Astrel 8300 ...und ASI1600

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iamsiggi
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Astrel 8300 ...und ASI1600

Beitrag von iamsiggi » 12.12.2015, 11:08

Da nach den Ankündigungen (siehe Betrag: http://www.astronomieforum.at/viewtopic ... 35&t=10782 Das wollte doch jemand ) nun erstes Substantielles verfügbar ist, erlaube ich mir, hier einen neuen aussagekräftigen Thread zu starten.

Natürlich kommt wieder mal da das Erste von Tommy, der sich nicht nur Tags sondern auch Nachts für uns abmüht:

->http://www.astronomieforum.at/viewtopic.php?f=4&t=11423 1st light von Tommy

Damit es nicht zu stark ein Verhör wird, ein erste zaghafte Frage: ;-)
tommy_nawratil @first light thread hat geschrieben: Das Guiding/Dithering besorgt der LinGuider an Bord (es ist ein Linux Computer) vial ALCCD5L-IIm am 9x50 Sucher.
Ist das quasi optional dazu, oder könnte da einfach der Kamerakopf des MGen verwendet werden?
Wenn ich das richtig interpretiere, würde man sich den Mgen vielleicht ja sparen können.
Ich wills nicht derzeit. Hab mich so daran gewöhnt, dass er das Dithering macht und einfach meine Kameras parallel auslöst.

Bei einem kurz angedachten Spontankauf hätte ich gar nicht bedacht, dass da vielleicht der MGen gar nicht die Belichtung auslösen kann.

Wegen dem Chip, der CAF8300 ist ja von der Chipgröße ein FT Sensor (Olympus FourThirds =1/4 KB Größe flächenmäßig) der ja sogar in meinen ersten DSLRs verbaut war (in der Farbversion). Mit der Größe bin ich ja sehr vertraut, welchen Abbildungsmaßstab ich da zu erwarten habe.

Mir geht es wie Toni, ich weiß wie wenig der Sony CMOS rauscht in meinen jetzigen Fotoapparaten. So etwas oder vielleicht etwas größer wie sie Sony in den eigenen Kameras verbaut (bedingt aber vielleicht eine zu starke Änderung am Gehäuse) hätte ich gerne.

Auch das mit dem Ethernet finde ich toll und sicher essentiell für remote, Wifi müsst ich ich erst gewöhnen, könnt ich jetzt schon machen mit meinen Kameras, aber momentan reicht mir der Kameramonitor. Da war ich bisher zu faul, es zu benützen.

Die dürften da jedenfalls schon sehr gut auf die heutigen und zukünftigen Bedürfnisse eingegangen sein, was mich jetzt zuversichtlich stimmt und werde halt mal geduldig warten :-)
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Re: Astrel 8300

Beitrag von tommy_nawratil » 12.12.2015, 21:29

hallo Siggi,

als ich die Astrel geksuft habe, habe ich erwähnt unsere Firma ist der MGEN Entwickler.
Andrea Ricciardi hat geantwortet, ach so ist das, er habe gerade einen MGEN gekauft von einem Händler um den zu untersuchen.
Ich habe ihm das USB Protokoll Dokumentation gegeben, und die reden schon miteinander.
Die Astrel gibt dem MGEN den Impuls zum Dithern, und erhält die Vollzugsmeldung wenn der Leitstern wieder stabil ist.
Mit dem LinGuider kann man auch zB eine AlCCD5L-IIm ansteuern, und ganz on board guiden.
Eine andere Guidekamera habe ich noch nicht zum Laufen gebracht, Andrea hat eine ASI120m und Lodestar probiert.

Die neuren Sony Chips rauschen zwar weniger, aber bei -25° ist es das Ausleserauschen das dominant ist, nicht mehr das thermische Rauschen.
Kann jeder gucken wie die Werte so sind, meine AST8300 liegt bei gemessenen 6e.

