at/shop/ind ... -hr&lng=de

Und das Zubehör sprich Reinigungsset, Sternkarte...

Benutzeravatar
nonsens2
Austronom
Beiträge: 1372
Registriert: 14.07.2010, 13:01
Wohnort: Wien

Beitrag von nonsens2 » 31.08.2011, 15:23

Hallo Lukas!

Das mit dem Ausrichten des Spiegels ist eine offensichtlich eine reine Übungssache. Ich selbst bin noch nicht in die Verlegenheit gekommen, da ich einen SC habe und der nicht transportiert wird. Der weiteste Weg sind ca. 3 Meter aus dem Zimmer und zurück. Wenn das Teil gut ausgerichtet ist und Du ihn nicht starken Erschütterungen aussetzt musst Du ihn nicht dauernd nachjustieren. Ausserdem wirst Du am Anfang nicht so empfindlich sein (weiss ich aus eigener Erfahrung) und kleine Justagefehler kaum bemerken. Der hohe Anspruch kommt mit den Jahren und dann sieht die Welt bekanntlich anders aus. Wenn es Dein Buget zulässt, dann nimm eher 8 oder sogar 10 Zoll, damit wirst Du länger auskommen. Sieh Dir die entsprechenden Preise auf der Homepage an.
Bezüglich der Okulare bist Du mit den Teilen im oberen Vergrößerungsbereich. Hier würde ich zum 6er raten, da die Austrittspupille hier zu klein wird und damit das Bild zu dunkel und die Optik an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit kommt. Um solche Vergrößerunge zu erreichen muss die Luft schon sehr ruhig sein. Ich selbst habe in 5 Jahren lediglich einmal eine so ruhige Luft gehabt, dass ich auf 500fach vergrößern konnte. Bedenke, dass die Luftunruhe mitvergrößert wird. Ausserdem denke ich, dass Dein Verlangen nach höherwerigeren Okularen bald kommen wird, besonders wenn Du einmal durch eins mit 70 oder mehr Grad Gesichtsfeld geblickt hast. Aber bis dahin wird schon ein Geburtstag oder Weihnachten vorbeikommen.

Hier noch ein Link mit dem Du die Teleskop- Okularkombinationen virtuell ausprobieren kannst. Es ist ziemlich selbsterklärend:

http://www.telescope-simulator.com/inde ... icle&id=45

Hier kannst Du Dich ein wenig orientieren bevor was schiefgeht. Wenn Du noch Fragen hast stell sie ruhig.


CS aus Wien
Grüße Niki

visir
Austronom
Beiträge: 489
Registriert: 29.03.2011, 17:07
Wohnort: Linz

Beitrag von visir » 31.08.2011, 17:20

Das Nachjustieren eines Newtons ist aus meiner Anfängererfahrung mit einem Justierlaser (-> einkalkulieren!) keine große Hexerei, wenn man hier auch für sehr genaue Justierungen dann sehr viel Aufwand treiben kann.

Dobsons glänzen mit viel Öffnung und "einfacher Bedienung" für wenig Geld. Das Nachverfolgen eines Objekts ist bei starken Vergrößerungen (auch wieder aus Sicht meiner Anfängererfahrungen) aber - naja - kitzlig. Man muss sowohl Richtung als auch Höhe ständig nachkorrigieren, und wehe, ich remple mal an, dann geht die Suche von vorn los.
Ich persönlich bevorzuge parallaktische Montierungen, da brauche ich (bei halbwegs vernünftiger Ausrichtung) nur an einem Rädchen drehen, ansonsten bleibt das Teleskop stabil ausgerichtet. Da kosten stabile Montierungen allerdings auch wirklich Geld, was das Budget für den Tubus reduziert. Andererseits beginnen die hohen Anforderungen an eine Montierung eigentlich erst bei der Fotografie - und das ist dann noch ein ganz anderes Thema. Jedenfalls: ein 150/750er Newton auf sowas wie einer EQ3 sollte eigentlich für den Einstieg eine gute Kombi sein - wenns parallaktisch sein soll.
Beispiel: http://www.teleskop-express.de/shop/pro ... I-CG4.html

Welche Montierung Du bevorzugst, kannst aber nur Du selbst herausfinden. Und das würde ich an Deiner Stelle wirklich tun.

lg, Wolfgang
Zum Glück ist alles nur halb so doppelt

Benutzeravatar
tommy_nawratil
Austronom
Beiträge: 5702
Registriert: 13.06.2008, 10:34
Kontaktdaten:

Beitrag von tommy_nawratil » 14.09.2011, 15:28

hallo Lukas,

dass man Newtons hie und da nachjustieren muss/soll/kann ist richtig, aber man kanns ja lernen und dann ist es wie das Radl aufpumpen vor dem Losfahren. Ich habe dazu eine Anleitung gemacht mit vielen Fotos:

http://www.teleskop-shop.at/testphotos/ ... ewtons.pdf

Der Vorteil der Newtons ist, dass du fürs Geld am meisten Licht bekommst, das Bild farbrein ist, und das Gerät sich sowohl für Hochvergrösserung als auch für Übersichtsbeobachtung eignet. Dass das Bild am Kopf steht ist für Himmelsbeobachtung eigentlich egal. Deswegen ist der Newton mein Favorit für die Einsteiger die ein möglichst universales Gerät brauchen.

Wenn du Platz hast und keine Fotoambitionen, dann ist der Dobson wegen dem Lichtsammelvermögen sehr zu empfehlen: Damit geht echt was weiter am Himmel!

Der 150/750 auf EQ3 ist auch ein schöner Einstieg, visuell stabil genug, für Fotos mit dem Fernrohr aber etwas zu wacklig. Aktuell gibts den mit stabilem 2" Crayford statt Zahnstangenauszug, und wir justieren das Gerät gerne auch vor und stabilisieren die Justage:

http://www.teleskop-austria.at/shop/ind ... 750-sw-eq3

lg Tommy

Antworten