TP2415 Reminiszenz

DeepSky Fotografie - Präsentation eigener Astrofotos
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TONI_B
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TP2415 Reminiszenz

Beitrag von TONI_B » 23.09.2018, 10:59

Wahrscheinlich kennen viele (junge?) Amateurastronomen den Begriff "TP2415" gar nicht mehr, oder?

Der TP2415 oder genauer gesagt der Technical Pan 2415 SW-Negativ-Film von Kodak war in den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts "der" Film der Amateurastronomen: extrem hohe Auflösung (>300L/mm) und auch hohe Empfindlichkeit im roten Spektralbereich. Zudem konnte er durch eine "Hypersensibilisierung" (Behandlung von 20-40 Stunden bei 50-60°C in einem Wasserstoff-Stickstoff-Gasgemisch) insofern empfindlicher gemacht werden, dass der sog. Schwarzschildeffekt (je länger man belichtet, desto unempfindlicher wurden die chemischen Filme!) nicht mehr auftrat. Speziell mit Rotfiltern ("H-Alpha-Pass") konnte man bei Belichtungszeiten von 30-90min kontrastreiche SW-Aufnahmen von roten Nebeln machen.

In der digitalen Zeit tut man sich da wesentlich leichter: kein Schwarzschildeffekt; viele kurze Einzelbelichtungen verringern die Gefahr, dass etwas während der Belichtung die Aufnahme (zer)stört und schmalbandige H-Alpha-Filter sind billig verfügbar.

Aber die Ergebnisse erinnern mich sehr stark an damals:
Bild

Als Negativ und extrem kontrastverstärkt, damit die schwachen Nebel sichtbar werden:
Bild

Noch ein Gebiet rund um h&chi-Perseus und Herz-Nebel usw. aber nicht so stark hochgezogen:
Bild
lG
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RiedlRud
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Re: TP2415 Reminiszenz

Beitrag von RiedlRud » 23.09.2018, 17:55

Hallo Toni!
Schöne Aufnahmen. ich habe "damals" mit Kodak 103 A-E aufgenommen. Meterware im Kühlschrank gelagert, und im verdunkeltem WC immer abgelängt. Naja, irgendwie geht es heute leichter, wenn auch nicht einfacher!
Dies bedeutet aber nur, wir werden leider doch schon alt!! :-)
LG Rudi
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TONI_B
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Re: TP2415 Reminiszenz

Beitrag von TONI_B » 23.09.2018, 18:09

Mein den 103ern habe ich nie gearbeitet - die waren ja extrem grobkörnig...
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Nabucco
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Re: TP2415 Reminiszenz

Beitrag von Nabucco » 24.09.2018, 11:12

Salü zusammen,
ich hätte noch einpaar Rollen TP2415 (hyp.) im Tiefkühlfach - falls jemand probieren möchte.

Gruss Klaus

HeirichW
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Re: TP2415 Reminiszenz

Beitrag von HeirichW » 25.09.2018, 16:34

TONI_B hat geschrieben:Wahrscheinlich kennen viele (junge?) Amateurastronomen den Begriff "TP2415" gar nicht mehr, oder?

Der TP2415 oder genauer gesagt der Technical Pan 2415 SW-Negativ-Film von Kodak war in den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts "der" Film der Amateurastronomen: extrem hohe Auflösung (>300L/mm) und auch hohe Empfindlichkeit im roten Spektralbereich. Zudem konnte er durch eine "Hypersensibilisierung" (Behandlung von 20-40 Stunden bei 50-60°C in einem Wasserstoff-Stickstoff-Gasgemisch) insofern empfindlicher gemacht werden, dass der sog. Schwarzschildeffekt (je länger man belichtet, desto unempfindlicher wurden die chemischen Filme!) nicht mehr auftrat. Speziell mit Rotfiltern ("H-Alpha-Pass") konnte man bei Belichtungszeiten von 30-90min kontrastreiche SW-Aufnahmen von roten Nebeln machen.