Pavel Pech hat unabhängig gemessen, man achte auch auf die Anmerkungen, manch haben pattern noise und andere Widerwärtigkeiten.
http://blog.astrofotky.cz/pavelpech/?page_id=782

Die QE der neuen Chips ist sicher besser, das ist auch richtig es wäre schön zu haben. Keine Frage.
Ich meine, ein schnelleres Scope macht mehr aus wenn ich mir die Bilder so ansehe.
Hier ist es das innovative Konzept und die standalone Fähigkeit die mich gereizt haben. Den 8300 habe ich ja schon in der Moravian.

lg Tommy
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Re: Astrel 8300

Beitrag von iamsiggi » 12.12.2015, 22:37

Hallo Tommy,
tommy_nawratil hat geschrieben: Die Astrel gibt dem MGEN den Impuls zum Dithern, und erhält die Vollzugsmeldung wenn der Leitstern wieder stabil ist.
Guidet dann der MGen die Montierung wie gewohnt? Oder wer macht das jetzt?
Und geht das jetzt schon?

Beim Rest "Linguider" und so - bei meinem Wissenstand "Bahnhof". Ich bin froh, dass der MGen das alles für mich bisher so einfach regelt.
tommy_nawratil hat geschrieben: Die neueren Sony Chips rauschen zwar weniger, aber bei -25° ist es das Ausleserauschen das dominant ist, nicht mehr das thermische Rauschen.
Kann jeder gucken wie die Werte so sind, meine AST8300 liegt bei gemessenen 6e.
ok, leider dürfte es ein Geheimnis sein, was mein Sonysensor für die FT Kameras überhaupt ist.
tommy_nawratil hat geschrieben: http://blog.astrofotky.cz/pavelpech/?page_id=782
Muss ich in aller Ruhe nochmals und die Feinheiten durchlesen.
tommy_nawratil hat geschrieben: Hier ist es das innovative Konzept und die standalone Fähigkeit die mich gereizt haben. Den 8300 habe ich ja schon in der Moravian.
Und das ist es auch was ich mir wünsche, dieses standalone Fähigkeit. Ich will da draußen nicht auch noch einen Laptop aufbauen müssen.

Meine Bedenken gehen halt schon noch sehr in Richtung: Warum jetzt noch in einen alten Chip investieren, wenn vielleicht demnächst ein neues aktuelles verbaut wird. Aber natürlich ist auch der Spruch aus der Fotografie richtig: Wer Bilder machen will, muss jetzt eine Kamera kaufen, weil einem viele Bilder beim Warten entgehen.

Egal, mal sehen wie es sich entwickelt.
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Re: Astrel 8300

Beitrag von TONI_B » 13.12.2015, 07:57

tommy_nawratil hat geschrieben:Die neuren Sony Chips rauschen zwar weniger, aber bei -25° ist es das Ausleserauschen das dominant ist, nicht mehr das thermische Rauschen.
Kann jeder gucken wie die Werte so sind, meine AST8300 liegt bei gemessenen 6e.
Die SONY A7s hat 0,4e- ReadNoise... :D
lG
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Re: Astrel 8300

Beitrag von tommy_nawratil » 13.12.2015, 14:08

die A7s hat aber grobe 8,4µ Pixel - und der Chip ist in einem ungekühlten Gehäuse ohne Fernauslöser Buchse eingesperrt.

Vor kurzem hat Andor (jene welche EM-CCD Kameras gebaut haben) den CCD Hersteller Apogee (berühmt: Alta-U) geschluckt,
und hier kommt die modernste Kamera für den semiprofessionellen Bereich:

http://www.andor.com/scientific-cameras ... kon-xl-231

peak QE 95%, dark current "below the zodiacal background", readout noise immerhin 2.1e- und 18bit
Leider ein 8kg Brocken, 15µ pixel, 61mm Kantenlänge und wahrscheinlich unbezahlbar ("request pricing").

