M37

DeepSky Fotografie - Präsentation eigener Astrofotos
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starhopper62
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M37

Beitrag von starhopper62 » 11.02.2009, 23:13

Hallo Astrofreunde,

nach einigen guten Erkenntnissen von Dietmar Hager möchte ich Euch meinen M37 präsentieren.
Bild
Equipment: LXD75, Skywatcher Black Diamond ED80, Meade DSI II Pro
Daten: LRGB 40:20:20:20 min. mit IDAS-LPS P2 Filter
durch die Wiener Lichtglocke im 22. Bezirk.

Freue mich über Eure Meinungen und auch Kritik. :D

starhopper62
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Beitrag von starhopper62 » 12.02.2009, 09:46

Hallo Reinhard,

danke für deine lobenden Worte.

Der Hintergrund wurde nur durch den Gamma-Wert korrigiert.
Die Größe des Bildes wurde in CCD-Stack hochgerechnet - Anleitung dazu findest du auf meiner Homepage unter Tipps und CCD-Stack Workflow. Ausarbeitung war in CCD-Stack (wie Workflow) mit Dark-, Bias- und Flatabzug, Astroart zum calibrieren der Farben und Photoshop um die Luminanz einzufügen. Zum Schluß hatte ich noch PixInsight verwendet um den Hintergrund zu glätten (künstlicher Flatabzug), Workshop von Dietmar Hager zu finden auf seiner Page.

Bei der DSI II Pro habe ich folgende Einstellungen verwendet:
GAIN - 1
OFFSET - 50
mit diesen Werten habe ich bis jetzt das beste Ergebnis erzielt, bei längeren Belichtungszeiten muss man natürlich den Offset-Wert noch ein wenig reduzieren.

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Blight
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Beitrag von Blight » 21.02.2009, 22:14

Hi Starhopper!

auch auf die Gefahr hin, dass ich mit Hohn und spott rechnen muss: ich finde das Bild vom Gesamteindruck zu unscharf, allerdings gut genug um die verschiedenen Faben der Sterne und deren optische Positionen zueinander zu erkennen.

Lg!
Von fern sieht man's vom Shuttle blinken:
Geh, schickt's und doch a Blattl Schinken!

starhopper62
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Beitrag von starhopper62 » 21.02.2009, 23:03

Hallo Blight,

deine Kritik besteht nicht zu unrecht, doch die meisten sind verwöhnt mit Astrokameras der oberen Preisklasse und mit 6-10 Megapixeln. Doch die Meade DSI II Pro hat nur 422.000 Pixel und dies war bis jetzt mein bestes Ergebnis eines Astrofotos.
Zu bemerken sei auch, dass die Serie von M37 mitten aus der Großstadt von Wien aufgenommen wurde und der IDAS-LPS P2 seine besten Dienste dazu beigetragen hat.
Klar könnte man nochmals in einigen Programmen nachschärfen, doch dies sah bei meinem M37 dann total künstlich aus.

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Maverik83
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Beitrag von Maverik83 » 22.02.2009, 08:50

Hallo Dieter!

>>Klar könnte man nochmals in einigen Programmen nachschärfen, doch dies sah bei meinem M37 dann total künstlich aus.<<

Ich finde das ein schönes Statement :wink:
Für diese Umstände unter denen diese Aufnahme gemacht wurde finde ich es beeindruckend.
Roland Ferth fotografiert ab und an aus dem Norden von Wien - er schafft es auch immer wieder unsere Runde in Staunen zu versetzen...


Ich finds toll, dass es Leute gibt, die sich von ein "bisschen" Lichtverschmutzung nicht abhalten lassen unserem schönen Hobby zu frönen :D

LG, Robert

starhopper62
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Beitrag von starhopper62 » 22.02.2009, 13:21

Hallo Robert,

danke für deine klaren Worte dazu!

Gemessen an der Wetterlage unter der wir schon zu lange leiden, nehmen wir schon jede Wolkenlücke, die sich für ein oder zwei Stunden auftut zum Anlass auch aus der Lichtglocke von Wien einige Aufnahmen zu bekommen.
Wenn wirklich mal ein gutes Wetter herrscht packt man sein Equipment zusammen und entflieht der Lichtglocke von Wien. Aber wie oft war das seit Anfang Jänner schon der Fall - nicht einmal, wegen des hartnäckigen Bodennebels noch dazu.

