Ausbalancieren der EQ8

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AstroVis
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Ausbalancieren der EQ8

Beitrag von AstroVis » 03.09.2016, 08:32

Guten Morgen,

ich habe in den letzten beiden Nächten damit begonnen, ein Widefield um NGC7635 und M52 aufzunehmen. Vor allem um zu sehen, ob es Sinn macht den Blasennebel mit meinem Equipment in so einem weiten Feld aufzunehmen und um zu sehen, in wie weit sich das Hauptobjekt herausvergrößern lässt.

Hier einmal das Ergebnis mit gerade einmal 6x900s (L) + 4x900s (Ha), keine große Bearbeitung, nur etwas gestreckt. Farben kommen später.

Bild

Volle Auflösung
http://www.astrovis.at/images/nebel_ngc7635LHal.jpg

Den Text nochmal bearbeitet:

Zu Beginn der Session ist das Teleskop auf der Westseite der Montierung und die Ostseite mit den Gewichten ist etwas schwerer so wie es sein soll. DEC ist etwa in Balance. RA bleibt im Laufe der Serie praktisch unverändert, dafür schwenkt DEC von Anfangs ca. 61° auf ca 70° . Nach ca. 2 Stunden beendet das vorher ausgezeichnete Guiding mit der Fehlermeldung "Star faded" obwohl weder Wolken noch Dunst den Leistern verdecken. Das Guiding wird zunehmend ungenauer und bricht dann ab. Auch mit einer Neukalibrierung funktioniert es nicht, der Stern wandert völlig in der Gegend herum und lässt sich nicht einfangen.

Da mir mit der EQ8 noch die Erfahrung fehlt (mit der CGE hatte ich diesen Effekt nicht) bin ich etwas ratlos, wie das in den Griff bekomme. Hat jemand einen Tipp für mich?

Vielen Dank im Voraus

LG Horst
Zuletzt geändert von AstroVis am 03.09.2016, 11:41, insgesamt 2-mal geändert.
CS Horst

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Re: Ausbalancieren der EQ8

Beitrag von Josef » 03.09.2016, 10:04

Hallo Horst,

zu E-Kuh kann ich nichts sagen, aber das Bild ist jetzt schon eine Augenweide.

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Re: Ausbalancieren der EQ8

Beitrag von AstroVis » 03.09.2016, 10:22

Hi Tom,

doch doch, der Leitstern ist noch da, lässt sich aber auch mit Neukalibrierung nicht mehr einfangen. Muss an der Balance liegen.

LG Horst
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Re: Ausbalancieren der EQ8

Beitrag von AstroVis » 03.09.2016, 10:23

Hallo Josef,

danke, eigentlich wollte ich gestern noch mit Farben anfangen. Ging dann aber nicht. Vielleicht heute Abend. Muss nochmal an der Balance rumfeilen.

LG Horst
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Re: Ausbalancieren der EQ8

Beitrag von AstroVis » 03.09.2016, 11:43

Hallo,

die Fehlerbeschreibung habe ich nochmal korrigiert.

Gruß Horst
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Re: Ausbalancieren der EQ8

Beitrag von tommy_nawratil » 03.09.2016, 12:13

hallo Horst,

wenn dir die Balance im Laufe der Belichtungen umzuschlagen droht,
dann ist es sinnvoll gleich am Anfang die Balance auf die andere Seite zu verlagern.
Also in diesem Fall gleich mit Übergewicht im Westen anfangen.
Dann sollte das nicht passieren, daß die Monti im Schneckenspiel pendelt.

lg Tommy
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Re: Ausbalancieren der EQ8

Beitrag von AstroVis » 03.09.2016, 12:41

Hallo Tommy,

nein, das hatte ich anfangs falsch beschrieben. Da pendelt nichts, denn das Gewicht in RA bleibt immer im Osten. Nur bei DEC hatte ich ziemlich genau ausbalanciert und vielleicht sogar leicht im Westen beschwert. Das Guiding wandert bei höherem DEC Richtung Süden und hört dann wegen "Star faded" ganz auf.

Gehe ich richtig in der Annahme, dass sowohl RA als auch DEC bei einem Objekt im Osten auch im Osten schwerer sein sollten?

LG Horst
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Re: Ausbalancieren der EQ8

Beitrag von tommy_nawratil » 03.09.2016, 13:41

hallo Horst,

aber ja, genau! Ich habe da ein kleines Gewicht mit Schnürl exzentrisch
am Tubus dran, bei den Schrauben der Rohrschelle, damit
es auch in DEC immer das Zahnrad zur Schneckenflanke zieht.
Dort ist Wesen/Osten egal, wir haben ja Richtungsumkehr.

