Okular-Adapter fürs Handyfotografieren

Was Du schon immer wissen wolltest, aber bisher nicht zu fragen wagtest...
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GSerenade
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Okular-Adapter fürs Handyfotografieren

Beitrag von GSerenade » 12.03.2015, 22:41

Hallo, Leute!

Ich habe mir zu Weihnachten 2014 einen Einsteigerteleskop zugelegt. Eine Clestron 70/400 Travel Scope mit 10mm- und 20mm-Okular. Als Stative verwende ich meine stabilen Cullmann-Fotostative, weil der mitgelieferte Plastikgestäbe völlig unbrauchbar war. Es hat zwar weder parallaktische noch azimutale Steuerung, aber für meine Einsteigerbedürfnisse völlig ausreichend.
Es ist so schön visuell zu beobachten. Zeitlich jedoch reichte es mir bisher nur für Jupiter- und Mondbeobachtungen aus. (Übrigens lebe ich in Stockholm und habe damit ein wenig anderes Himmelsbild als in Wien)
Neulich versuchte ich dann mit meinem iPhone ein Bild mit dem 10mm-Okular zu ergattern. Das ist wegen der erforderlichen parallelen Stellung zwischen der Okularlinse und Handykamera schwierig und möchte mir daher einen festen Adapter basteln.

Zwischendurch als Dankeschön, dass ich bei all meinen Besuchen hier im Astronomieforum schöne Fotos von anderen Planetenbeobachtern sehe, stelle ich auch mein erstes Foto durch mein Teleskop hier rein. Der Jupiter mit seine galileische Monde:
Bild
Von mind. 30 Bilder (bei mehreren Nachstellen der Positionierung) waren 5 brauchbar und ich wählte den Besten :)

Also meine Frage ist nun: Wie geschrieben möchte ich eine Adapter basteln. Da denke ich an einen Kunststoff-Zwischenring, dessen Innendurchmesser sich an den sichtbaren Linsendurchmesser des Okulars richtet und der Außendurchmesser an die innere Gummi-Augenmuschel. Damit ergibt sich Umrandung, der breite Fläche genug bietet, um mit der Handy-Hartschale zu verkleben (Locitite PowerGlue, Allwetterkleber). Das wird vielleicht ein Gluckspiel werden, um die Kameramitte genau in der Ringmitte zu positionieren, aber ich werde es trotzdem versuchen.
Die Frage ist dabei nur, welcher Abstand optimal ist, da ich nicht weiß, welcher Sichtwinkel zwischen Okularlinse und Handykamera erforderlich ist. Beim oben gemachtes Handyfoto war der Abstand etwa 5mm.

Gibt es hier vielleicht jemanden der Erfahrung mit solche Adaptierungen hat?

Viele Grüße
Nik

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Ephemeris
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Re: Okular-Adapter fürs Handyfotografieren

Beitrag von Ephemeris » 13.03.2015, 07:57

Hallo Nik
Es gibt Klemmen für Smartphones. Googlen.
Doch du wirst auf Dauer nicht glücklich sein damit. Für erste Experimente macht das trotzdem Spaß.
klare Nächte wünscht euch
Hans

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Re: Okular-Adapter fürs Handyfotografieren

Beitrag von GSerenade » 17.03.2015, 23:39

Hej Hans!
Danke für deine Antwort. Ich kenne die Klemmen, jedoch möchte ich gerne das so haben, wie ich es mir vorstelle. Ich habe allerdings bereits den Handy-Case und Okular, so fehlt mir nur der Zwischenring. Besser als diese Variante ist die Klemme auch sicher nicht. Wenn ich es dann mit dem Zwischenring zusammenbringe, werde ich hier das Ergebnis posten – so hat man dann Information mit Handyadapter-Erfahrung :)
Und wie du es sagst, wird diese Lösung fürs Erste in nächster Zeit für mich bereits Erfolg genug sein (-:
Liebe Grüße
Nik

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Re: Okular-Adapter fürs Handyfotografieren

Beitrag von GSerenade » 09.05.2017, 00:53

Servus, Leute, nach langer Zeit bin ich es wieder.

