Montierung für einen 130/650er-Newton

AZ, EQ, Tripods, GoTo...
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Delyon
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Montierung für einen 130/650er-Newton

Beitrag von Delyon » 13.06.2013, 10:24

Guten Morgen!

Auf der Suche nach einem ohne Auto noch gut transportablen Instrument zur Großfeldbeobachtung neige ich mehr und mehr dazu, mir nächsten Monat den kleinen 130/650er von Skywatcher zu kaufen. In den meisten Komplettpaketen wird das Teleskop auf EQ2 angeboten, und mich würde interessieren, ob vielleicht jemand Erfahrungen hat, ob die EQ2 zur rein visuellen Nutzung noch einigermaßen befriedigend ist oder ob ich besser gleich eine NEQ3 kaufen sollte? Nach den Angaben, die ich im Internet fand, wiegt der Tubus ja unter vier Kilo, und wegen der kurzen Bauweise dürfte auch kein starker Hebeleffekt zu erwarten sein (Andererseits wird dadurch etwas zusätzliches Gewicht dazukommen, dass ich später einen 9x50-Sucher aufsetzen möchte). Und kennt eventuell jemand den genauen Gewichtsunterschied zwischen einer EQ2 und einer NEQ3 - bei einer Internetsuche stieß ich auf mehrere widersprüchliche Angaben bzgl. des Gewichts der EQ2? Da ich die Montierung i.d.R. zu Fuß in einem Trekkingrucksack transportieren werde, wären für mich schon einige Kilo Gewichtsdifferenz sehr spürbar und würde ich natürlich die leichtere Montierung bevorzugen, wenn die EQ2 das Teleskop zur visuellen Beobachtung noch halbwegs stabil trägt (Und da ich das Gerät sowieso fast nur für niedrige und mittlere Vergrößerungen nutzen werde, könnte ich auch mit einer etwas längeren Ausschwingzeit leben). Dass die NEQ3 auf jeden Fall die bessere Wahl wäre, ist mir natürlich klar, aber wegen der oben genannten Transportschwierigkeiten würde zusätzliches Gewicht eben eine empfindliche Einschränkung der Nutzbarkeit des Teleskops bedeuten.

Grüße,
Fabian

henrform
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Re: Montierung für einen 130/650er-Newton

Beitrag von henrform » 13.06.2013, 19:06

Delyon hat geschrieben:Guten Morgen!

Auf der Suche nach einem ohne Auto noch gut transportablen Instrument zur Großfeldbeobachtung neige ich mehr und mehr dazu, mir nächsten Monat den kleinen 130/650er von Skywatcher zu kaufen. In den meisten Komplettpaketen wird das Teleskop auf EQ2 angeboten, und mich würde interessieren, ob vielleicht jemand Erfahrungen hat, ob die EQ2 zur rein visuellen Nutzung noch einigermaßen befriedigend ist oder ob ich besser gleich eine NEQ3 kaufen sollte? Nach den Angaben, die ich im Internet fand, wiegt der Tubus ja unter vier Kilo, und wegen der kurzen Bauweise dürfte auch kein starker Hebeleffekt zu erwarten sein (Andererseits wird dadurch etwas zusätzliches Gewicht dazukommen, dass ich später einen 9x50-Sucher aufsetzen möchte). Und kennt eventuell jemand den genauen Gewichtsunterschied zwischen einer EQ2 und einer NEQ3 - bei einer Internetsuche stieß ich auf mehrere widersprüchliche Angaben bzgl. des Gewichts der EQ2? Da ich die Montierung i.d.R. zu Fuß in einem Trekkingrucksack transportieren werde, wären für mich schon einige Kilo Gewichtsdifferenz sehr spürbar und würde ich natürlich die leichtere Montierung bevorzugen, wenn die EQ2 das Teleskop zur visuellen Beobachtung noch halbwegs stabil trägt (Und da ich das Gerät sowieso fast nur für niedrige und mittlere Vergrößerungen nutzen werde, könnte ich auch mit einer etwas längeren Ausschwingzeit leben). Dass die NEQ3 auf jeden Fall die bessere Wahl wäre, ist mir natürlich klar, aber wegen der oben genannten Transportschwierigkeiten würde zusätzliches Gewicht eben eine empfindliche Einschränkung der Nutzbarkeit des Teleskops bedeuten.