Ich kann die Frage auch gar nicht beantworten
wo bei DEC Westen oder Osten ist :lol:

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Re: Ausbalancieren der EQ8

Beitrag von AstroVis » 03.09.2016, 13:54

Hi Tommy,

nein? Ich schon. Bei mir ist bei DEC Osten dort, wo die Taukappe hinzeigt und Westen dort, wo die Kamera befestigt ist. :roll:
Ich habe jetzt mal die Gewichte etwas verlagert (ich habe ja Laufgewichte oben drauf).
In Zenitnähe bringen diese Gewichte aber wahrscheinlich kaum etwas, weil das Teleskop ja fast senkrecht steht. Deshalb verwendest Du ja wohl auch ein exzentrisches Schnürl um das Teleskop auf die Seite zu ziehen.

Ich habe mittlerweile auch die Beiträge mit den Gummibandlösungen gelesen. Interessant, werde ich auch ausprobieren. Gummibänder hatte ich auch schon einmal am TEC mit dem hochwertigen 3,5"-FT-Auszug eingesetzt, weil der nicht in der Lage war, das Gewicht der 11000er mit Filterrad in Zenitnähe beim Autofokus nach oben zu ziehen. Später hat mir FT in USA ein Upgrade des OAZ eingebaut, danach ging es einwandfrei.

Vielleicht gibt es auch einmal eine gummibandfreie Lösung für die EQ8 :lol:

LG Horst
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Re: Ausbalancieren der EQ8

Beitrag von tommy_nawratil » 03.09.2016, 19:50

hallo Horst,

ja klar, gibt Montierungen mit durch Federdruck angedrückten Schnecken, Fornax zB.
Preislich ist die EQ8 halt unschlagbar, diese Macken kriegt man in den Griff
und dann guidet sie 1A. Die DEC muß auf die Seite gezogen werden, das ist wichtig.

DEC geht ja rauf und runter, Nord und Süd, politisch neutral, kann sich nicht entscheiden für West oder Ost :lol:

lg Tommy
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Re: Ausbalancieren der EQ8

Beitrag von AstroVis » 04.09.2016, 11:19

Na gut, dann eben mit Gummizug. Bin gespannt :lol: :lol: :lol:

Bild
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Re: Ausbalancieren der EQ8

Beitrag von tommy_nawratil » 04.09.2016, 20:09

hallo,

Gummizug statt Federdruck.... Effekt ist derselbe. Muss klappen!

lg Tommy
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Re: Ausbalancieren der EQ8

Beitrag von AstroVis » 04.09.2016, 22:00

Hallo Tommy,

hoffentlich. Viel Zeit habe ich nicht mehr, bis meine Reise zu Bubble und M52 in diesem Jahr endet, weil die Aufnahmezeit im Osten immer kürzer wird.

http://www.astrovis.at/nebel_ngc7635.php

LG Horst
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Re: Ausbalancieren der EQ8

Beitrag von Jedi2014 » 04.09.2016, 22:34

Hi Horst,

Habe die EQ8 und das gleiche Phänomen, aber nur wenn ich mit dem FSQ85 aufnehme und da die Lodestar davor hängt. Mit dem 10" Newton und der Lodestar hab ich das nie. Diese Star faded Meldung soll auch was mit einem Bug in Maxim zu tun haben. In PHD soll das nicht auftreten. Habe es bisher nicht in den Griff bekommen. Allerdings wenn ich Maxim neu starte und das guiding danach neu kalibriere, dann läufts wieder. Ohne Maxim Neustart kann ich so oft kalibrieren wie ich will, geht nicht.

Das Gummiband benutze ich regelmäßig, wenn ich zenithnah fotografiere. Ohne gibts ab einem bestimmten Stand immer Guidingsprünge.
Gruß
Jens

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Re: Ausbalancieren der EQ8

Beitrag von AstroVis » 04.09.2016, 22:49

Hallo Jens,

danke für Deine Info.
Ich hab jetzt alles nochmal neu ausbalanciert und das Gummiband so gespannt, dass es bei Annäherung an Zenithnähe das Teleskop zunehmend vorne nach unten zieht. Jetzt warte ich auf den nächsten guten Himmel

Gruß Horst
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Re: Ausbalancieren der EQ8

