Nachführung genau?

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jupiter1960
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Nachführung genau?

Beitrag von jupiter1960 » 08.03.2014, 21:43

Hallo,

heute Abend habe ich mit der HQE5 GoTo den Mond und Jupiter verfolgt. Okular:RSWA 32mm Fadenkreuz. Geschwindigkeit war sideral eingestellt. Monti stand in Waage, Polaris exakt eingelocht, 3-Sterne Alignment mit dem Fadenkreuz-Okular recht genau hinbekommen. Nach einigen Sekunden wanderte sowohl Jupiter als auch der Mond (Krater)aus dem Fadenkreuz.

Ist das normal? Nachführung und Goto sind Neuland für mich.
Viele Grüße
Frank
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HHV
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Re: Nachführung genau?

Beitrag von HHV » 09.03.2014, 00:40

Guten Abend!

Um es kurz zu machen - NEIN, ist nicht normal...nach einigen Minuten ja, das Fadenkreuz wird nicht zentriert auf die Mondmitte ausgerichtet bleiben, bzw. der Jupiter wird rauswandern, aber NICHT nach Sekunden.

LG,

Michael S.

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TONI_B
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Re: Nachführung genau?

Beitrag von TONI_B » 09.03.2014, 05:32

Leider sind die Angaben sehr ungenau: nach WIE VIELEN Sekunden ist der Jupiter WIE VIELE Bogensekunden aus dem Fadenkreuz gewandert?

Bei meiner HEQ5 habe ich einen Schneckenfehler von +/-15" bis +/-20". D.h. innerhalb von 20-30s kann der Jupiter schon mal um seinen halben Durchmesser wandern...
lG
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BernhardH
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Re: Nachführung genau?

Beitrag von BernhardH » 09.03.2014, 11:53

Wie hast du polaris genau eingelocht? Es ist NICHT egal in welcher RA Stellung man die Monti stellt bevor man polaris im Ring einlocht, aber vielleicht weißt du das alles und es ist eh klar. Ob die Monti in der Waage steht ist völlig egal. Wichtig ist nur dass die RA-Achse parallel zur Erdachse ausgerichtet ist.

Für visuelles Beobachten reicht das Einnorden laut "Kochab-Methode" aus. Wenn Du das nicht so ähnlich gemacht hast ist klar dass Jupiter abdriftet. Bitte mal googlen.

Bitte setz Dich kurz mit dieser Kochab-methode auseinander falls Du das nicht ohnehin schon gemacht hast.

Ob das 3-sterne alignment einen einnordungsfehler kompensiert weiß ich nicht aber ich denke mal nicht. Also im 32mm okular sollte jedes objekt mit jeder Montierung im Gesichtsfeld bleiben, schneckenfehler egal.

cs Bernhard
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Re: Nachführung genau?

Beitrag von jupiter1960 » 09.03.2014, 18:48

Dankeschön. Heute Abend teste ich noch einmal und hoffe keine Fehler zu machen. Die Vohrgehensweise, die mir Reinhard Wallner gepostet hat, nutze ich immer.

Diese hier:
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Hallo . Hier eine kleine Anleitung von mir aus der EQ6 Zeit wie es geht. Hoffe, daß es bei der EQ5 gleich ist wie bei der EQ6 . DAuert gerade mal 1 Minute.

Dienstag, 01. Februar 2011

Ich habe eine simple und ganz schnelle Möglichkeit gefunden die Montierung EQ6 an Polaris auszurichten. Sie hat den Vorteil, dass die Werte von der Handsteuerung der Montierung kommen, mit der man später auch das Ziel z.B. M13, oder NGC7000 eingibt. Die Methode ist echt super und man braucht außer Polaris überhaupt keine Referenzen.

Beim Booten zeigt die SynScan Handbedienung, mit Firmware 3.11 oder höher, nachdem wir unseren Standort, die Uhrzeit usw. angegeben haben zwei Informationen über Polaris am Display, bevor wir die Ausrichtung beginnen. STOPP Wir sehen, (a) wie viel Zeit vergangen ist seit Polaris zuletzt einen Transit hatte (dh. wie viele Stunden vergangen sind seit Polaris das letzte Mal oberhalb des Himmlischen Nordpols war, und (b) die aktuelle Uhr-Position von Polaris "im Polescope.

Nehmen wir beispielsweise an, dass die Handsteuerung während des Setups die beiden folgenden Werte zeigt:

Polaris HA: 20 Stunden 45
Clock : 7:37

1. Schauen wir durch den Polsucher und drehen wir die RA Achse bis der kleine Kreis für "Polaris" nach unten schaut (dort wo auf der Uhr 18.00 ist).

2. Fixieren wir die RA-Achse, und drehen wir nur den RA Teilkreis, bis der Nullpunkt genau am dreieckigen Index liegt. Fixieren wir den RA-Teilkreis.

(Was wir hier machen, ist nichts anderes als die Einstellung zu machen, als wäre Polaris an seinem höchsten Punkt am Himmel. (Nicht vergessen, dass unser Polescope den Himmel spiegelverkehrt zeigt, also wenn Polaris am höchsten Punkt ist, sieht man Ihn durch den Polsucher am untersten Punkt. Diese beiden ersten Schritte brauchen wir nur einmal machen, solange wir den RA Teilkreis nicht verstellen!)

3. Nehmen wir den ersten Wert aus dem Hand-Display. In diesem Beispiel sehen wir, dass es 20 Stunden und 45 Minuten sind, seit Polaris seine Kulmination hatte. Wir drehen jetzt einfach die RA Achse bis die Einstellung auf der oberen Zeitskala (für nördliche Halbkugel) 20.45 Uhr beim dreieckigen Index zeigt.
Das war’s!!

4. Schauen wir durch den Polsucher – der kleine "Polaris" Kreis steht in der Position 07.37 - genau der richtige Ort für die Ausrichtung.

Verwenden wir nun die Polhöhen Schrauben und Azimut Schrauben an der Montierung um Polaris in diesen kleinen Kreis zu bringen. Voila!

Jetzt nur noch das übliche Alignment (2 oder 3 Sterne) und fertig.

Es ist ein wirklich nettes und einfaches System, und bedeutet, dass wir die Verwendung des Datums und des Uhrzeit Kreises in der üblichen Weise gar nicht brauchen, und auch nicht an der Monti vorbeischielen müssen um Kochab anzupeilen, und auch nicht die Lage von Cassiopeia oder großer Wagen hinschätzen müssen.


Liebe Grüsse Reinhard Wallner

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l.g. Reinhard

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Ich melde mich dann später noch einmal.
Viele Grüße
Frank
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Re: Nachführung genau?

Beitrag von TONI_B » 09.03.2014, 19:24

Aber du hast noch immer nicht gesagt um wie viel der Jupiter ausgewandert ist.

Um seine eigene Breite oder durch gesamte Gesichtsfeld des Okulars?
lG
TONI


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Re: Nachführung genau?

Beitrag von jupiter1960 » 09.03.2014, 20:25

Hallo Toni und alle Helfer hier.
Nach zwei mal stolpern beim Alignment, falsche Sterne eingelocht, habe ich Jupi genau zentriert ins Fadenkreuz genommen.
Es sind sieben Minuten vergangen und er hat sich kein my aus dem Fadenkreuz bewegt :D :D :D

Definitiv lagen die Fehler am Bediener :roll: .

Nun nach 17 min ist er einen halben Planetendurchmesser rausgewandert, d. h. das Fadenkreuz ist genau am Rand von Jupiter.

Kann man das tolerieren?
Viele Grüße
Frank
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