Grüße,
Fabian
Hallo Fabian,

ich selbst hab ein 130/650 Newton mit EQ 2. Für visuell ist es so grad noch gut, aber wenn du mal astrofotgrafie betreiben willst brauchst du schon was größeres. Mir persönlich ist das EQ 2 zu instabil (kann aber auch sein weil ich es schon lange habe) und zu wackelig. Ich würde an deiner Stelle direkt zu NEQ 3 greifen da es einfach stabiler ist und du weniger Scherereien hast. Ach ja : Ohne dem Auto ist die EQ 2-Montierung so eine Sache. Ich habe einmal meine komplette Austrüstung zu meinem Vater geschleppt. Er wohnt zwar nur einen km entfernt aber trotzdem war das extremste Belastung. Es ist also ein Unterschied ob du es in deinen Garten schleppst oder mit dem Teleskop zu einem Beobachtungsort gehst der über einen km entfernt ist. Wenn du also die Sachen nur in den Garten schleppst würde ich zum NEQ 3 greifen, wenn du längere Wege gehen willst würde ich sagen das du gleich ein Set mit EQ 2 kaufst. Ich hoffe ich konnte das Thema zumindest ein bisschen erörtern.

CS und lg Henry
Skywatcher 10" Dobson

Ich wünsche einen klaren Himmel :)

Henry

Delyon
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Re: Montierung für einen 130/650er-Newton

Beitrag von Delyon » 14.06.2013, 05:37

Hallo,

erst einmal Danke für die Rückmeldung! Mit Astrofotografie werde ich zumindest in den nächsten Jahren sicher nicht anfangen, für mich ist also nur die Brauchbarkeit zur visuellen Beobachtung wichtig. Dass der 130/650er auf EQ2 etwas wacklig steht, dachte ich mir schon, aber wie gesagt wäre das nicht so dramatisch, weil ich damit fast nur Vergrößerungen deutlich unter 100x verwenden würde, wobei es nicht so schlimm wäre, wenn es bei der Nachführung ein wenig längere Ausschwingzeiten geben sollte (Zumal ich, was Wackeligkeit angeht, schon etwas abgehärtet bin, immerhin habe ich eine ganze Weile einen 114/900er auf EQ1 verwendet :wink: ). Das entscheidende Kriterium ist für mich eben schon die Transportierbarkeit - oft lege ich zu einem brauchbaren Beobachtungspunkt über eine Stunde zu Fuß zurück. Tubus und Zubehör plus EQ2 ergäbe meiner Rechnung nach ziemlich genau dasselbe Gewicht, das ich bspw. bei längeren Wandertouren oft bei mir habe, das auf weiteren Strecken schon ein wenig schweißtreibend, aber noch gut schaffbar ist - mit einer NEQ3 würde es da hingegen schon sehr kritisch, sodass ich wohl nur für die NEQ3 optieren würde, wenn mir von der Erfahrung berichtet würde, dass mit der EQ2 wirklich kein Beobachtungsgenuss möglich ist. Vielleicht mache ich ja in den nächsten Tagen einmal das Experiment, das Gewicht der NEQ3 im Trekkingrucksack zu simulieren und auf einer kleinen Wanderung auszuprobieren, ob das noch halbwegs geht.