Neulich habe ich mein kleines obengenanntes Teleskop wieder einmal verwendet. Dieses Mal ist mir wirklich gute Fotos gelungen und ich bin/war ich in Dalarna, in Mittelschweden und gegen Mitte im Monat April. Gerade noch optimal für Blicke in das Teleskop auf den Jupiter. Und mit der 10mm-Okular habe ich ja einen Adapter gebaut, Hülle und ein paar Gummiringe samt den 10mm-Okular. Alles mit dem Superkleber verklebt. Das Okular ist von Celestron selbst, so ist es kein "Verlust", den ich finde es ist nur von so Hugos Qualität. Das deshalb weil im Unterschied zu dem massiven Retroteleskop ich die Qualität nur mittelmäßig finde.

Zwischenkommentar „Retroteleskop“: Ich habe von meinem Vater einen "Fernrohr" gefunden, der älter ist als ich. Also etwas um die früheren 70er, aus massivem Stahl. Für die visuelle Beobachtung in Wien ist es … SCHÖN! Echt sagenhaft! Bin so stolz auf diesen Besitz :-) Man sieht da auch visuell die kleine Punkte beim Jupiter, die gallileischen Monde, mit nur dem „40x-Zoom“ Vergrößerung. Entzückend.

Jedenfalls … zurück zu dem fotografischen Erlebnis. Warum ich auch heute poste, ist das mir ein digitales Foto mit digitaler Vergrößerung gelungen ist, wo man Jupiters Streifen sieht. Ist sogar weit besser als die zuvor von mir gepostete.
Das ist glaube ich, ist das Maximale, was man mit der Grundausstattung von Celestron 70/400 erreichen kann. Zudem habe ich eine Iphone5 und den CamPro-App dazugekauft, anno dazumal um 2,99 EUR. Mit der App kann ich die Fokus auf manuell stellen und alles andere rumspielen: ISO, Weißabgleich, Zeit, Blende etc. So ergab bei mir ein Foto vom Jupiter. Und ich vergleiche das mit meiner noch aus den „Gratis-Zeiten“-Stellarium (denn ich habe weiterhin meinen alten Össi-Iphone4 mit Österr. Abo, der OS 7.x hat und sich nicht mehr updaten lässt)
Ich poste die Geschichte deshalb hier, weil ich zeigen möchte, was man für einen Einstieg mit einem 70-Euro-Paket -also den Celestron 70/400- zu sehen bekommt :) Ich plane jedenfalls irgendwann eine größeren Teleskop anzuschaffen, lasse mir aber Zeit denn, der Hubble, und bald mal der James-Webb sowie die vielen Sonden machen schon ihre schöne Arbeit mit dem Fotografieren.
Und zum Schluss noch ein Bild vom Saturn mit dem Mond Titan. Herrlich, was ich da geknipst habe! Die Vergrößerung lohnt sich nicht, denn die ISO war da 640 und das Bild ziemlich körnig. In der Summe bin ich mit den Ergebnissen zufrieden.

An die Einsteigern: Celestron 70/400 ist für den Anfang sicher eine (visuelle) Erlebnis wert, nur der Stative -wie gesagt- muss etwas Stabiles sein. Hoffe die Bilder sind es wert hier zu posten :-)

Liebe Grüße aus dem Norden
Nik

Bilder:
Bild Bild
Bild vom Jupiter mit den gallileischen Monde - zum Vergleich mit dem Stellarium...

Bild Bild
Das bild mit digitaler Vergrösserung und nebenan mit der angepassten ISO sowie Belichtungsdauer. Damit waren die Monde verschwunden aber...

Bild
... mit dem digitalen Zoom (also Vergrösserung in der Bildberarbeitungsprogramm) sind die Streifen der Jupiter zu sehen :-)

Bild
Und letztendlich gegen Ende des Aprilmonats gelang mir um ca. 3:30 Uhr das Bild vom Saturn mit dem Mond Titan.

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