Beitrag von AstroVis » 05.09.2016, 08:13

Jedi2014 hat geschrieben:Hi Horst,

Diese Star faded Meldung soll auch was mit einem Bug in Maxim zu tun haben. In PHD soll das nicht auftreten. Habe es bisher nicht in den Griff bekommen. Allerdings wenn ich Maxim neu starte und das guiding danach neu kalibriere, dann läufts wieder. Ohne Maxim Neustart kann ich so oft kalibrieren wie ich will, geht nicht.
Hallo Jens,

ich habe übrigens MaximDL 6.13 installiert. Der Bug wurde korrigiert in 6.09
Wenn bei mir "Star faded" kommt, lässt sich der Stern überhaupt nicht mehr kalibrieren, der Stern wandert ins Nirvana.
Hoffe aber, es klappt jetzt mit dem Hilfsmittel

LG Horst
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Re: Ausbalancieren der EQ8

Beitrag von Rev.Antun » 05.09.2016, 08:26

Na das nenn ich mal eine "Ladung" :mrgreen:

AstroVis hat geschrieben:Na gut, dann eben mit Gummizug. Bin gespannt :lol: :lol: :lol:

Bild
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Re: Ausbalancieren der EQ8

Beitrag von AstroVis » 05.09.2016, 08:46

Hallo Toni,

Ja, wegen der schweren Kamera brauch ich Gegengewichte zur Balance. Und mit der EOS kann ich noch parallel eine andere Gegend aufnehmen. :lol:

LG Horst
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Re: Ausbalancieren der EQ8

Beitrag von Rev.Antun » 05.09.2016, 08:50

Alle Achtung - tolle Ausrüstung. Da muss ich auf die Pensi warten - also Abfertigung, sonst bekomm ich mit da Finanzministerin Probleme. Aber da kann ich dann eventuell die Dachsternwarte auch umsetzen :mrgreen:
lg Toni
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Re: Ausbalancieren der EQ8

Beitrag von AstroVis » 18.09.2016, 10:34

Hallo Toni,

"tolle Ausrüstung"? Mit Gummiband und Zusatzgewicht wegen Guidingfehler in Zenithnähe? Und eine Montierung mit nur 5 Bogenminuten Positionsgenauigkeit mit unzuverlässigem Platesolving? Ist alles relativ :lol: :lol: :mrgreen:

Gruß Horst

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Re: Ausbalancieren der EQ8

Beitrag von TONI_B » 18.09.2016, 17:02

Ja, die EQ8...

Ich kämpfe auch immer wieder mit dem guten Ding - aber bei meiner Belastung kein Wunder. 8)

Man muss aber auch sagen, dass sie vom Preis-Leistungsverhältnis unschlagbar ist. Bei gleicher Tragkraft muss man halt bei den "großen" Herstellern (10Micron; ASA; Losmandy usw.) ca. das Dreifache bezahlen... :oops:

Dass die dann diese Eigenheiten nicht haben, sollte man annehmen - aber ob das wirklich der Fall ist und ob man so viel bezahlen will/kann, steht auf einem anderen Blatt.
lG
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Re: Ausbalancieren der EQ8

Beitrag von AstroVis » 18.09.2016, 17:57

Hi Toni,

ja natürlich, z.B. eine 10Micron GM 1000, die diese Probleme nachweislich nicht hat, werde ich mir deswegen auch nicht zulegen. Mit dem Gummizug kann ich leben und das Platesolve mache ich halt weiter manuell oder ich finde doch noch eine Software Lösung z.B. mit iterativem Platesolve.

Und wenn nicht ... auch gut

Gruß Horst
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Re: Ausbalancieren der EQ8

Beitrag von TONI_B » 18.09.2016, 18:15

Wobei die 10Micron GM1000 nur ca. die halbe Traglast (25kg) hat. Wenn dann muss man die 2000er mit der EQ8 vergleichen: 12000.- zu 4000.- 8)
lG
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Re: Ausbalancieren der EQ8

Beitrag von AstroVis » 18.09.2016, 18:48

nein, da ich mein Dual-System aufgegeben habe, wäre mir Präzision wichtiger als Tragfähigkeit und die 1000er käme mit meinem jetzigen Setup gut zurecht. Trotzdem muss ich mir halt sehr genau meine Prioritäten überlegen und deshalb werde ich sicher bei der EQ8 bleiben und mit gewissen Einschränkungen leben (auch wenn ich manchmal darüber schimpfe)

Ist ja nur ein Hobby.

Gruß Horst
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Re: Ausbalancieren der EQ8

Beitrag von TONI_B » 18.09.2016, 19:56

Ich hab den Vergleich ja allgemein hinsichtlich der Tragkraft gemeint. Sicherleich, wenn man mit 20-25kg Tragkraft auskommt, reicht die 100er 10Micron. Von den Werten und Berichten sind diese Montierungen schon faszinierend, aber der Preis ist halt auch dementsprechend.
lG
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Re: Ausbalancieren der EQ8

Beitrag von AstroVis » 18.09.2016, 20:04

Vielleicht gibt es ja einmal eine günstige gebrauchte im Netz :D
Dann kann man ja nochmal nachdenken
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Re: Ausbalancieren der EQ8

Beitrag von HHV » 20.09.2016, 08:07

Guten Morgen!