Das ist auch keine standalone :lol:

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Re: Astrel 8300

Beitrag von TONI_B » 13.12.2015, 18:46

tommy_nawratil hat geschrieben:die A7s hat aber grobe 8,4µ Pixel - und der Chip ist in einem ungekühlten Gehäuse ohne Fernauslöser Buchse eingesperrt...
Ich habe ja gemeint, dass der Sensor OHNE Gehäuse interessant wäre. Und das Gehäuse hat sehr wohl eine Fernauslöser-Buchse! Geht über die USB-Buchse. Hat auch meine A7... :wink:

Und eine gekühlte Version gibt es auch.


Damit kein falscher Eindruck entsteht: ich finde das Konzept von Astrel genial! Nur noch genialer wäre es mit einem modernen Sensor.
lG
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Re: Astrel 8300

Beitrag von PeterE » 18.05.2016, 22:28

Hallo Tommy

ich habe mir auch eine ASTREL 3800 bestellt und möchte diese möglichst mit der MGEN ansteuern.
tommy_nawratil hat geschrieben: Andrea Ricciardi hat geantwortet, ach so ist das, er habe gerade einen MGEN gekauft von einem Händler um den zu untersuchen.
Ich habe ihm das USB Protokoll Dokumentation gegeben, und die reden schon miteinander.
Die Astrel gibt dem MGEN den Impuls zum Dithern, und erhält die Vollzugsmeldung wenn der Leitstern wieder stabil ist.
Kannst du mir einen Hinweis kriegen wie ich das zusammen zum laufen bringe? Habe ich das richtig verstanden, die MGEN wird nur mit USB Kabel mit der AST3800 verbunden, also nicht über EOS-Auslösebuchse/Opto-Koppler? Geil wäre natürlich auch den Autoguider über die WLAN Verbindung anzusteuern. Wenn es den Source Code für das Windows Programm zur Fernsteuerung gäbe, könnte ich versuchen ein Paket für die Astrel zu bauen (kenne mich mit Linux Softwareentwicklung sehr gut aus).

Aktuell warte ich immer noch auf die Lieferung der Kamera und bisher habe ich nur Erfahrung mit einer EOS 700D und MGEN Guider. Oder lohnt sich der Umstieg auf eine Webcam mit LinGuider um alles in einem Gerät zu haben? Welche Vorteile bietet die MGEN in dieser Konfiguration noch?

Gruss, Peter

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Rev.Antun
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Re: Astrel 8300

Beitrag von Rev.Antun » 19.05.2016, 09:28

Mit dem MGEN brauchst jedenfalls mal keinen zusätzlichen Rechner mit.
lg Toni
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Seit die Mathematiker über die Relativitätstheorie hergefallen sind, verstehe ich sie selbst nicht mehr.

Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten :)

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Re: Astrel 8300

Beitrag von tommy_nawratil » 19.05.2016, 17:01

hallo Peter,

Astrel hat mir das entsrechende Update zum Anschluss und Betrieb des MGEN zugesandt.
Man braucht nur in den Einstellungen den MGEN als Guider auswählen.
Der MGEN wird per USB angeschlossen und das Dithern von der Astrel getriggert.
Wenn fertig gedithert gibt der MGEN die Vollzugsmeldung zurück, und die Astrel beginnt mit dem nächsten Foto
- funktionierte auf Anhieb ohne Probleme! :D

Frage bitte bei deinem Händler oder Astrel nach wann es zum Download bereitgestellt wird,
oder ob du es auch bekommen kannst. Ich sollte da nicht zwischenfunken.
Auf der Astrel Seite sind immer noch nur die antik Versionen der FW verfügbar.
Da brauchts ein bissl Wind. :mrgreen:

lg Tommy
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PeterE
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Re: Astrel 8300