In der digitalen Zeit tut man sich da wesentlich leichter: kein Schwarzschildeffekt; viele kurze Einzelbelichtungen verringern die Gefahr, dass etwas während der Belichtung die Aufnahme (zer)stört und schmalbandige H-Alpha-Filter sind billig verfügbar.

hallo Toni,
jetzt muss ich auch mal hier schreiben.
Ich kannte und kenne den Kod. Tech. Pan, arbeite auch Heute noch damit, und jedesmal, wenn ich den Film entwickelt habe,bin ich begeistert!
Ja, ich bin einer der letzten "Dinosaurier" ,der analog arbeitet!
Den Film hypert mir dankenswerterweise Franz Klauser, hier eh hier bekannt ist durch seine hervorragenden Bilder!
Toni: schöne Bilder zeigst du hier, sage uns doch bitte, mit welcher Optik sie belichtet wurden!
Liebe Grüßem
Heinrich Weiß



Aber die Ergebnisse erinnern mich sehr stark an damals:
Bild

Als Negativ und extrem kontrastverstärkt, damit die schwachen Nebel sichtbar werden:
Bild

Noch ein Gebiet rund um h&chi-Perseus und Herz-Nebel usw. aber nicht so stark hochgezogen:
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Re: TP2415 Reminiszenz

Beitrag von Niki » 25.09.2018, 17:49

Grandios!

Und der Film hat die Original-Photonen eingefangen... die wurden nicht gezählt und gelöscht wie am Sensor, die sind noch im Film enthalten...

lg
Niki
Das Seeing ist zwar ausschlaggebender als das Equipment, aber das Equipment kann man sich aussuchen... :)

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Re: TP2415 Reminiszenz

Beitrag von TONI_B » 26.09.2018, 05:47

@ Heinrich: die genauen Daten zu den Bildern kannst du nachlesen, indem du auf AstroBin rechts oben auf den Button "Technische Karte" klickst! Aber es wurde ein Samyang 2/135mm verwendet.

Was, der Franz hypersensibilisiert noch immer? Und du machst noch immer was mit dem TP? Echt stark! :shock:

@ Niki: Na, ja - ob da wirklich ein Unterschied zwischen Film und Sensor ist? Bei beiden wird ein Photon absorbiert und dadurch ein Elektron vom Valenzband ins Leitungsband gehoben. Das heißt bei beiden Verfahren existieren die Photonen nicht mehr. Im Film wurden sie in Form von chemischen Verbindungen, beim Sensor in Form von magnetischen oder elektrischen Zuständen gespeichert. :wink:
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Re: TP2415 Reminiszenz

Beitrag von HeirichW » 27.09.2018, 18:30

Nabucco hat geschrieben:Salü zusammen,
ich hätte noch einpaar Rollen TP2415 (hyp.) im Tiefkühlfach - falls jemand probieren möchte.

Gruss Klaus

hallo Klaus,
wieviel Rollen Tp. hast du denn?
45 Meter Rollen?
Was willst du haben dafür-pro Rolle?
LG Heinz

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Re: TP2415 Reminiszenz

Beitrag von Niki » 27.09.2018, 19:17

TONI_B hat geschrieben:@ Niki: Na, ja - ob da wirklich ein Unterschied zwischen Film und Sensor ist? Bei beiden wird ein Photon absorbiert und dadurch ein Elektron vom Valenzband ins Leitungsband gehoben. Das heißt bei beiden Verfahren existieren die Photonen nicht mehr. Im Film wurden sie in Form von chemischen Verbindungen, beim Sensor in Form von magnetischen oder elektrischen Zuständen gespeichert. :wink:
Tja, Toni, da hast Du recht, aber im Film ist das Photon für mich chemisch gespeichert, es wurde absorbiert und ist noch "chemisch erhalten" im Silberbromid, zumindest seine Energie, aber wer weiß... ,) vielleicht existiert es ja auf einer uns unzugänglichen Ebene als Astralphoton in der Materie. (Reine Wissenschaftler dürfen jetzt kopfschüttelnd einen Doppler aussaufen bei soviel physikalischer Spiritualität). :lol:

Im Sensor hingegen wurde es ins Klo gespült. Soweit ich das alles verstanden habe... ,)

lg
Niki
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Re: TP2415 Reminiszenz

Beitrag von TONI_B » 28.09.2018, 07:20

Na, ja - all zu philosophisch oder pseudowissenschaftlich sollte es nicht werden und den Doppler trinke ich als Wissenschaftler lieber nicht, denn das ist für mich eine Jahresration an Alkohol... :lol:

Aber für mich ist es kein Unterschied ob die Wirkung(!) eines Photons in einem AgBr-Molekül gespeichert ist oder ob die Wirkung(!) des Photons als elektrische Ladung und später zB. als magnetische Orientierung auf einer HDD gespeichert ist und damit erhalten bleibt.
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Re: TP2415 Reminiszenz

Beitrag von Nabucco » 28.09.2018, 08:44

Hallo Heinz,

ich habe noch 6 KB-Rollen (hyp.) und 5 KB-Rollen normalen TP 2415.
Die kannst Du gerne haben - geschenkt natürlich.

LG Klaus

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