Grüße,
Fabian

Delyon
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Re: Montierung für einen 130/650er-Newton

Beitrag von Delyon » 15.06.2013, 00:14

Wobei mir als Alternative auch gerade die Option in den Sinn kam, gar keine parallaktische, sondern eine azimutale Montierung zu verwenden, am ehesten die AZ4, die von der Tragfähigkeit her ja sogar für ein etwas größeres Gerät noch völlig ausreichend sein müsste. Die Probleme sanfter Nachführung bei hohen Vergrößerungen bei azimutalen Montierungen sind mir bekannt, aber bei einem Großfeldgerät, das meistens für Vergrößerungen unter 60x und nur selten bei Vergrößerungen deutlich über 100x verwendet würde, fiele dieser Punkt ja nicht so sehr ins Gewicht. Und angesichts der Gewichtseinsparung, die eine AZ4 gegenüber einer NEQ3 bedeuten würde, könnte ich sogar in Erwägung ziehen, mir gleich einen 150/750er statt eines 130/650ers zu kaufen. Preislich wäre eine AZ4 auch in Ordnung, sie liegt ja ungefähr zwischen dem Preis einer EQ2 und einer NEQ3.

Ebenwaldler
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Re: Montierung für einen 130/650er-Newton

Beitrag von Ebenwaldler » 15.06.2013, 07:22

Wie wärs damit?

Ein 20cm (!) - Dobson mit 8kg Gesamtgewicht!!!

http://www.hofheiminstruments.com/8-zoll-dobson.html

LG, Günter

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Re: Montierung für einen 130/650er-Newton

Beitrag von Delyon » 15.06.2013, 16:57

Hallo Günter,

so ein transportabler Dobson ist als Universalgerät sicher eine feine Sache, aber Dobsons liegen mir nicht so recht, das ist halt Geschmackssache. Ich hatte einmal Gelegenheit, eine ganze Beobachtungsnacht hindurch den Dobson eines Bekannten zu benutzen, aber die Handhabung gefiel mir nicht so gut, ich ziehe ein Teleskop auf fester Montierung mit Stativ vor. Dazu kommt, dass ich eine etwas tragfähigere Montierung auch für andere Teleskope aller Konstruktionstypen weiterverwenden kann, bspw. für meinen schon vorhandenen Maksutov oder später auch für einen Refraktor, um den ich mein kleines Optikarsenal gerne einmal ergänzen will.

Grüße,
Fabian

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Re: Montierung für einen 130/650er-Newton

Beitrag von Ebenwaldler » 15.06.2013, 18:58

Hallo Fabian,

ich kann deine Argumente verstehen.
Aber bedenke: da du visuell beobachten willst, ist Öffnung durch nichts (!) zu ersetzen, außer durch eine noch größere!
Glaube mir, das stimmt zu 100% (hatte/habe selbst Teleskope vom 8cm-Refraktor bis zum 45cm-Dobson).
Mit einem 8cm-Refraktor oder 12cm (?)-Maksutov wird man meiner Meinung nach visuell nicht wirklich "glücklich", weder bei Planeten und noch weniger bei der Deep-Sky Beobachtung
(auch wenn natürlich "jedes Fernrohr seinen Himmel hat").
Und bei deiner Gewichtsvorgabe sind diese 20cm die größtmögliche Öffnung, die machbar bzw. für deine Zwecke gerade noch tragbar ist.
Und 20cm Öffnung sind schon mal recht nett, damit kann man schon viel machen.
Entscheiden musst natürlich du selbst, was dir am ehesten zusagen wird.

LG, Günter

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Re: Montierung für einen 130/650er-Newton

Beitrag von visir » 17.06.2013, 09:24

Wenn ich mich da einmal einmischen darf...

Der 20cm-Reisedobson hat von den meisten Eckdaten her schon seinen Reiz. Kompakt und leicht, und trotzdem halbwegs Öffnung...
Preislich finde ich ihn aber nicht ganz ohne.
Und er ist f/4 - das heißt, die Herausforderung besteht dann darin, geeignete Okulare dazu zu finden. Hab ja selbst einen f/4, und hab zum Glück keine sehr hohen Ansprüche... aber auch ein Speers Waler hat sein Gewicht. Ist die Frage, wie sehr das so einen Extrem-Leichtbau aus der Balance bringt.

Die Idee ist reizvoll, aber ich würde das Gerät zuerst in Praxis sehen wollen, bevor ich einen Tausender dafür hinblättere.

