AZ-EQ6Pro erste Tests

AZ, EQ, Tripods, GoTo...
Antworten
Benutzeravatar
tommy_nawratil
Austronom
Beiträge: 5711
Registriert: 13.06.2008, 10:34
Kontaktdaten:

AZ-EQ6Pro erste Tests

Beitrag von tommy_nawratil » 08.10.2012, 12:09

hallo,

ich hab zur Abwechslung mal auf der facebook Seite ein paar erste Eindrücke zur AZ EQ6 Pro reingestellt:

http://www.facebook.com/teleskopaustria

Das Getriebe ist deutlich unterschiedlich zur EQ6Pro, anderes Geräusch und keine Resonanzen die scheppern.
Guiding läuft gut, so wie ich es von meiner EQ6Pro gewohnt bin. Die Encoder sind eine nette Sache, die Koordinaten
laufen am Display mit wenn man per Hand schwenkt.
Die Tests gehen laufend weiter, wie es das Wetter erlaubt...

lg Tommy
Physik ist die Poesie der Natur..
arbeite fröhlich mit bei https://teleskop-austria.at

cornyyy
Beiträge: 58
Registriert: 01.06.2012, 14:32

Re: AZ-EQ6Pro erste Tests

Beitrag von cornyyy » 20.11.2012, 14:26

Hallo Tommy,

hattet Ihr denn in der Zwischenzeit ein paar Wolkenlücken um die AZ-EQ6 weiter testen zu können?

1. Wie hoch ist denn der periodische Fehler? Kann man dann jetzt bei kurzen Aufnahmen (meinetwegen 5min) auf´s Guiding verzichten?
2. Ist das Kabel zur Steuerung der Canon EOS mit dabei?

Ich denke die Fragen werden Einige hier interessieren.

Viele Grüße
Cornel
Viele Grüße und sternklaren Himmel
Cornel

Carbon GSO 200/800 auf AZ-EQ6
MPCC und ASA 0.73 Reducer
EOS 20d mod.
MGEN via 8x50 Sucher
300/1500 Dobson

Benutzeravatar
tommy_nawratil
Austronom
Beiträge: 5711
Registriert: 13.06.2008, 10:34
Kontaktdaten:

Re: AZ-EQ6Pro erste Tests

Beitrag von tommy_nawratil » 20.11.2012, 20:36

hallo Cornel,

der periodische Fehler der von mir getesteten Exemplare ist ca +/- 5 Bogensekunden, man muss also schon guiden.
Aber es gibt vom Getriebe her keinen backlash, also keine Unterperiode.
Das Guiding läuft demensprechend sehr gut, den Guidegraph hast du wahrscheinlich schon gesehen, ist oben verlinkt.
Es ist genauso seeingbegrenzt wie bei deutlich teureren Montierungen :mrgreen:
Sie ist etwas steifer als die EQ6 bei kleinerem Gewicht, so mein Eindruck.

Wo liegen die Schwachpunkte, gibt es Kinderkrankheiten?
Der Polblock lässt sich mit den beiden Schrauben links und rechts nur schwer festklemmen.
Das ist in der Praxis aber kein Problem weil das Gewicht des Setups ihn immer auf einer Seite ruhen lässt.
Ansonsten bin ich noch am Testen - so es der Himmel erlaubt ... schaun wir mal.

Ah ja, Kabel für Eos APS-C liegt bei.

lg Tommy
Physik ist die Poesie der Natur..
arbeite fröhlich mit bei https://teleskop-austria.at

martl
Austronom
Beiträge: 774
Registriert: 22.11.2009, 19:31
Wohnort: Volders
Kontaktdaten:

Re: AZ-EQ6Pro erste Tests

Beitrag von martl » 29.11.2012, 23:44

Hallo Cornel!

Ich hab das schöne Stück schon zu Hause :) , konnte sie sogar am 2. Abend schon testen. Die Montierung wirkt gut durchdacht, ist auch mit kleinen Ausnahmen solide verarbeitet. Tolle Polhöheneinstellung und die Rutschkupplungen sind eine extrem feine Sache. Sollte eigentlich meinen 10"f5 fotografisch tragen können. Das Guiding mit dem 8"f4 und OAG war bei den Testaufnahmen geradezu sensationell, 20x4min identisch punktförmig, und in Dec hat sie auch, falls die Korrektur mal etwas über das Ziel ging, sofort zurück gerudert, ohne dass es dann zum unangenehmen Pingpongeffekt kam. Hoffe bloß, die führt immer so nach.

Hinsichtlich goto und Encoder kann ich noch nicht viel sagen (außer dass man die Encoder im Menü aktivieren muss, sonst rührt sich nichts beim Drehen), den Motoren sollte man aber ausreichend Saft gönnen. Mit Vollgas zieht sie doch um die 3A, und wenn sie das nicht kriegt, quittiert sie das mit gräßlichen Geräuschen. Klingt wie Karbo 40 im Getriebe, sind aber gottseidank nur die Schrittmotoren, die sich verhaspeln.

Insgesamt finde ich, soweit ich das bisher sagen kann, dass Skywatcher da ein serhr gelungenes Teil abgeliefert hat!

LG
Martin

martl
Austronom
Beiträge: 774
Registriert: 22.11.2009, 19:31
Wohnort: Volders
Kontaktdaten:

Re: AZ-EQ6Pro erste Tests

Beitrag von martl » 09.03.2013, 22:00

Hallo Leute!