Mein Kollege meint oft "spaßhalber" wir sollten uns ein anderes Hobby suchen - z.B. Wolken fotografieren!!!

starhopper62
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Beitrag von starhopper62 » 22.02.2009, 22:01

Hallo Reinhard,

habe heute nochmals M37 einer Ausarbeitung ohne Vergrößerung auf das Doppelte gemacht, doch an der Vergrößerung liegt es nicht, keine größeren Sterne, also ohne Qualitätsverlust wie in meinem CCD-Stack Workflow beschrieben.
Ich denke eher, dass es mit dem Verhältnis der Chipgröße und der Pixelanzahl zu tun hat. Nimm zum Vergleich einmal deinen M15 her.
Auch hier ist eine gewisse Unschärfe zu erkennen - die DSI hat eben nun mal nur 0,5 Megapixel (452.368 Pixel).

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Beitrag von starhopper62 » 23.02.2009, 09:18

Hallo Astrofreunde,

die Abbildung der Sterne und deren Größe resultiert aus der Microngröße der Pixel (Meade DSI II Pro hat 8,3 x 8,6 micron). Ideal wäre eine Größe von ca. 7,8 micron bei einer Brennweite von 600mm.
Andere Kameras mit kleineren Microngrößen haben zwar eine kleinere Darstellung der Sterne aber nicht das Auflösungsvermögen in der Tiefe.
Ist die Microngröße noch größer so passen ein oder zwei Sterne nur mehr auf ein Pixel und die Darstellung wirkt zu aufgeblasen.
Ihr könnt dazu verschiedene Chips vergleichen - wichtig dazu ist immer das Verhältnis zwischen Brennweite und Microngröße!

Lateralus
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Beitrag von Lateralus » 23.02.2009, 22:19

Hallo Dieter,

Ich bin mir jetzt nicht sicher ob ich dir folgen kann.
8,3um bei 600mm sind 2,85"/pixel
7,8um bei 600mm sind 2,68"/pixel

Im Prinzip ist das das Selbe und wird keine großartig unterschiedlichen Endergebnisse liefern.
Andere Kameras mit kleineren Microngrößen haben zwar eine kleinere Darstellung der Sterne aber nicht das Auflösungsvermögen in der Tiefe.
kleinere Pixel bedeuten eine größere Darstellung und daher auch mehr Auflösungsvermögen.
Was du mit Auflösungsvermögen in der Tiefe meinst verstehe ich nicht.

lg,
Michael

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Beitrag von starhopper62 » 24.02.2009, 09:59

Hallo Michael,

du hast recht, meine Formulierung ist nicht ganz richtig.
Manfred Wasshuber hat den Vergleich einmal so angestellt "in einen kleinen Topf (Pixel) kann nicht soviel Licht gesammelt werden als in einem großen Topf".

Hier ein Link dazu:
http://www.nova-ccd.de/kodak_inside.htm

Dies steht weiter unten bei Pixelgröße unter obigem Link:
Je größer die Pixel, desto empfindlicher ist eine CCD-Kamera bei gleicher Brennweite. Für die Fotografie von schwachen deep-sky Objekten ist ein Kamera mit 20u Pixel einer Kamera mit 9u Pixeln daher deutlich überlegen. Das kommt daher, weil große Pixel mehr Licht sammeln können als kleine. Allerdings ist klar, dass große Pixel weniger Details abbilden können als kleine Pixel. Wo ist das Optimum? Nun das hängt im wesentlichen von der verwendeten Optik ab.

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Beitrag von Lateralus » 24.02.2009, 11:55

Hallo,

verstehe mit Auflösungsvermögen in der Tiefe meinst du einfach Empfindlichkeit.

Ich möchte nochmal auf den Fehler hinweisen, daß die Sterne keineswegs aufgebläht wirken wenn die Pixel groß sind und so vielleicht sogar 2 Sterne in ein Pixel passen.
Das ist genau umgekehrt.
Sind die Pixel klein wirken Sterne aufgebläht.
Sind die Pixel groß, wirken Sterne klein und eckig da sie undersampelt sind.

lg,
Michael

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Beitrag von starhopper62 » 24.02.2009, 13:17

Hallo Michael,

danke für deine Aufklärung!
Ja, manchmal klingt alles so logisch, dass man unlogisch denkt und somit falsch verstanden hat. Da sieht man, auch aus Fehlern kann man viel lernen.

starhopper62
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Beitrag von starhopper62 » 08.03.2009, 19:47

Hallo Photonensammler,

habe nochmals M37 einer neuen Ausarbeitung mit CCD-Stack und Photoshop unterzogen. Die Sterne kommen jetzt knackiger heraus. Der Hintergrund ist zwar dunkel, doch dies scheint an der Kameraeinstellung der DSI zu liegen, denn ich verwende nur mehr beim GAIN die Einstellung von 1.
Bei der Einstellung Auto Exposure wird der GAIN immer sehr hoch angesetzt und dadurch ist die Bildverstärkung viel zu stark und die Feinheiten gehen verloren, speziell bei Nebel und Galaxien (siehe ältere Fotos auf meiner HP).

Aber urteilt selbst und spart nicht mit eurer Kritik.

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