Beitrag von PeterE » 19.05.2016, 22:30

Hallo Tommy

Danke für deine Antwort, ich werde Andrea Ricciardi sicher nach der neuen Firmware fragen sobald das Gerät da ist :-)
Vermutlich liegt es an der Mangelware Zeit, dass die neue Version noch nicht auf der Website ist. Aber immerhin scheint die Realisierung der Anpassung recht schnell gegangen zu sein und ich kann der gemeinsamen Verwendung von ASTREL und MGEN jetzt gleichzeitig entspannt und gespannt entgegen sehen. :o

Den Computer im Feld zu vermeiden war für mich ein Grund für die ASTREL. Der andere ist die Fernsteuerung und die Möglichkeit selbst etwas zu basteln. Ich habe noch einen 12V Mini-PC von pcengines.ch mit SSD, WLAN, 4 GB Memory auf dem Linux läuft und gleichzeitig Windows XP in VirtualBox. Diesen PC habe ich eigentlich als Fernsteuerung für Teleskop, Kamera, MGEN gebaut. Funktioniert auch, ist einfach ein Teil mehr was aufgebaut sein muss und deshalb noch nicht wirklich im Einsatz gewesen. Mit der ASTREL ist der MiniPC jetzt überflüssig, weil die ASTREL ja mit WLAN fernsteuerbar ist und die ASTREL das Teleskop (über Optokoppler oder RS-232) und später ev. auch den Guider steuern kann. Einen PC oder auch Smartphone braucht man dann nur noch für die Fernsteuerung (im wärmeren Auto/Wohnzimmer). Fehlt nur noch ein Abo für klaren Nachthimmel...

Gruss, Peter

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Re: Astrel 8300

Beitrag von tommy_nawratil » 31.05.2016, 14:25

hallo,

die neue Firmware V 1.9 für Astrel 8300 ist abrufbar:
http://www.astrel-instruments.com/#!downloads/c8ay

da bis jetzt nur V1.4 und V1.5 verfügbar waren, ist es ein großes Update:

REVISION HISTORY

rev 1.9:
- Substantially improved sensitivity on focus app
- added red spot on liveview marking CCD center
- added support for setting date, time and location in config app
- added date, time and position to FITS header
- added support for GPS module and geotagging of images
- eliminated noise generating when using some autoguiders

rev 1.8:
- support for MGEN standalone autoguider
- added config app

rev 1.7:
- added smart filterwheel positioning movements
- updated on board help for admin tools

rev 1.6:
- added filterwheel calibration app
- LCD slow dimming
- support for filterwheel motor release 2
- show when exposing in Take Photos

lg Tommy
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Re: Astrel 8300

Beitrag von tommy_nawratil » 17.07.2016, 16:40

hallo,

habe mal Darks von der neuen ASI1600MMC mit der Astrel verglichen. 8min Darks bei -20°C Unity Gain.
Die ASI1600MMC hat jedenfalls massenhaft warme Pixel, etwa 10-20x mehr als meine Astrel 8300.
Die machen einen zweiten Buckel im Histogramm, und ie Werte dieser warmen Pixel liegen etwa 3x über dem sonstigen Hintergrund.

Im einzelnen Dark ist bei der ASI1600MMC -20° in der PI Statistik (16bit Werte):
mean 376 avgDev 62
Ausschnitt aus der Mitte (ohne Glühen): mean 336 AvgDev 52

und ein 8min Dark der Astrel 8300 bei -25°C:
mean 1235 avgDev 15
Ausschnitt aus der Mitte: mean 1232 AvgDev 8,9

Das heißt fürs Einzel Dark: Die ASI1600 zeigt - auf dieselbe Helligkeit normiert - fast 20x so hohe Abweichungen bei den Pixelwerten wie die Astrel.
Das ist vorerst mal berauschend würde ich meinen. Mal sehen wie das Summen Dark dann aussieht.