CS, Wolfgang
Zum Glück ist alles nur halb so doppelt

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Re: Montierung für einen 130/650er-Newton

Beitrag von Ebenwaldler » 17.06.2013, 15:03

Das stimmt natürlich, das gilt es auch zu berücksichtigen.

LG, Günter

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Re: Montierung für einen 130/650er-Newton

Beitrag von henrform » 17.06.2013, 16:38

Hallo Fabian,

mit dem Dobson kann ich verstehen. Am Anfang hab ich mir mit meinem Dobson auch schwer getan nachzuführen und so, da ich ja fünf Jahre mein EQ 2 hatte, aber da gewöhnt man sich daran. Eine gute Übung ist zum Bsp., am Tag raus zu gehen und schauen ob wo Flieger sind. Dann die Flugzeuge anvisieren und nachführen probieren. Für mich war das eine gute Übung. Ich schweife vom Thema ab : Was ich sagen wollte ist, das man sich daran gewöhnen kann. Ist zwar schwer, aber man kann es schaffen. Der Preis ist dann aber halt so eine Sache. Es gibt sicher Baupläne im Inet, für ein 130/650 Dobson. Das könnte man sich selbst bauen und ist vll sogar billiger. Aber egal, wenn du mit der wackelligkeit zurecht kommst und dir das antust das ganze Zeug mitzuschleppen, dann würde ich mir so ein Set kaufen.

CS Henry
Skywatcher 10" Dobson

Ich wünsche einen klaren Himmel :)

Henry

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Re: Montierung für einen 130/650er-Newton

Beitrag von Delyon » 17.06.2013, 19:41

Hallo Henry,

von der EQ2 bin ich mittlerweile ohnehin abgekommen - wenn es eine feste Montierung wird, dann wohl eine azimutale AZ4, deren maximale Tragkraft mit 7-8 Kilo angegeben wird, auf der das 130/650er-Röhrchen mit 3,7 Kilo also superstabil sitzen und die auch noch einen 150/750er gut tragen müsste, wenn ich mich für einen solchen entscheide. Wenn ich einen Dobson nehmen würde, dann nur, um wesentlich mehr Öffnung zu haben als mit einem noch gut transportablen fest montierten Newton möglich wäre, also mindestens 200mm. Ein normaler 200mm-Dobson ist mit seiner Rockerbox allerdings schon nicht mehr ohne Auto zu transportieren, und der verlinkte Leichtbau-Dobson würde erstens mein Budget deutlich überschreiten und zweitens wie schon gesagt aufgrund des Öffnungsverhältnisses voraussetzen, dass ich noch einmal mehrere hundert Euro für sehr gute Okulare ausgebe. Dazu kommt, dass ich ja vorhabe, mit mittelfristig auch noch einen kleinen bis mittleren Refraktor zuzulegen, der auf einer AZ4 noch ausgezeichnet sitzen würde, sodass ich nicht schon wieder hunderte Euro für eine weitere Montierung ausgeben müsste.

Mir scheint es am Vernünftigsten zu sein, wenn ich mir erst einmal eine AZ4 kaufe und dann überlege, welches Teleskop ich darauf packe: Entweder einen 130/650er, der sehr leicht transportabel wäre, dessen Öffnung für Deep Sky aber eben schon recht bescheiden ist, oder gleich einen 150/750er, der den Transport ein wenig erschweren würde, aber für Deep Sky insbesondere im Großfeldbereich schon sehr gut brauchbar sein müsste. Mit dem Verzicht auf etwas mehr Öffnung könnte ich leben - ich habe lange Zeit nur mit einem 114/900er beobachtet und hatte damit auch im Deep Sky-Bereich schon jahrelang viel Spaß. Ein 130mm-Newton hat ja nun immerhin schon eine um ein Drittel höhere, ein 150er eine um etwa zwei Drittel höhere Lichtsammelfähigkeit. So ein Rohr auf einer AZ4 scheint mir ein guter Kompromiss zwischen Transportierbarkeit, komfortabel nutzbarer Montierung und Deep Sky-Tauglichkeit zu sein.

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