Retroastro: Halleyscher Komet

Planeten-Sonne-Mond Fotografie - Präsentation eigener Astrofotos
Antworten
Ulf_N
Beiträge: 12
Registriert: 24.08.2018, 07:25

Retroastro: Halleyscher Komet

Beitrag von Ulf_N » 05.03.2019, 07:20

Vor kurzem wiedergefunden...

Der Halleysche Komet im Schützen in den frühen Morgenstunden des 20.03.1986 von Johannesburg, Südafrika, aus. Belichtungszeit 7 min. mit einem 50mm f/2 Minolta Objektiv auf Fujichrome 400, piggyback auf einem 100/1000 mm Newton. Einer der ersten Einsätze des damaligen Teleskops bzw. der Montierung für Astroaufnahmen. Der grünlich-bläuliche Stich war typisch für Fujichrome Filme, in der Milchstraße sind oben der Sternhaufen M 7 und links der Lagunennebel sichtbar. Ich war damals 13, der nächste Auftritt ist im Jahre 2061. Ambitioniertes Ziel... :-)

Bild

Grüße,
Ulf

Benutzeravatar
ilkr
Austronom
Beiträge: 432
Registriert: 03.01.2008, 00:38
Wohnort: Wien
Kontaktdaten:

Re: Retroastro: Halleyscher Komet

Beitrag von ilkr » 03.04.2019, 21:48

Jetzt hast Du mich aber wirklich überrascht, und zwar einerseits technisch - ich habe damals von der Nordhalbkugel natürlicherweise ein viel bescheideneres Bild aufgenommen - aber vor allem auch emotional. Ich war damals 18 und habe mit meinem 135mm Tele Piggyback auf einem händisch nachgeführten 114/900-Newton auf gehypertem TP2415 belichtet - bei heftigen Minusgraden am Hengstberg bei Ybbs.

Tja, that's out of time... :roll:

Lieben Gruß und vielen Dank für diesen wunderbaren Flashback!
Reinhard

Ulf_N
Beiträge: 12
Registriert: 24.08.2018, 07:25

Re: Retroastro: Halleyscher Komet

Beitrag von Ulf_N » 08.04.2019, 09:58

Bei heftigen Minusgraden konntest Du ja evtl. ein wenig von der Reduzierung des Schwarzschildeffekts profitieren :-) Du hast bei 135 mm RA händisch nachgeführt? Nicht schlecht...

Ich habe erst ein paar Jahre später mit s/w und selbst entwickeln angefangen. Alles ziemlich anders damals... Statt Laptop und Autoguiding Nackenstarre und ein mega ruhiges Händchen für DEK Korrekturen (zumindest in meinem Fall mit nur einem Motor und 300 mm Brennweite).

Hast Du noch Bilder von damals? Eins der wenigen (und quasi mein erstes DSO), das ich noch habe, ist z.B. das hier
Bild
Nach heutigen Maßstäben ziemlich mäßig, aber ich war damals stolz wie Bolle :-) Allein, dass der Vergrößerer, der mir zur Verfügung stand, so stark vergrößern konnte, fand ich prima. Da musste ich auf den Tisch klettern, um den Kopf des Setups ganz nach oben zu schieben. War dann wohl bzgl. der Körnigkeit etwas übertrieben, aber allein, weil man´s konnte...

Benutzeravatar
ilkr
Austronom
Beiträge: 432
Registriert: 03.01.2008, 00:38
Wohnort: Wien
Kontaktdaten:

Re: Retroastro: Halleyscher Komet

Beitrag von ilkr » 08.04.2019, 23:30

Ja, mein Gott, ich möchte gar nicht daran denken, was ich für unglaubliche Verrücktheiten damals gemacht habe, um alles aus der Technik herauszuholen, die sie hergegeben hat. Ob Dunkelkammer oder im Feld.

Den Schwarzschildeffekt hab ich auch selber gemessen: http://ilkr.bplaced.net/000000_Article/schwarz.doc

In RA habe ich zunächst mit einer selbstgebastelten Untersetzung rein händisch (ohne Strom) nachgeführt. Nackenstarre, das kannst Du laut sagen! Bis 135mm war das o.k. Dann habe ich mir einen Synchronmotor gekauft und Franz (der Erste! :-)) Klauser hat für mich damals zum Selbstkostenpreis einen Frequenzwandler mit Handbox gebastelt. Als Student hätt ich mir ein fertiges Markengerät nicht leisten können. Und den hab ich heute noch; falls Franz diesen Beitrag liest, vielen Dank nochmals!

Erst 1995 hab ich mir dann ein C8 zugelegt, mit dem ich dann auch 1998 mit meinem ersten Autoguider in Tenerifa war. Die Analogbilder aus den späten 80er und aus den 90er-Jahren habe ich auf meiner ersten Galerie meiner Homepage zusammengefasst, aber noch ohne vergrößerte Versionen. Nicht, weil sie das nicht hergeben würden, sondern weil damals Speicherplatz und Übertragungsgeschwindigkeit beschränkt waren. Und heute scanne ich die Bilder nicht mehr neu ein, das ists mir ehrlich nicht wert...

http://ilkr.bplaced.net/gal.htm

Weggeworfen habe ich aber gar nichts - nur sehr oft schaue ich mir die Bilder von damals nicht mehr an.
Das, was noch heute noch immer eindrucksvoll rüberkommt, sind meine Bilder von Hale Bopp und die von der Sonnenfinsternis 1999.

http://ilkr.bplaced.net/sofi1.htm

Naja, aber ich will die Community nicht mit der Fotokiste eines alten Veteranen langweilen... ;-)

Lieben Gruß
Reinhard

Ulf_N
Beiträge: 12
Registriert: 24.08.2018, 07:25

Re: Retroastro: Halleyscher Komet

Beitrag von Ulf_N » 11.04.2019, 20:54

oha, da hast du ja eine richtige arbeit zum schwarzschildeffekt angefertigt, nicht schlecht...

die bilder sehen auch gut aus, da hast du schon ordentlich was rausgeholt. ich hatte u.a. auch mal mit einem schott rg filter plus spektroskopischem kodak 103 a-f film herumexperimentiert, um h-a bereiche kontrastreicher zu erfassen. aber da hat dann doch die umständlichkeit das experiment beendet, weil zunächst eine belichtung (intervall mit strichlinien und aufgeklebtem millimeterpapier) stattfinden musste, dann die eigene entwicklung und dann in einer irgendwann neuen session das objekt belichtet werden konnte, vorausgesetzt, das mm papier klebte noch richtig. was ist das einfach, heutzutage :-) da ich kaum mobil war und das alles inkl. entwicklung nicht von zuhause aus ging, hatte sich das nicht bewährt. aber wie ich sehe, hast du auch ein h-a bild in deiner galerie. kannst ja mal per pn schreiben, wie du damals fokussiert hast.

südafrika hatte einerseits den nachteil, dass es dort in den 80ern quasi keine community oder austausch gab (es gab zwar ein paar leute, da ging es aber ausschließlich ums beobachten, nicht ums fotografieren) und ich somit bzgl. der fotografie auf ein paar deutsche hefte und bücher, die ich hatte, angewiesen war, andererseits aber auch einen klaren vorteil: fantastische himmel in vielen regionen des landes (leider nicht johannesburg) und: man konnte in der regel raus, wenn man zeit und lust hatte, das wetter war die allermeiste zeit nebensächlich.

war nett, mal in die alten zeiten einzutauchen...

schöne grüße,
ulf

Antworten