Habe auch die Ausschnitte aus der Mitte mit dem Noise Evaluation Script geprüft:
ASI1600 Dark 5,981 x 10^-4
Astrel8300 Dark 1,250x10^-4

Das muß man auch auf dieselbe Hintergrund Helligkeit normalisieren, stimmt also mit den ca. 20x aus der Statistik etwa überein.

zum Anschauen - mit STF Vorschau gestreckt und Histo gleich gestreckt, und Statistik in PI.
Links unten ein 100% Ausschnitt, da sieht man die Myriaden warmen Pixel der ASI1600MMC.

Dark der ASI1600MMC 480sec -20°C
Bild
groß:
https://farm9.staticflickr.com/8592/283 ... 5a_o_d.jpg

Dark der Astrel8300 480sec -25°C
Bild
groß: https://farm8.staticflickr.com/7752/283 ... b5_o_d.jpg

Also nicht nur alles rosig bei der ASI1600, mal sehen wie sehr man damit am Hintergrund kratzen kann.
Also - schwaches Signal aus dem Rauschen herausheben.

lg Tommy
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Re: Astrel 8300

Beitrag von iamsiggi » 17.07.2016, 23:59

tommy_nawratil hat geschrieben: Links unten ein 100% Ausschnitt, da sieht man die Myriaden warmen Pixel der ASI1600MMC.
Aber zumindest nicht mehr so grausam, wie wenn dieser Chip in der E-M1 Kamera verbaut ist.
Da ist ja die Farbversion dieses Panasonik Chips drinnen.

Das Sensorglühen haben sie auch recht gut hinbekommen.
Das wiederum ist bei der Astrel links ziemlich deutlich.

tommy_nawratil hat geschrieben: Also nicht nur alles rosig bei der ASI1600, mal sehen wie sehr man damit am Hintergrund kratzen kann.
Also - schwaches Signal aus dem Rauschen herausheben.
Ja da bin ich auch gespannt.

Als ich erstmals nach Deiner Erwähnung nach der ASI1600 geforscht habe, war ich entzückt. Erst als ich dann gesehen hab, das es der Panasonic CMOS ist, dachte ich:
"knapp vorbei ist auch daneben..." So gut die E-M1 ist, für Langzeitbelichtungen wird sie von Fotografen nicht wirklich ernsthaft verwendet, soweit ich mitbekommen habe.
Seit ich die vielen Hotpixel und das Sensorglühen am Rand gesehen habe, habe ich sie für meine weiteren Astrofotoversuche nicht mehr in Erwägung gezogen und die Kameras mit dem Sony CMOS verwendet (E-M10/5 und E-PL6/7).
Allerdings würde ich noch weniger meine alte E-300 ausgraben um sie dafür zu verwenden, da steckt nämlich die Farbversion des CAF8300 drinnen.

So bin ich noch immer auf Warteposition.

Vielen Dank Tommy für Deine Tests
Siegfried
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Re: Astrel 8300

Beitrag von Rev.Antun » 18.07.2016, 10:31

:shock: daher die ASI1600'er sind nicht sooo Optimal - aber haben dafür einen g'waschenen Preis :roll:
lg Toni
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Re: Astrel 8300

Beitrag von iamsiggi » 18.07.2016, 11:43

Rev.Antun hat geschrieben::shock: daher die ASI1600'er sind nicht sooo Optimal - aber haben dafür einen g'waschenen Preis :roll:
Naja, es ist ja nicht ganz so schlimm, wenn man bedenkt, was man auf dem alten CAF8300 und den neuen CMOS noch herauskitzeln kann.