Aufgrund des permanenten Schlechtwetters hatte ich leider noch recht wenig Gelegenheit, mit der Montierung mehr zu arbeiten, aber insgesamt macht sie einen sehr positiven Eindruck. Sie trägt auch meinen 10"f5 fotografisch einwandfrei, zuviel lüften sollts halt nicht, mit dem MGEN lässt sie sich zwar auch von Böen nicht leicht drausbringen, aber die Sterne werden natürlich größer. Mit dem 8"f4 hatte ich bisjetzt eigentich keinen Ausschuss, maximal 1%, wo die Sterne leicht (aber wirklich nur sehr leicht) elongiert waren, mit dem 80/500mm Refraktor fällt es schwer, die Guidinggrafik vom Strich zu lösen.

Aufgestellt und eingenordet ist sie ruckzuck, es empfiehlt sich aber, vor der Polsucherjustage einen Ring mit passender Stärke vor dem Polsucherokuar reinzugeben, damit das Okular in halbwegs scharfer Position fest arretiert werden kann (das Gewinde hat etwas Spiel). Den eigentlich überflüssigen Datumskreis am Polsucherfernrohr (Die Steuerung gibt netterweise den Stundenwinkel von Polaris aus) kann man wunderbar zum Einstellen desselben verwenden: Zunächst sollte man den RA+Dec-Teilkreis arretieren, ab besten so, dass bei 90°Dec und 0h die Montierung in der optimalen Ausgangsposition fürs Alignment ist. Danach dreht man die RA-Achse, bis das Polsucherfadenkreuz in der 12h-Position ist (senkrechte Gebäudekante), anschließend auf dem RA-Teilkreis mit schwarzem Permanentstift eine Markierung anbringen. Beim Einnorden muss man die Montierung nur auf diese Markierung drehen, schauen, dass der Datumskreis auf 12 steht. Wenn man davor noch die Stunden draufgeschrieben hat (die Monate gehen leider verkehrt herum), kann man dann direkt die angegebene Uhrzeit durch Drehen der RA-Achse einstellen. Die Polhöhenfeinverstellung entzückt übrigens jedesmal von Neuem: Schraube drehen und fertig, kein Gefummle mit Konterschrauben und verrutschter Einstellung nach dem Festkontern.

Die Rutschkupplungen sind insbesondere beim Ausbalancieren eine große Hilfe: Da sie ortsfest sind, findet man sie gleich wieder, man sollte sich allerdings nicht scheuen, diese bei kaltem Wetter fester als nötig anzuziehen. Durch die Materialabkühlung werden sie mit der Zeit wieder etwas loser.

Die seperaten Encoder muss ich derzeit etwas zwiespältig beurteilen: man kann das Teleskop auch von Hand schwenken, das Goto wird allerdings ungenauer, besonders wenn die Encoder auch schon beim Alingment aktiv sind. Ich habe letzten Montag etwas mit dem Goto herumgespielt, da wir wegen des Föhns ein derartig grauenhaftes Seeing hatten, dass die Sterne so groß wie Golfbälle und Fotografieren damit ziemlich sinnlos war, und da hab ich mit dem 7mm Nagler bei 190x eigentlich alle Objekte im Feld gehabt, zwar nicht genau in der Mitte, aber doch innerhalb. Und bei meinen letzten 2 Fotoversuchen hats mir das Objekt eigentlich auf Anhieb ziemlich genau in denselben Ausschnitt reingestellt als mir The Sky ausgab, wenn ich beim Alignment die Encoder deaktiviert habe. Mit aktivierten Encodern hats nicht so genau geklappt.
Die Nachführung arbeitet ausgezeichnet, es sind sogar die 30sec-Testaufnahmen mit 1400mm Brennweite punktförmig, und das ohne Pec.

Aufpassen sollte man jedoch auf die hervorstehenden Schrauben und besonders die Polhöhenschraube. Am Samstag hat sich der Kameragurt der 5DMK2 in selbiger beim Alingment verfangen. Kein sehr angenehmes Erlebnis! Man sollte sich unbedingt vor Beginn des Alignments den Kabelverlauf genau anschauen, ob ja nichts hängen bleiben kann. Die Motoren haben nämlich ganz nett Saft, mir hats beim Refraktor den Adapter aus den recht fest angezogenen M4-Madenschrauben rausgeschält.

Grundsätzlich bin ich bisjetzt wirklich sehr zufrieden mit dem Teil, der Aufbau wirkt sehr gut durchdacht, die Verarbeitungsqualität ist größtenteils sehr sauber, sie ist ausreichend stabil für einen 10"Newton, sehr gut transportabel und rasch aufgestellt und die Hauptsache: Sie läuft im Autoguidingbetrieb absolut problemlos und präzise.

LG
MArtin

Benutzeravatar
tommy_nawratil
Austronom
Beiträge: 5711
Registriert: 13.06.2008, 10:34
Kontaktdaten:

Re: AZ-EQ6Pro erste Tests

Beitrag von tommy_nawratil » 27.05.2013, 22:32

hallo,

ich hab heute die Steifigkeit der AZ-EQ6 mit der EQ6Pro verglichen und einen kleinen Test ersonnen.
Den Polblock auf ca. 40° gestellt, einfach ein 5kg Gegengewicht an die quer gestellte GGW-Stange im Abstand von 40cm von der Achsee gehängt,
den Abstand zum Boden gemessen, das GGW entfernt und nochmal gemessen.
Das zeigt wieviel die GGW Stange unter der Last von 12,5Nm niedergedrückt wird.
Das Ergebnis: Die AZ-EQ6 ist etwa doppelt so steif wie die EQ6Pro!
Hier die Bilder zum selber schauen:

Bild

Bild

lg Tommy
Physik ist die Poesie der Natur..
arbeite fröhlich mit bei https://teleskop-austria.at

Antworten