Dann muss ich mir wohl auch ein oder zwei Gummibänder für die EQ8 zulegen. :mrgreen:

Mal schaun was sich ändert.

LG,
Michael S.

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Re: Ausbalancieren der EQ8

Beitrag von AstroVis » 20.09.2016, 10:25

Hallo Michael,

zur Qualität der EQ8 könnte man auch einen eigenen Thread aufmachen.
Als ich die CGE gegen die EQ8 eingetauscht habe, war mir nicht klar, dass ich nur mehr Tragfähigkeit gewonnen habe aber nicht mehr Präzision. Wenn man für eine Montierung immerhin in der fast 4.000 EUR Klasse Gummibänder braucht, um das Guiding in Zenithnähe zu stabilisieren, dann ist das eigentlich kaum noch akzeptabel.

Um ein gleichmäßiges Guiding hinzubekommen, habe ich die DEC-Achse genau ins Gleichgewicht gebracht und dann unten an der Kamera einen Gummizug nach Westen angebracht, der aber nicht auf Zug spannt. Statt dessen habe ich ein Gewicht an dieses Band gehängt, der dann die DEC-Achse bei jeder Teleskop-Position bis zum Zenith mit der gleichen Kraft in eine Richtung zieht. Sieht besch.... aus, aber man kann damit leben.

Kaum leben kann ich allerdings mit dem ungenauen Pointing der EQ8. Das Bild unten zeigt die ungenaue Positionierung der Aufnahmen nach 3 Platesolves zu 3 verschiedenen Zeitpunkten (der rot eingekreiste Stern wurde für Platesolve herangezogen). Nein Tommy, auch bei einem Bildfeld von ca. 170 arcmin kann ich mit solchen Abweichungen von bis zu 10 arcmin nicht leben. Der Verschnitt ist mir zu groß. Das mache ich manuell besser. Platesolve übrigens mit PinPoint full und CCDCommander.

Matt Thomas, der Entwickler von CCDCommander schreibt dazu man könne mehrfaches Platesolve hintereinander versuchen. Entweder es konvergiert bis zu einem gewissen Grad, oder es oszilliert um den Zielpunkt, dann geht es mit der Montierung eben nicht. Den Versuch mache ich noch, dann gebe ich Platesolve auf.

Bild

Gruß Horst
CS Horst

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Re: Ausbalancieren der EQ8

Beitrag von HHV » 20.09.2016, 16:56

Servus Horst!

Ich kämpfe halt mit minimal verzogenen Sternen - da habe ich schon alles möglich probiert, alle Schrauben kontrolliert, erneut angezogen, kollimiert, 20x neu ausbalanciert usw. usf.
Das mit deinem Platsolving kann ich nicht nachvollziehen - ich richte meine Kamera ja nur via Augenmaß am Live-View der DSLR aus, wenn ich in der Folgenacht oder ein paar Tage später wieder
dasselbe Objekt anfahre. Da war die alte EQ6 besser - aber da ich eben nun zwei Fernrohre auf Doppelschiene verwende - APO plus Newton, musste halt eine Montierung her mit größerer Tragekapazität.

Aber halt nicht zu ändern, ich werde auch mal versuchen einen kleinen Gummizug auf der Seite anzubringen, wo sich das Fernrohr während der Nacht hinbewegt, mal schaun was da dann passiert.
Auf alle Fälle - DANKE für die Eröffnung dieses threads, ist interessant zu verfolgen.

LG,
Michael S.

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Re: Ausbalancieren der EQ8

Beitrag von AstroVis » 20.09.2016, 17:43

Hallo Michael,

ja, manuell ausrichten geht natürlich immer. Ich will aber einen vollautomatischen Prozess, so wie ich ihn hier beschrieben habe damit ich den Abend nicht in der Hütte verbringe sondern mit meiner Familie:

http://www.astrovis.at/cs20102015.php

Dazu benötigt es aber einen funktionierenden Platesolve.

Ein Gummizug allein auf der Seite, wo das Teleskop sich hinbewegt wird nicht genügen, denn das Gummi wird ja dann immer lockerer und der Zug lässt nach. Zu sehr spannen darf man es ja auch nicht. Am besten ein Seil mit einem Gewicht dran. Wie viel muss man halt ausprobieren.

LG Horst
CS Horst

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