Beim Panasonic Chip der ASI ist es halt so, dass ich es auch nicht wirklich am Objekt probiert habe, ob nicht trotz der vielen Hotpixel und dem starken Sensorglühn am Rand nicht dennoch gleich gute Bilder möglich währen. Da hab ich mit halt gesagt: Da bleib ich beim Sony 16Mpixel CMOS, die in meinen anderen 4 Fotoapparaten verbaut sind und lerne dafür lieber am Objekt und mit der Bildverarbeitung umzugehn, sonst hätte ich vielleicht bis heute noch keine herzeigbaren Bilder zustandegebracht ;-)

Dennoch ein standalone System das mit MGen zusammenspielt und einem gutem CMOS Chip tät mich schnell zu einem Upgrade bewegen ;-)
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Re: Astrel 8300

Beitrag von tommy_nawratil » 18.07.2016, 15:24

hallo,

ein Einzeldark minus Masterdark ASI1600 sieht gut aus, die warmen Pixel sind weg! Habe 20 Darks per average ohne rejection integriert, und dieses Masterdark von einem Einzeldark abgezogen.

Es wird zwar das Histo links etwas abgeschnitten, also einige wenige Pixel mit Helligkeit Null entstehen, das dürfte in der Praxis aber ohne Belang sein da dieser Bereich ohnehin keine Signalinformation enthält. Links unten wieder der 100% Ausschnitt.
Bild
groß: https://farm9.staticflickr.com/8472/283 ... 28_o_d.jpg

nun brauchen wir echtes Signal, um zu vergleichen.

Die deutschen Kollegen haben reklamiert, daß der Rauschpegel nicht per Multiplikation verglichen werden darf,
weil das Rauschen sich auf dem Sockel von Bias/Dark draufsetzt. Wenn der Sockel stärker (heller) ist,
wäre das Rauschen immer noch dasselbe. Also im ASI Rohbild nicht 20x stärker, sondern nur 4x stärker als bei der Astrel.
Ohne genaue Kenntnis der Gain/Offset Werte bei der Astrel muß man mit absoluten Werten sehr vorsichtig sein.

lg Tommy
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Re: Astrel 8300 ...und ASI1600

Beitrag von tommy_nawratil » 19.07.2016, 15:44

hallo,

Da draußen eher der Monsun herrscht, habe ich unter gleichen reproduzierbaren Bedingungen etwas Wandbehang fotografiert. 5x480sec durch 70/350 Apo und mit 12nm OIII Filter im nur durch eine abgedeckte Funzel beleuchteten Optikraum.

Die Bilder waren sehr schwach durchbelichtet, also nicht weit vom Rauschen, typisch für Schmalband Aufnahmen. Die ASI liefert gute Rohbilder wo hell/dunkel deutlich mehr Helligkeitsstufen umfasst als bei der Astrel - wahrscheinlich wegen der Treiber Multiplikation. Sie ist sehr empfindlich und die Bilder lassen sich einfacher strecken. Bei der Astrel hatte ich noch dazu einen Lichteinfall, vermutlich durch die doofe LAN Diode die sehr hell leuchtet wenn das Kabel steckt.

Je 5 Bilder kalibriert mit Darks und auf etwa gleiche Helligkeit gestreckt sehen so aus - links ASI1600 rechts Astrel8300:
Bild
groß: https://farm9.staticflickr.com/8627/283 ... 9f_o_d.jpg

Durch den Lichteinfall verliert das Astrel Bild an Kontrast, ich habe zum Vergleichen 1:1 Ausschnitte aus dem Plakat mit Nebel aus der LMC rechts unten genommen wo es am besten ist:
Bild
groß: https://farm9.staticflickr.com/8846/277 ... f9_o_d.jpg

Man sieht bei beiden Kameras das Rauschen (hier wurde nichts weiter bearbeitet), und die kleineren Pixel der ASI1600 ergeben natürlich den größeren Bildmaßstab. Die ca.75° geneigten Streifen im ASI1600 Bild kommen vom Druck des Plakates und haben nichts mit der Kamera zu tun.

Hier noch ein Blick auf je ein einzelnes Rohbild, mit STF vorschau in PI gestreckt. Das Signal ist bei der ASI1600 bereits deutlicher zu sehen, und interessanter Weise fallen die warmen Pixel gar nicht auf:

Bild
groß: https://farm9.staticflickr.com/8893/277 ... 62_o_d.jpg

Die ASI1600 gefällt mir für Deepsky immer besser, sie ist empfindlich, rauscharm und einfach im Handling. Nun kommt hoffentlich bald gutes Wetter um sie am Himmel zu erproben, bin da ganz optimistisch. Brauch noch ein FiRa dazu. Auf der anderen Seite bekomme ich mit dem 8300 "Opa" Chip in Summe aber auch gute Resultate. Ich möchte ja gerne wissen, woran das liegt daß man mit den modernen Chips nicht sooo viel bessere Bilder sieht. Schaut man sich Tommy Hennes gerade geposteten M63 mit einer ollen Eos500d an, kommt man ins Grübeln.

lg Tommy
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Re: Astrel 8300 ...und ASI1600

Beitrag von stw » 04.08.2016, 13:18

Hallo in die Runde!

Ich bin ebenfalls auf die ASI 16000 aufmerksam geworden und verfolge daher Eure Berichte mit großer Aufmerksamkeit. Ich kann mir die Kamera als guten Einstieg in die SW Astrofotografie vorstellen.

Ich habe einen Beitrag aus dem ZWO Forum gefunden, der mich aber etwas stutzig gemacht hat. Dort wird von "banding" Effekten gesprochen, die wohl alle Kameras betreffen:

http://zwoug.org/viewtopic.php?f=21&t=6429

Habt Ihr soetwas auch schon gesehen?

Viele Grüße und klare Nächte!
Stephan

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Re: Astrel 8300 ...und ASI1600

Beitrag von tommy_nawratil » 16.08.2016, 21:08

hallo Stephan,

wie du an obigen Bildern sehen kannst, nichts dergleichen.
Ich verwende ein stabilisiertes Netzteil mit einem durch Ferrit geschützten Kabel.


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Re: Astrel 8300 ...und ASI1600

Beitrag von tommy_nawratil » 12.09.2016, 23:54

hallo,

Sky@night hat die Astrel8300 getestet:

http://media.wix.com/ugd/f5df2f_08aca5e ... fd1996.pdf

lg Tommy
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Re: Astrel 8300 ...und ASI1600

Beitrag von pwsasus » 04.10.2016, 22:05

Hallo,

bin neu hier und möchte an euch Wissende die Frage stellen, wie sich eine Astrel an meinem Esprit 80 machen würde? Geplanter Einsatz : Schmalbandaufnahmen (6nm) vom Wiener Stadtrand aus. Oder würde die Atik One 6 (oder9) besser dazu passen? Anmerkung : möchte mit der CCD auch mein Canon 200er Tele zum Einsatz bringen.

lg
Paul
"Mache die Dinge so einfach wie möglich, aber nicht einfacher"

Takahashi FSQ85, Avalon M-Zero, Canon 6D, Canon 5D Mark iv, Astrel 8300 mono, MGEN, Canon EF200/2.8, Canon EF24-70/2.8, Sigma ART 35mm/1.4

klausbaerbel
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Re: Astrel 8300 ...und ASI1600

Beitrag von klausbaerbel » 25.06.2017, 18:41

Hallo Zusammen,

An dieser Stelle möchte ich Tommy ganz ausdrücklich für seine aussergewöhnlich gute Unterstützung und Geduld bei der Einarbeitungszeit mit meiner Astrel danken.
Einen solch super Service habe ich bislang noch nie erlebt und diesen Standard hält Tommy nun schon seit Jahren unermüdlich bei.

Noch bin ich dabei zu lernen, und die Kalibrierdateien zu erstellen.

Ich bin sehr gespannt, wie der Unterschied zu den DSLR Aufnahmen ausfällt und ob meine Erwartungen erfüllt werden.

Liebe Grüße
Heiko

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